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Sollen Straßenmusiker vor einer Jury vorspielen?

Vorschlag Sollen Straßenmusiker vor einer Jury vorspielen?

Hannovers Straßenmusiker müssen sich auf strengere Vorschriften gefasst machen. Die Stadtverwaltung kündigt an, dass ab dem kommenden Jahr eine Erlaubnis für das öffentliche Musizieren nötig ist. Anträge sollen Musiker beim Eventmanagement der Stadt stellen.

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Strengere Regeln gelten künftig für Straßenmusiker in Hannover.

Quelle: dpa/Symbolbild

Hannover. In diesem Jahr drückt die Stadt noch ein Auge zu und verzichtet auf Genehmigungen. Doch schon jetzt will die Stadt mit einer Dienstag veröffentlichten „Allgemeinverfügung Straßenmusik in Hannover“ schärfer durchgreifen. Verstößt ein Straßenmusiker gegen bestimmte Regeln, muss er mit einem Bußgeld rechnen.

Das öffentliche Musizieren knüpft die Stadt an Bedingungen, die im Kern auch zuvor bestanden, nun aber verbindlich sind. So darf eine Straßenband nur vier Musiker umfassen, alle 30 Minuten ist der Spielort zu wechseln, Verstärker sind nicht erlaubt und auf mehreren City-Plätzen darf nur von 10 bis 12 und von 16 bis 18 Uhr gespielt werden. Laute Instrumente wie Schlagzeuge, Blechblasinstrument und Saxofone sind verboten, eine Ausnahme stellen Bläsergruppen zur Weihnachtszeit dar.

Hannovers City-Kaufleute möchten gemeinsam mit der Stadt Regeln für Straßenmusiker aufstellen. Was sagen die Hannoveraner zum Niveau der Straßenmusiker in der Stadt?

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Hannovers Tourismus-Chef Hans Nolte geht noch einen Schritt weiter. Er plädiert dafür, dass Straßenmusikern bestimmte Orte zugewiesen werden, um klangliche Überlagerungen zu vermeiden. „Vorher sollten die Musiker ihr Können vor einer Jury beweisen“, sagt Nolte. Dadurch könne man die Straßenmusik auf ein höheres künstlerisches Niveau heben, „und dann wären wir bei einem Beitrag zur Unesco City of Music“, sagt Nolte. Die Stadt signalisiert schon jetzt, dass es eine „Qualitätskontrolle“ nicht geben werde.

Forderung der Kaufleute

Der Anstoß zur Debatte kam von Hannovers City-Kaufleuten. Bei ihrer Jahresversammlung am Montagabend im GOP erhob sich der Wunsch nach strengeren Regeln für Straßenmusiker. Die Dauerberieselung vor manchen Geschäften sei für die Mitarbeiter kaum zu ertragen, monierte Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft. Er forderte die Stadt auf, Standorte für das Musizieren zu benennen und Ausweise an Musiker zu vergeben. Dem kommt die Stadt jetzt in Teilen nach.

„Wir beschäftigen uns schon seit einiger Zeit mit einer Neufassung der Regeln“, sagt Stadtsprecher Möller. Ziel sei es, die Regeln im Laufe des Jahres in die Sondernutzungssatzung der Stadt einzuarbeiten, um ein festes, rechtssicheres Gerüst zu bekommen. Da wird der Rat ein Wörtchen mitreden müssen.

In der Ratspolitik kann man die Beschwerden der City-Händler nachvollziehen. Die SPD rät aber zur Besonnenheit. „Wir dürfen die Musiker nicht vertreiben, sondern müssen das Zusammenleben verträglich gestalten“, sagt SPD-Fraktionschefin Christine Kastning. CDU-Wirtschaftsexperte Jens-Michael Emmelmann wünscht sich von der Stadt ein „rigoroseres Durchgreifen“. Manche Musikdarbietung sei eine Belastung für die Arbeitnehmer in den Geschäften. Die Grünen plädieren für einen „vernünftigen Interessenausgleich“ wollen sich einer strengeren Reglementierung aber nicht verschließen. Einzig die Linke bleibt skeptisch. „Die Stadt sollte das Gespräch mit den Betroffenen suchen“, rät Fraktionschef Oliver Förste. Die FDP plädiert dafür, den vorgeschriebenen Ortswechsel der Musiker besser zu kontrollieren.

So ist es in
 anderen Städten

In München gelten schon jetzt strenge Vorschriften für Straßenmusikanten. Jeder Musiker muss sich bei der Stadtverwaltung eine Genehmigung holen, die entweder für den Vor- oder den Nachmittag erteilt wird. Die Gebühr für die Erlaubnis beträgt zehn Euro. Zuvor muss jeder Straßenmusiker sein Können vor einer Jury unter Beweis stellen.

In Berlin geht es liberaler zu. Dort dürfen Straßenmusiker sogar in U-Bahnhöfen auftreten, nicht jedoch in Zügen, auch wenn sich viele Musiker nicht daran halten.asl

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