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Hannoveranerin sorgt mit Kommentar für Wirbel

Facebook-Post gegen Rassismus Hannoveranerin sorgt mit Kommentar für Wirbel

Sie ist eine deutsche Soldatin und Tochter marokkanischer Eltern: Hannoveranerin Nariman Reinke. Mit einem Facebook-Post gegen Rassismus sorgte sie nun für Aufsehen - der Eintrag wurde schon mehr als 8000 Mal geteilt.

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„Vegetarier an der Schnitzelbude“: Nariman Reinke formuliert pointiert.Foto: Schaarschmidt

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Der Facebook-Kommentar einer Bundeswehrsoldatin aus Hannover sorgt derzeit nicht nur im Internet für Furore. Mehr als 8000 Mal sind die Sätze von Hauptfeldwebel Nariman Reinke, die vor 36 Jahren als Tocher marokkanischer Eltern in Deutschland geboren wurde, bislang geteilt worden.

In dem Posting auf der Facebook-Seite des Vereins Deutscher Soldat setzt sich Reinke gegen rassistische Pauschalangriffe auf Nordafrikaner nach den Vorfällen in der Silvesternacht und die Kritik an der Deutschen Asylpolitik zur Wehr. „Alles hinzuschmeißen, weil ein Tausendstel der Flüchtlinge kriminell geworden ist, würde unser Wertesystem als Heuchelei entlarven. Man kann nicht der Vorsitzende vom Vegetarierbund sein, aber zur nächsten Schnitzelbude flüchten, wenn man eine angeschimmelte Gurke im Kühlschrank hat“, schreibt sie.

Anfeindungen von Bekannten nach der Silvesternacht

Auslöser für ihren Kommentar waren die Anfeindungen von Bekannten im Netz nach den Übergriffen auf Hunderte Frauen in Köln, Hamburg und anderen Städten. „Als dann jemand ein Foto von einem Speck-BH auf meine private Seite gepostet hat, ist mir der Kragen geplatzt“, sagt die 36-Jährige. Sie löschte zunächst den Absender des Bildes aus ihrer Freundschaftsliste, schrieb sich dann ihren Frust von der Seele und stellte den Kommentar in Absprache mit dem Vorstand des Vereins auf die Internetseite.

„Ich hätte allerdings nicht mit einer solchen Reaktion gerechnet“, sagt Nariman Reinke, die bereits mehrfach in Afghanistan im Einsatz gewesen ist. Sie erhielt einen Anruf der Online-Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Die Bild-Zeitung machte mit der Geschichte über die Soldatin am Freitag eine Zeit lang ihre Online-Ausgabe auf. „Jetzt rufen die Fernsehsender an. Ich soll vielleicht ins Morgenmagazin des ZDF und zur Talkrunde von Markus Lanz“, sagt die Soldatin.

Nariman setzt sich für Flüchtlinge ein

Das Thema Flüchtlinge liegt Nariman Reinke nicht erst seit ihrem Internet-Kommentar am Herzen. Sie ist Mitglied der Kommission für Migration und Teilhabe des Niedersächsischen Landtags und sammelte während des Hannover-Marathons im vergangenen Jahr durch den Verkauf von Kuchen und Lose an die Zuschauer des Laufs Spenden für syrische Flüchtlinge. Das alles erledigt sie nebenbei und obwohl sie derzeit beim Bataillon Elektronische Kampfführung eingesetzt ist, das in Daun in der Eiffel stationiert ist.

Ihre berufliche Laufbahn bei der Bundeswehr schlug Reinke auch deswegen ein, weil ihre beiden Brüder, die der Vater gerne bei der Marine, dem Heer oder der Luftwaffe gesehen hätte, diesen Weg nicht gehen wollten. Am Anfang ihrer Karriere bekam Reinke gelegentlich auch in der Truppe den einen oder anderen Spruch über ihre Herkunft zu hören. „Das war damals eine reine Männerdomäne. Inzwischen hat sich da viel zum Guten gewandelt. Eins aber ist gleich geblieben: Nach einem anstrengenden 20 Kilometer langen Orientierungsmarsch mit Gepäck auf dem Rücken spielt damals wie heute die Herkunft keine Rolle“, sagt Nariman Reinke.

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