Hannover. Der Grund: Der Termin für das Biwak 2012 wurde von den Organisatoren auf den 29. Juni gelegt – auf den Tag, an dem mit der Bruchmeisterverpflichtung und dem Bieranstich auch das 483. Schützenfest beginnt.
„Ich verstehe nicht, warum man so etwas macht“, sagt Michael Muszinsky, Vorsitzender des Collegiums ehemaliger Bruchmeister. „Man gräbt sich doch damit bei der Gästeliste gegenseitig das Wasser ab.“ Landesminister, Vertreter der Kommunalpolitik und Wirtschaftsvertreter seien schließlich auch bei den Schützen gern gesehen, sagt Muszinksy, und es klingt die Sorge heraus, dass etliche Gäste sich am Ende für das glamourösere Biwak entscheiden. Auch Schützenpräsident Paul-Eric Stolle gefällt die Terminkollision nicht. „Es ist ein bisschen ärgerlich. Unser Termin steht seit Jahrhunderten fest, der kann nicht verschoben werden“, sagt er. In der Tat beginnt das Schützenfest stets am Freitag vor dem ersten Montag im Juli mit der Bruchmeisterverpflichtung im Rathaus. Muszinksy und Stolle erinnern daran, dass sie als „Spitzen der Schützen“ alljährlich zum Biwak geladen sind – und nun nicht kommen können. „Wir wissen, wo wir hingehören, und sind an dem Abend erst im Rathaus und dann beim Anstich im Festzelt“, sagt Stolle.
Bei der 1. Panzerdivison, die ihr Biwak auch immer an einem Freitag feiert, bittet man um Verständnis. „Wir wissen um die Problematik und haben uns natürlich Gedanken gemacht, es ging aber am Ende leider nicht anders“, sagt Oberstleutnant Thomas Poloczek, Sprecher der 1. Panzerdivision. Die Organisatoren seien auf die freien Termine im Congress Centrum angewiesen, in dessen Stadtpark das Biwak gefeiert wird. Dort seien die ersten beiden Juliwochenenden durch Abibälle blockiert, das dritte Wochenende beginne mit dem 20. Juli, dem Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler. „Das ist ein unpassender Termin für eine Gala“, sagt Poloczek. Danach seien Sommerferien, die bis August dauerten.
In einen echten Terminkonflikt kommt nun Oberbürgermeister Stephan Weil. Er verpflichtet traditionell die Bruchmeister und sticht das Fass im Festzelt an, zugleich aber hat die Stadt seit 1983 eine Patenschaft für das Biwak inne. Doch im Rathaus versichert man, dass der Schützentermin im Kalender des OBs fest eingetragen sei – und auch Poloczek zeigt Verständnis: „Der Oberbürgermeister gehört zur Bruchmeisterverpflichtung und ins Schützenzelt.“
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