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Aus der Stadt Sonntagsöffnung ärgert Kaufleute
Hannover Aus der Stadt Sonntagsöffnung ärgert Kaufleute
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00:15 05.09.2016
Von Conrad von Meding
Die Händler hoffen wieder auf eine volle City. Foto: Archiv Quelle: Martin Steiner
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Hannover

Der Grund ist einfach: Das Land hat sein Ladenöffnungsgesetz schlecht formuliert, und die Gewerkschaft Verdi ist erfolgreich dagegen vorgegangen. Deshalb müssen Händler in den Stadtteilen ihre Sonntagsöffnungen stets auf das gleiche Datum legen wie die Innenstadt. „Es macht keinen Sinn, in der gesamten Stadt zeitgleich zu öffnen - die Stadtteilhändler sind gegenüber dem Besuchermagnet City massiv benachteiligt“, sagt Ullrich Thiemann vom Handelsverband.

Verdi hatte anlässlich Sonntagsöffnungen im Advent geklagt und dabei die Frage gestellt, ob zu viele davon nicht gegen den vom Grundgesetz garantierten Schutz der Sonntagsruhe verstießen. Das Gericht bejahte - und legte eine kuriose Regelung fest: Pro Kommune darf es nur noch vier Sonntage geben, an denen Geschäfte öffnen. Die Konsequenz: Im Umland Hannovers, wo sich etwa 500.000 Einwohner auf 20 Kommunen verteilen, darf es theoretisch 80 Sonntagsöffnungen pro Jahr geben - Nachbarkommunen kommen sich dadurch nicht in die Quere. In Hannover mit ebenfalls gut 500.000 Einwohnern hingegen sind nur vier Sonntagsöffnungen für die gesamte Stadt erlaubt. „Kleinere Geschäfte außerhalb der Innenstadt haben eigentlich keine Chance“, sagt Thiemann.

Land will Gesetz nun ändern

Dem pflichtet Dirk Eberitzsch von der Kaufleutevereinigung Lister Meile bei. „Wir haben in den Vorjahren immer alles versucht, um bloß nicht zeitgleich mit der Innenstadt zu öffnen“, sagt er. Diese Möglichkeit sei jetzt genommen. „Wir hoffen, dass trotzdem viele Anwohner aus den Nachbarstadtteilen und gerne auch von weiter her zu uns auf die schöne Meile kommen“, sagt Eberitzsch. Auch Jens-Michael Emmelmann, Betreiber des Einkaufsparks Klein-Buchholz in Bothfeld, sieht seine Sonntagsöffnung eher als Marketinginstrument. „Wir öffnen nicht wegen zusätzlicher Umsätze, sondern als Dienstleistung, damit auch Familien mal in Ruhe gemeinsam bummeln können.“

Das Land will als Reaktion auf das Gerichtsurteil das Gesetz zur Sonntagsöffnung ändern, möglicherweise soll es die Vier-Sonntage-Regelung dann zumindest auf Stadtbezirksebene geben. Die Neuregelung aber werde vermutlich erst 2017 oder 2018 kommen, hieß es nach dem Urteil. Uwe Hildebrandt, Sprecher des zuständigen Sozialministeriums, sagt auf Anfrage, dass man noch nichts sagen könne: „Wir sind derzeit unter den Ressorts in der Abstimmung für einen Gesetzentwurf. Auch der Austausch mit der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite ist noch nicht abgeschlossen.“

Hannover ist mit mehr als 400 Innenstadtgeschäften Einkaufsstadt mit Ausstrahlung auf ganz Niedersachsen. Zuletzt zog das Sonntagsshopping 250.000 Besucher, an, davon flanierten allein 31.000 durch die Ernst-August-Galerie. Die Händler der Lister Meile zählten 100.000 Besucher - wenn sie nicht zeitgleich mit der Innenstadt öffneten.

Hier ist geöffnet

Thema bei der Innenstadtöffnung ist eine Gewürzstraße: An mehreren Stationen lassen sich Gerüche erschnuppern, schmecken oder ertasten - es gibt etwas zu gewinnen. Für diesen Sonntag haben außer der Innenstadt auch die Geschäfte der Lister Meile sowie an der Podbi inklusive Klopstock-, Holbein- und Grillparzerstraße Ladenöffnungen von 13 bis 18 Uhr bei der Stadt beantragt. Außerdem diverse Möbelgeschäfte, darunter Möbel Staude in Hainholz, Soltendieck, Sofa Loft sowie Boss und Poco. Auf dem Hanomag-Gelände öffnen RS- und Yellow-Möbel, dort hat auch Zweirad-Stadler eine Genehmigung beantragt. Auch die Motorradgeschäfte Detlev Louis und Polo wollen öffnen. Im Umland öffnen Geschäfte in Burgdorf, Burgwedel, Uetze, Laatzen und Neustadt. Der nächste verkaufsoffene Sonntag in Hannover ist am 6. November.

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