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Hannover fehlen Sozialwohnungen

Wohnungsbau Hannover fehlen Sozialwohnungen

Während die Nachfrage nach günstigem Wohnraum in den Ballungszentren steigt, hat die Zahl der öffentlich geförderten Sozialwohnungen in Deutschland einen neuen Tiefstand erreicht. Sozialverbände werfen auch der Stadt Hannover vor, den sozialen Wohnungsbau zu vernachlässigen.

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Nach der Statistik des Bundesbauministeriums ging die Zahl der Sozialwohnungen in ganz Niedersachsen im Vergleichszeitraum um 94 743 zurück, das ist ein Minus von 2,6 Prozent.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Hannover. Zuletzt wurden nur noch 1,48 Millionen Sozialwohnungen gezählt, damit sind binnen eines Jahres noch einmal 63 000 dringend benötigte Wohnungen vom Markt verschwunden. Das geht aus bisher unveröffentlichten Zahlen des Bundesbauministeriums hervor, die der HAZ vorliegen.

Die statistischen Zahlen stammen aus dem Jahr 2013, seither dürfte sich der Trend noch verschlechtert haben. Gerade in den Städten, wo billiger Wohnraum ohnehin knapp ist und jetzt zusätzlich viele Flüchtlinge untergebracht werden müssen, haben Menschen mit niedrigen Einkommen große Schwierigkeiten, Wohnungen zu finden. Von einem „Kahlschlag im sozialen Wohnungsbau“ spricht deshalb Caren Lay, stellvertretende Linksfraktionschefin im Bundestag, die die Bundesregierung in einer schriftlichen Anfrage um Auskunft gebeten hatte.

Das Problem gebe es auch in Hannover, sagt Karsten Klaus, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBH), der HAZ. Das liege an den fehlenden Fördergeldern. Sozialverbände werfen der Stadt vor, zu wenig Anstrengungen für den sozialen Wohnungsbau zu unternehmen. Pro Jahr würden in Hannover nur 100 Wohnungen mit Belegrechten geschaffen, es müssten nach Meinung der Verbände jedoch 400 Wohnungen sein. Nach den Zahlen des Bundesbauministeriums ging die Zahl der Sozialwohnungen in ganz Niedersachsen im Vergleichszeitraum um 94 743 zurück, das ist ein Minus von 2,6 Prozent. In anderen Bundesländern, vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, ist der Trend noch viel dramatischer.

Von den 500 Millionen Euro, die der Bund zur Verfügung stellt, hat Niedersachsen im vergangenen Jahr 40 Millionen Euro erhalten. Die Mittel reichten aber längst nicht aus, heißt es aus dem Sozialministerium. Auch für 2015 seien sie schon restlos ausgeschöpft.

Im kommenden Jahr will die Landesregierung daher neue Wege gehen: Unter anderem mit dem Fördergeld des Bundes sollen Kredite der landeseigenen N-Bank in Höhe von 400 Millionen Euro zinsfrei vergeben werden. Die Kredite werden in diesem Modell von Bauträgern beantragt und von der N-Bank gewährt, die Zinsen übernimmt das Land. Wenn das Modell aufgeht, könnten auf diese Weise 3600 Wohnungen jährlich finanziert werden.

Die CDU im Landtag lobt das Darlehensmodell als grundsätzlich richtig, glaubt aber, dass es den Bedarf nicht decken wird. Für den CDU-Sozialpolitiker Max Matthiesen erlebt Niedersachsen derzeit eine ähnlich starke Nachfrage wie in den Neunzigerjahren. Um die zu decken, müssten in Niedersachsen jährlich mindestens 5000 Sozialwohnungen geschaffen werden, erklärte Matthiesen.

Von Dieter Wonka und Heiko Randermann

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