Grüne aus dem Stadtbezirk Nord, das Spangenberg-Sozial-Werk aus Helmstedt und das hannoversche Sozialkaufhaus Fairkauf basteln derzeit an einem Modell, das auf längere Sicht das bisherige Verfahren ablösen könnte.
Derzeit stehen in Hannover etwa 500 Altkleidercontainer. Um die finanziell lukrative Sammlung – Insider schätzen, dass das, was in jedem Monat in den Behältern landet, einen Verkaufswert von 50.000 Euro hat – tobt seit Ende vergangenen Jahres ein Streit. Die Stadt hatte den Sammelauftrag einem Firmenverbund entzogen und auf einen anderen übertragen. Ein Unternehmen, das nicht mehr zum Zuge gekommen war, weigert sich, seine Container zu entfernen. Derzeit läuft ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, das aber noch nicht entschieden ist.
„Fast alle Unternehmen, die derzeit sammeln, kümmern sich nicht um ethische oder ökologische Belange“, sagt Patrick Drenske, Bezirksratsmitglied der Grünen in Hannover-Nord. Hintergrund: Ein großer Teil der Gebrauchtkleidung und der Schuhe landet in Afrika. Unter den Folgen leidet die Textilproduktion vor Ort, lokale Kleidermärkte werden zerstört. Deshalb prangern internationale Organisationen wie Oxfam diesen Handel seit Langem an.
Drenske und seine Mitstreiter haben im Februar auf dem Klagesmarkt Altkleider gesammelt und sie jetzt dem Sozialkaufhaus Fairkauf in der Limburgstraße übergeben. „Wir können zwar nicht alles verkaufen, aber wir können die Sachen in die diakonische Kette geben“, sagt der Vorstandsvorsitzende Reinhold Fahlbusch. Gemeint ist damit das Spangenberg-Sozial-Werk, das eine Einrichtung der Diakonie ist und als eine Art Verteilerstelle für Altkleider funktioniert. „Wir unterstützen Sozialkaufhäuser oder Kleiderkammern in ganz Europa“, sagt Geschäftsführer Ulrich Müller. Das meiste würde gespendet, der Erlös aus den Restverkäufen in soziale Projekte gesteckt.
Die Umverteilung funktioniere, weil für fast alles an Kleidung, was irgendwo entsorgt würde, an einer anderen Ecke Bedarf herrsche. Fahlbusch und Müller glauben, dass das gesamte Altkleideraufkommen in der Stadt über Spangenberg gesammelt und verteilt werden könnte. Im Sinne der Grünen wäre dieses Vorgehen, weil dann die Lieferungen nach Afrika entfielen.
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