Hannover. In einem Bekennerschreiben, das die Täter verschiedenen Zeitungsredaktionen zukommen ließen, heißt es, die Farbanschläge richteten sich gegen das Sommerbiwak der 1. Panzerdivision. Zu dem Fest, zu dem die Bundeswehr am 8. Juli in den Stadtpark geladen hat, werden wie in jedem Jahr zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur erwartet.
Bereits in der Nacht zuvor hatten die Biwakgegner einen Farbanschlag verübt. Sie verschafften sich Zutritt zu einem Mehrfamilienhaus in der Nordstadt, in dem ein 29-jähriger Reserveoffizier lebt. Im Treppenhaus des Gebäudes besprühten sie die Wände mit Sprüchen. Zudem schütteten sie rote Farbe an die Wohnungstür des Reservisten. Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci verurteilte die Schmierereien scharf: „Es kann doch nicht sein, dass wir die Diskussion über die Bundeswehr und ihre Einsätze auf diesem Niveau führen.“ Kirci erklärte, der betroffene Reserveoffizier sei Mitglied der SPD und seit langen Jahren sehr engagiert im Stadtteil. „Er ist aus reiner Willkür zum Opfer geworden, denn mit dem Sommerbiwak hat er überhaupt nichts zu tun“, erklärte der Politiker.
Seit Wochen rufen Bundeswehrgegner im Internet dazu auf, die Veranstaltung am 8. Juli massiv zu stören. „Wir haben uns vorgenommen, es mehr als je zuvor krachen zu lassen und das Fest für die Veranstalter und Besucher zum Desaster zu machen“, heißt es etwa in einem der Appelle. Die Polizei ist auf diese Art des Protestes vorbereitet. „Wir haben uns kräftemäßig auf die Situation eingestellt“, sagte ein Behördensprecher.
Auch am Landtag waren im Verlauf des gestrigen Vormittags antimilitaristische Parolen entdeckt worden. Da sich die Sprüche aber zudem gegen die Partei der Grünen richteten, ist nach Angaben der Polizei noch unklar, ob sie mit den Schmierereien an den Denkmälern in Zusammenhang stehen. Die Ermittlungen dauerten noch an, hieß es seitens der Behörde.
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