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Aus der Stadt Sparkasse Hannover streicht 200 Stellen
Hannover Aus der Stadt Sparkasse Hannover streicht 200 Stellen
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06:31 06.10.2016
Bei einer Versammlung in der Swiss-Life-Hall werden rund 1000 Sparkassen-Mitarbeiter über ihre Zukunft informiert. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Erforderlich seien die Einschnitte wegen deutlich rückläufiger Zinserträge und der zunehmende Konkurrenz durch Internet-Banken. Betriebsbedingte Kündigungen solle es nicht geben. Stattdessen will die Sparkasse die Zahl der Mitarbeiter etwa über Vorruhestandsangebote und Abfindungen reduzieren.

Mit dem Personalabbau verbunden ist auch eine Verringerung der Filialstandorte in der Region Hannover: 19 der zurzeit 119 Filialen in Stadt und Umland sollen dem Vernehmen nach geschlossen werden. Weitere 14 werden in sogenannte SB-Standorte umgewandelt, in denen keine Mitarbeiter mehr vor Ort sind. Über entsprechende Pläne hatte die HAZ zuvor berichtet.

Die Mitarbeiter der Sparkasse wurden Mittwoch von Vorstandschef Heinrich Jagau bei einer Personalversammlung über die Zukunftspläne des Instituts informiert. Nach Auskunft von Teilnehmern waren rund 1200 Beschäftigte in die Swiss-Life-Hall gekommen, die eigens gemietet worden war. Auch Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD), der Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse Hannover ist, soll vor den Mitarbeitern gesprochen haben. Bereits am Dienstag waren Informationen über die geplanten Einschnitte bei der Sparkasse bekannt geworden.

Wie zu erfahren war, hat der Sparkassen-Vorstand ein striktes Sparziel vorgegeben. Demnach soll der Personalaufwand um 19 Millionen Euro verringert werden. Allein 125 Arbeitsplätze sollten im Vertrieb wegfallen, hieß es.

Angeblich war zunächst geplant, bis zu 300 Stellen zu streichen. Wie Teilnehmer der Personalversammlung berichten, hat der Sparkassenvorstand aber zugesichert, die aktuelle Zielzahl von 200 Stellen nicht zu überschreiten. Der Stellenabbau solle mit „sozialverträglichen Lösungen“ erreicht werden – etwa mit Abfindungsangeboten. Im Gespräch ist auch, dass Mitarbeiter ihre Arbeitszeit von 39 auf 37,5 Stunden verringern, mit entsprechenden Gehaltseinbußen.

Die Zahl der Vollzeitstellen bei der Sparkasse Hannover lag Ende 2015 bei 1774; inklusive Teilzeitjobs entspricht dies 2100 Beschäftigten. Bereits im Jahr 2014 hatte der Vorstand sich mit den Arbeitnehmervertretern auf den Abbau von 200 Vollzeitstellen verständigt und Entlassungen bis zum Jahr 2019 ausgeschlossen.

Die aktuellen Sparpläne trafen die Mitarbeiter offenbar nicht gänzlich unvorbereitet. Es habe immer wieder Gerüchte gegeben, dass noch mehr Stellen gestrichen werden sollen, hieß es aus Mitarbeiterkreisen. Die Zahl von weiteren 200 Jobs wurde aber erst Mittwoch konkret. Entsprechend gedrückt soll die Stimmung bei der Versammlung gewesen sein.

Details zu den Plänen will der Vorstand Donnerstag bei einer Pressekonferenz vorstellen. Dann soll auch konkretisiert werden, wie sich das Filialnetz verändern wird. Neben Standortschließungen und neuen SB-Filialen gehören dem Vernehmen nach kürzere Öffnungszeiten dazu. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Sparkasse sieben Filialen in Hannover geschlossen und die Öffnungszeiten an 15 Standorten im Umland reduziert.

Mit Abstand Marktführer in der Region

Die Sparkasse Hannover ist, gemessen an ihrer Bilanzsumme von zuletzt knapp 14 Milliarden Euro, die sechstgrößte deutsche Sparkasse – hinter Hamburg, zwei Instituten in Köln, Frankfurt und München. Sie kann ihre frei verfügbaren Kundeneinlagen von mehr als 10 Milliarden Euro dank der guten Wirtschaftsstruktur in der Region Hannover praktisch komplett wieder als Kredite an die Kundschaft weiterreichen. Dies zahlt sich jetzt aus, weil die Banken Kundengelder nicht mehr gewinnbringend am Kapitalmarkt anlegen können. Obwohl der Zinsgewinn schrumpft, konnte die Sparkasse Hannover im vergangenen Jahr ihren Vorsteuergewinn um mehr als 30 Prozent auf gut 52 Millionen Euro steigern. Dies lag allerdings nur daran, dass sie in großem Umfang Rückstellungen aufgelöst hat. Mit insgesamt mehr als 700 000 Kunden ist sie in der Region mit Abstand Marktführer. Allerdings hat die Sparkasse eingeräumt, dass wegen einer Gebührenerhöhung für Girokonten in jüngster Zeit etliche Kunden abgesprungen sind.

Erst im vergangenen Jahr hatte das Institut mehrere Zweigstellen geschlossen und die Öffnungszeiten reduziert. Schon 2014 hatte sich der Vorstand zudem mit den Arbeitnehmervertretern auf den Abbau von 200 Vollzeitstellen verständigt, wobei Entlassungen bis 2019 ausgeschlossen wurden.

Von Juliane Kaune

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