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Sozialticket kostet Region 10 Millionen Euro

Vergünstigte Fahrscheine Sozialticket kostet Region 10 Millionen Euro

Wegen der Ausweitung des Sozialtickets kommen auf die Region neue Kosten in Millionenhöhe zu. Im aktuellen Jahr werden es voraussichtlich mehr als 10 Millionen Euro sein, die die Region an den Großraumverkehr Hannover zahlen muss – verglichen mit 2015 eine Steigerung um fast 63 Prozent.

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Quelle: Surrey (Symbolbild)

Hannover. Im ersten Quartal dieses Jahres musste die Region für Fahrten von Sozialhilfeempfängern 2,6 Millionen Euro zahlen. Das sind etwas 870.000 Euro mehr als im ersten Quartal des Vorjahres, das entspricht einer Steigerung um fast 63 Prozent. Hochgerechnet auf das ganze Jahr bedeutet das Kosten von mehr als 10 Millionen Euro, die die Region an den Großraumverkehr Hannover (GVH) überweisen muss. Bisher hatte die Region das Sozialticket mit rund 4 Millionen Euro pro Jahr subventioniert.

Experten gehen davon aus, dass die Kosten in diesem Jahr noch weiter ansteigen, weil nach und nach Flüchtlinge auch Hartz-IV beziehen. Der Sozialdezernent der Region, Erwin Jordan, hatte Ende vergangenen Jahres noch mit Kosten für die Region im Jahr 2016 von 6 Millionen Euro gerechnet.

Die neusten Zahlen gehen aus einer anfrage der CDU-Fraktion zum Sozialticket hervor. Demnach wurden im ersten Quartal dieses Jahres mehr als 30.000 Kindertagestickets im Sozialtarif verkauft, das entspricht einem Anstieg von 138 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im gleichen Zeitraum verkauften die Verkehrsbetriebe rund 437.000 Tageseinzeltickets für Erwachsene. Das sind etwa 47 Prozent mehr als im Vergleichsquartal. Auch der Absatz von bezuschussten Monatskarten, die der GVH MobilCard nennt, stieg immens an. Im ersten Quartal dieses Jahres verkauften die Verkehrsunternehmen rund 56.000, das sind fast ein Drittel mehr als im Vergleichsquartal.

Die Region hatte zum 1. Januar dieses Jahres das System für Sozialtickets komplett umgestellt. Bis zum Jahresende mussten Käufer von Sozialtickets zuvor eine jeweils einen Monat lang gültige Wertmarke zum Preis von 4 Euro erstehen. Nach Kritik von Sozialverbänden an diesem System, hatte die Regionsversammlung diese Regelung zum Jahresende abgeschafft. Die rabattierten Fahrscheine sind jetzt 50 Prozent preiswerter als die normalen Fahrscheine. Theoretisch haben rund 135.000 Bedürftige, die eine sogenannte Region-S-Karte besitzen, Anspruch auf die ermäßigten Tickets.

Die CDU kritisiert die jüngsten Zahlen. „Wenn das so weiter geht, nähern wir uns der Forderung der Grünen, den öffentlichen Nahverkehr für alle Nutzer kostenlos anzubieten, sagt der Verkehrsexperte der CDU-Regionsfraktion, Eberhard Wicke. Es könne nicht immer mehr Geld in den Nahverkehr gepumpt werden, weil die Region auch noch andere Aufgaben habe. Als Beispiel verwies der Politiker auf das Klinikum, das seit Jahren die finanzielle Unterstützung der Region benötigt. Außerdem sei das derzeitige System ungerecht, weil Geringverdiener davon nicht profitieren können, obwohl sie auf Busse und Bahnen angewiesen seien. Zudem sei die Akzeptanz zu gering, meint der CDU-Politiker: Nur 18 Prozent aller Berechtigen würden das Sozialticket auch tatsächlich nutzen.

Mit der Neuregelung zum 1. Januar sei die Nutzung des Sozialtarifs für die Berechtigten übersichtlicher, einheitlicher und kostengünstiger geworden, sagt der Sprecher der Regionsverwaltung, Klaus Abelmann. Das zeige die Anzahl der verkauften Fahrscheine. „Diese Zahlen machen deutlich, dass wir unser Ziel, möglichst vielen Menschen dabei zu unterstützen, mobil zu sein, erreicht haben“, betont er.

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