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Solarfirma feiert Hannovers größtes Ökodach

Erneuerbare Energien Solarfirma feiert Hannovers größtes Ökodach

AS Solar baut eine Industrieruine am Großmarkt für 7,5 Millionen Euro zum neuen Domizil aus. Das Gebäude erzeugt im Jahr mehr Energie als es selbst verbraucht - dafür sorgt die bislang größte Solaranlage Hannovers.

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Strom für 80 Haushalte: Die AS-Solar-Anlage.

Quelle: Rainer Surrey

Es ist ein Projekt, das bundesweit seinesgleichen sucht: In einer aufgegebenen Industriehalle der Firma Telefunken, in der Vandalen bereits alle Fenster eingeworfen und Kupferleitungen gestohlen hatten, bezieht die hannoversche Firma AS Solar am Mittwoch ihr neues Domizil – umgebaut zu einem Gebäude, das übers Jahr gesehen mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. „Ein absolutes Vorzeigeprojekt“, lobte gestern Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mönninghoff in der Immobilie nahe dem Großmarkt in Bornum.

Auf dem Dach befindet sich die derzeit größte Solaranlage der Stadt. Mit einer Spitzenleistung von 268 Kilowatt (kWp) könnten rechnerisch 80 Haushalte versorgt werden. Wenn demnächst die Baugenehmigung für die Solartankstelle vorliegt, an der 76 Elektroautos betankt werden können, und dann noch die geplante Lagerhalle ihr Solardach hat, wird AS Solar mit 538 kWp sogar über die größte Anlage der gesamten Region verfügen. Derzeit hält diesen Rekord das jüngst eröffnete Gebäude des Paketdienstleisters Hermes in Langenhagen (400 kWp).

Die alte Industriehalle der Firma Telefunken am Großmarkt ist zum neuen Firmensitz der hannoverschen Firma AS Solar geworden. Am Dienstag ist die Firma in ihr neues Domizil gezogen.

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In dem 100 Meter langen AS-Solar-Gebäude an der Bückeburger Allee (B 65) war von 1959 bis Anfang der achtziger Jahre eine Produktionsstätte von Telefunken beheimatet, bis zu 1200 Mitarbeiter drehten dort Spulen für Röhrenfernseher. Anschließend nutzte die Großdruckerei König und Ebhardt den Industriebau, aus deren Konkursmasse AS Solar das Gebäude nach zehn Jahren Leerstand kaufte. „169 Container mit Stahl haben wir bei der Entkernung aus dem Gebäude geholt“, berichtete Geschäftsführer Gerd Pommerien gestern. 14 Monate hat der Umbau gedauert. Im Inneren steht die Arbeitsplatzqualität im Vordergrund. Bistro und Ruheräume für die Mitarbeiter sind eingeplant, verwendet wurden nur die besten Baumaterialien. „Wir wollten zeigen, was heute schon möglich ist“, sagt Pommerien selbstbewusst. 7,5 Millionen Euro hat AS Solar allein in Sanierung und Umbau investiert. Architekt John M. Frank hat die Industriearchitektur bewahrt, wo es ging.

Zusätzlich zur Solaranlage auf dem Dach befinden sich in den Fassaden zwischen den Fenstern Kollektoren zum Erhitzen von Wasser. Daraus wird Energie zum Heizen und Kühlen der Räume gewonnen. Drei große Brennanlagen für Holzpellets dienen dazu, an kalten Tagen weitere Heizenergie zu liefern. Viel wird davon aber nicht nötig sein: Der Jahresenergiebedarf des Gebäudes ist von 270 Watt pro Quadratmeter auf rund 20 Watt reduziert worden. Das entspricht in weiten Teilen einem Passivhausstandard.
Bei der Firma AS Solar, die Anlagen für Solartechnik und neuerdings auch für Holzpelletheizungen vertreibt und konstruiert, sind 136 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 127 Millionen Euro. International hat AS Solar inzwischen Schwesterfirmen in Spanien, Belgien, Frankreich, Italien, Rumänien, Kanada und Marokko.

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