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Aus der Stadt Spanisches Finale in Linden
Hannover Aus der Stadt Spanisches Finale in Linden
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00:21 26.05.2014
Von Tobias Morchner
Wer holt sich heute den Pott? Isabel Leon und Paco Lorenzo (links) hoffen auf Atlético, Nuno Mendes, Jorge Delgado und Danaila Navarro-Leon sind für Real Madrid. Surrey Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Wenn doch bloß dieses Finale nicht wäre. Eigentlich wären die Fußballfans Isabel Leon und Jorge Delgado aus dem Ahrbergviertel gedanklich längst im WM-Modus, wenn sich heute Abend nicht ihre beiden Lieblingsklubs im Endspiel der Champions League gegenüberstünden. „Es ist fast nicht auszuhalten, so aufgeregt bin ich jetzt schon“, sagt die 44-jährige Isabel.

Das Aufeinandertreffen von Atlético und Real Madrid im Lissabonner Estádio da Luz (Stadion des Lichts) spaltet seit Wochen die große spanische Gemeinde in Linden. In den Familien, den Kneipen und Gaststätten und bei der Arbeit - überall sticheln die Fans des einen Klubs gegen die Anhänger des anderen. Immerhin stehen sich zum ersten Mal in der Geschichte des Landesmeisterpokals zwei Klubs aus derselben Stadt im Endspiel gegenüber. Die meisten hoffen, dass Real mit seinen Superstars Cristiano Ronaldo und Gareth Bale den begehrten Titel zum zehnten Mal holen wird. Eine Minderheit drückt jedoch dem spanischen Überraschungsmeister Atlético die Daumen. Doch die Fans des Außenseiters im Ahrbergviertel bekommen tatkräftige Unterstützung: „Alle Anhänger des FC Barcelona sind beim Finale auf unserer Seite - weil sie der Mannschaft von Real den Sieg schon aus Prinzip nicht gönnen“, sagt Isabel Leon.

Als Atlético-Anhängerin hat sie innerhalb ihrer Familie einen schweren Stand, denn die meisten Verwandten sind glühende Real-Fans. Auch ihre Nichte Danaila, mit der sie gemeinsam das Finale im galizischen Kulturverein „Centro Galego“, dem Herz des Viertels, anschauen wird. „Sie belächelt mich schon, wenn ich nur das rot-weiße Atlético-Trikot anziehe“, sagt Leon. Die Vereinsfarben haben den Fans des Klubs auch einen ungewöhnlichen Spitznamen beschert. Sie werden „Los Colchoneros“ gerufen, was so viel heißt wie „Die Matratzenmacher“. „Nach dem Krieg war die meistverkaufte Schlafunterlage in Spanien rot-weiß gestreift, so wie die Vereinsfarben des Klubs“, sagt Real-Fan Jorge Delgado. Doch auch die Fans von Real müssen sich Schmähungen gefallen lassen. Sie werden von ihren Kontrahenten „Los Vikingos“ (die Wikinger) genannt. „Das stammt noch aus der Zeit, als Real angefangen hat, massiv Spieler aus dem Ausland wie Paul Breitner oder Günter Netzer zu verpflichten“, sagt Delgado. Vor allem aber ist Atlético gegen Real das Spiel des Arbeiterklubs gegen die „Königlichen“, und auch ein bisschen David gegen Goliath.

Geht Delgados Prognose von 4:0 für Real in Erfüllung, kann sich der Stadtteil auf eine Partynacht gefasst machen. „Es gibt eine kleine Tradition bei uns: wir gehen nach Siegen immer zum Lindener Marktplatz, hängen der Figur am Brunnen einen Real-Madrid-Schal um und feiern bis in den Morgen“, sagt Delgado. Isabel Leon kann noch nicht sagen, wie sie einen Sieg ihrer Mannschaft begehen wird. „Vielleicht feiern wir alle gemeinsam - so, wie wir es auch bei der WM machen werden. Denn dabei zählen die alten Rivalitäten nicht mehr.“

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