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Sohn von Elly Beinhorn besucht Ausstellung

Luftfahrtmuseum Laatzen Sohn von Elly Beinhorn besucht Ausstellung

Seine Mutter kommt im Laatzener Luftfahrtmuseum zu Ehren: Der 78-jährige Bernd Rosemeyer besucht die Ausstellung über Flugpionierin Elly Beinhorn, die 2007 im Alter von 100 Jahren starb.

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„Ein tolles Ding!“: Bernd Rosemeyer im Luftfahrtmuseum. Die Ausstellung dort erinnert an seine Mutter, die Flugpionierin Elly Beinhorn, die Frau des Rennfahrers Bernd Rosemeyer.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Seine Mutter muss so ganz anders gewesen sein als andere Mütter in den Dreißigern. Die Flugpionierin Elly Beinhorn flog mit heute klapperig anmutenden Maschinen um die Welt, stürzte über Afrikas Sümpfen ab und drehte Loopings über Vahrenheide. Eine Ikone der Abenteuerlust. Es schwingt viel Stolz mit, wenn Bernd Rosemeyer über die Frau spricht, die 2007 im Alter von 100  Jahren starb. „Meine Mutter war immer ein Vorbild“, sagt er. „Sie hat ihre Pläne trotz aller Widerstände verwirklicht – und blieb dabei eine bescheidene und charmante Frau. Ich kann schon verstehen, dass mein Vater sich damals in sie verliebte.“

Der 78-Jährige steht zwischen den Exponaten,  mit denen das Luftfahrtmuseum derzeit an seine berühmte Mutter erinnert: „Dass eine Ausstellung in ihrer Heimatstadt sie ehrt, hätte sie sehr gefreut – sie fühlte sich zeitlebens als Hannoveranerin“, sagt der Münchner. Für das Museum erweist sich die Ende Januar eröffnete Ausstellung als Glücksfall: „Wir haben unsere Besucherzahl auf monatlich rund 1600 verdoppelt“, sagt Klaus-Dieter Hoppe vom Museumsvorstand.

Sie flog alleine um die Welt, jetzt verfilmt das ZDF die Geschichte der hannoverschen Flugpionierin Elly Beinhorn.

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Der Museumsbesuch ist für Rosemeyer auch ein Ausflug in die eigene Familiengeschichte. Als er 1937 zur Welt kam, waren seine Eltern das Traumpaar der Dreißiger schlechthin: die tollkühne Fliegerin und der mutige Rennfahrer. Doch als er selbst gerade zehn Wochen alt war, verunglückte sein Vater, der ebenfalls Bernd Rosemeyer hieß, tödlich. „Er ist mir immer sehr nahe gewesen“, sagt der Sohn: „Ich hatte nie das Gefühl, ohne Vater aufzuwachsen.“ Für seine Mutter sei er selbst früh eine Art Partner geworden. „Gelitten habe ich nie darunter“, sagt er.

Für den Tag seines Besuches ist eine Attraktion aus der Wolfsburger Autostadt ins Museum gekommen: Ein Auto-Union Typ C; ein Nachbau jenes 16-Zylinder-Wagens, mit dem sein Vater 1936 mehrere Grand-Prix-Titel einfuhr: „Er brachte es damit auf etwa 350 Stundenkilometer“, sagt Rosemeyer und lässt die Finger über den silbrig schimmernden Wagen gleiten. „Ein tolles Ding!“ Der Typ C steht gleich neben einer Messerschmitt Taifun, wie seine Mutter sie flog.

Im Luftfahrtmuseum Laatzen wird mit einer Ausstellung der hannoverschen Pilotin Elly Beinhorn gedacht.

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Es gibt Kinder, die den Ruhm ihrer Eltern als eine Hypothek empfinden. Die oft vergeblich ein Leben lang darum kämpfen, sich von den mächtigen Müttern und Vätern zu emanzipieren. Dazu zählt Rosemeyer nicht. „Auch Mütter, die prominent sind, sind Mütter“, sagt er gelassen. Ein Onkel habe ihn zwar 1959 zu einem Sportfahrlehrgang eingeladen, doch in die Fußstapfen seines Vaters trat er nicht: „Die wären wohl auch zu groß gewesen“, sagt er souverän. „Zwei, drei Mal im Jahr gehe ich heute auf die Rennstrecke und fahre ein bisschen – aber nur aus Spaß“, sagt er. „Ich habe in meinem Beruf auch selbst was auf die Beine gestellt.“ Tatsächlich ist er nicht nur Sohn. Er ist Professor für Orthopädie an der Uni München, in den Achtzigern wurde der Fitnessarzt als Ratgeber in der TV-Reihe „Enorm in Form“ selbst prominent.

Vor allem aber ist er ein begeisterter Großvater. Seine Augen leuchten, wenn er auf dem Smartphone Fotos seiner Enkel zeigt. Sein Sohn, der ebenfalls Bernd Rosemeyer heißt („Der schafft beim Daimler in Böblingen“), hat seinen Sohn ebenfalls Bernd Rosemeyer genannt. „Der ist jetzt acht Monate alt – ein echt starker Typ“, schwärmt der Opa. Der zweite Enkel heißt Henry. Und dann ist da noch eine vierjährige Enkelin. Sie heißt Elly. „Wenn sie alt genug sind, werde ich ihnen von ihren Urgroßeltern erzählen“, sagt Rosemeyer. Die Geschichten bieten genug Stoff für viele lange Winterabende.

  • „Elly Beinhorn – Fliegerass und Powerfrau aus Hannover“ im Laatzener Luftfahrtmuseum, Ulmer Straße 2, ist bis zum 16. Mai verlängert. Infos: (05 11) 8 79 17 91.     
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