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Spar- und Bauverein will Häuser in Hannover abreißen

Neuer Plan Spar- und Bauverein will Häuser in Hannover abreißen

Erstmals denkt ein großes hannoversches Wohnungsbauunternehmen über den Abriss von Wohnhäusern nach – um am gleichen Standort anschließend moderne Häuser mit Mietwohnungen zu bauen.

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Service am Jahnplatz: Der Pavillon ist der Anlaufpunkt für die Mieter der rund 3000 Wohnungen, die der Spar- und Bauverein im Stadtteil Vahrenwald vermietet.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Das hat der kaufmännische Vorstand des Spar- und Bauvereins, Reiner Fulst, am Dienstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz gesagt. „Wenn die Bausubstanz nicht mehr gut ist, ist das ein möglicher Weg“, sagte Fulst.

Denn das 126 Jahre alte Traditionsunternehmen plagt ein großes Problem: Jedes Jahr sollen durchschnittlich 60 neue Wohnungen in Hannover zu den knapp 8000 des Vereins hinzukommen, allerdings sei attraktives Bauland knapp oder zu teuer. „Die Preisvorstellungen der Eigentümer und der Marktpreis liegen oft weit auseinander“, berichtete der Vorstand.

In den kommenden Jahren sollen vor allem seniorengerechte Wohnungen und Häuser für Familien mit Kindern entstehen. „Das haben wir bisher deutlich vernachlässigt“, meinte Fulst. In den kommenden neun Jahren würden in Hannover nach Angaben von Fulst 15.000 neue Wohnungen benötigt.

Die Bilanzsumme der Genossenschaft ist im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent auf 298 Millionen Euro gestiegen, der Gewinn betrug zwei Millionen Euro, berichtete Finanzvorstand Udo Frommann. Am Spar- und Bauverein sind mehr als 23.000 Genossenschaftler beteiligt, sie erhielten im vergangenen Jahr eine Dividende von vier Prozent. Die Wohnungen sind begehrt, Wartelisten von 100 Interessenten seien keine Seltenheit, meinte Fulst. Nach seinen Angaben liegen die Mieten seiner Genossenschaft um einen halben bis zu einem Euro unter den Vergleichsmieten.

Man sei eben nicht nur hinter dem Geld der Mieter her, wie einige der anderen Unternehmen. „Wir achten auf die Leute, die bei uns wohnen“, sagte Fulst. Wenn beispielsweise eine Mieterin keinen Platz für ihren Rollator im engen Hausflur habe, werde vor dem Haus eine Garage für das Gerät gebaut, berichtete er. In einigen Wohnquartieren fahren Mitarbeiter der Genossenschaft ältere Menschen kostenlos zum Arzt oder gießen die Blumen.

Die große Zufriedenheit der Mieter dokumentiere sich durch die Leerstandsquote von 1,4 Prozent (im Vergleich zu 2009 mit 1,7 Prozent) und die Mieterfluktuation von 670 Kündigungen, im Vorjahr waren es noch 700 Kündigungen.
Das sich in Hannover Gettos bilden könnten, wie es andere Wohnungsbauunternehmen befürchten, sorgt Fulst nicht. „Man muss immer schauen, wer in ein Haus passt und wer nicht“, sagte er. Nötig sei aber die Zusammenarbeit aller Wohnungsunternehmen, und das funktioniere nicht reibungslos.

Die Investitionen in die Immobilien der Genossenschaft werden zukünftig ausschließlich durch die Spareinlagen der 23.000 Genossenschaftsmitglieder und über Fördermittel finanziert, kündigte der Vorstand am Dienstag an. Insgesamt konnte der Spar- und Bauverein von der Finanzkrise profitieren. Die, die zuvor andere Anlagenformen gesucht hätten, seien mit dem Geld wiedergekommen. „Einige kamen hier mit Köfferchen an“, berichtete Fulst. Insgesamt sind bei der Genossenschaft 170 Millionen Euro zum Sparen angelegt. Meist gehe es um den „Notgroschen“, den vertrauten die Leute der Genossenschaft gern an. Das Geld werde nicht in anderen Immobilienfirmen oder beispielsweise in Aktien angelegt. Die Leute könnten hier in Hannover eben die Sicherheit für ihr Geld sehen: in den 1000 Mehrfamilienhäusern.

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