Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Sparkassenverband wird 125 Jahre alt
Hannover Aus der Stadt Sparkassenverband wird 125 Jahre alt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:26 21.02.2012
Von Simon Benne
1922 bezog der Sparkassenverband das Hansa-Haus am Aegi. Quelle: Historisches Museum
Hannover

Wenn’s ums Geld geht, schlägt der Lauf der Geschichte oft besonders spektakuläre Haken: So stand anno 1887 ausgerechnet an der Wiege des ehrwürdigen, stets auf Solidität und Nachhaltigkeit bedachten Sparkassenverbandes Niedersachsen ein veritabler Betrüger Pate. In Verden hatte Sparkassendirektor Ernst Voß die stolze Summe von 2,7 Millionen Mark veruntreut und das Geld in vier Rittergüter investiert. Er hoffte, diese gewinnbringend wieder verkaufen zu können. Doch der Mann, der selbst einen Hang zum luxuriösen Leben pflegte, hatte sich verkalkuliert. Lange narrte der clevere Voß die staatlichen Kontrollbeamten, doch dann „brach das ganze Lug- und Truggebäude zusammen“, wie eine Untersuchungskommission nicht ohne Genugtuung feststellte.

Bald darauf, am 7. Oktober 1887, versammelte sich in Kastens Hotel in Hannover ein Kreis honoriger Vertreter von 77 Geldinstituten, um den „Hannoverschen Sparkassenverband“ aus der Taufe zu heben. Dieser sollte vor allem den eigenen Mitarbeitern auf die Finger gucken – bei der Kassenprüfung. Zum Vorsteher wurde der Mühlenbesitzer Wilhelm Cord Müller bestimmt, der  versprach, „Unordnungen und Unregelmäßigkeiten, wie sie ja bedauerlicher Weise in den letzten Jahren bei einzelnen Sparkassen vorgekommen sind“, Einhalt zu gebieten. Damals war die Verbandsgründung ein weitsichtiger Schritt: Früher als anderswo erkannten die Hannoveraner, dass so ein Zusammenschluss Kräfte bündeln konnte. Freilich musste der Revisor die Akten anfangs noch in seiner Privatwohnung stapeln. Wirklich repräsentative Räume bezog der Verband erst 1922 im Hansa-Haus am Aegi.

Der Sparkassenverband Niedersachsen wird 125 Jahre alt. Für die Feier des Jubiläums hat sich der Verband etwas unkonventionelles überlegt: Ein interaktives Geschichtsportal fürs Web.

In diesem Jahr wird der heutige Sparkassenverband Niedersachsen, der vier Millionen Kunden zählt, 125 Jahre alt – und feiert sein Jubiläum auf unkonventionelle Weise. „Das ganze ist ein Experiment“, sagt Verbandspräsident Thomas Mang. „Normalerweise werden ja bei solchen Gelegenheiten 400-seitige Festschriften vorgestellt, die dann im Schrank verschwinden.“ Sein Verband hingegen hat am Montag ein Onlineportal freigeschaltet. Auf www.sparkassengeschichten.de haben einerseits professionelle Historiker die Geschichte von Niedersachsens Sparkassen aufgearbeitet. Andererseits können hier aber auch alle Nutzer  Bilder und Geschichten einstellen; Erlebnisse aus der Filiale vor der eigenen Haustür, Erinnerungen an die Währungsreform oder Dokumente aus der Inflationszeit. Im Netz soll so zum Verbandsjubiläum nicht nur ein elektronisches Archiv entstehen, das sich ständig fortschreiben lässt, sondern auch eine kurzweilige Anekdotensammlung.

Die Seite erinnert zum Beispiel an die kuriose Drive-in-Sparkasse, die es in den achtziger Jahren in Wunstorf gab: Dort konnten Kunden im Auto an einem Schalter vorfahren, um ihre Überweisungen abzugeben. Und natürlich darf die Story von Paula nicht fehlen. Die Kuh war 2004 in Wunstorf ausgebüxt und stracks in die örtliche Sparkasse marschiert. Eine Videokamera hielt jene denkwürdigen Minuten fest, in denen Paula etwas ratlos zwischen Schreibtischen und Rechnern hin- und hertrottete – als vielleicht ungewöhnlichste Sparkassenbesucherin der vergangenen 125 Jahre.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

96-Torwart Ron-Robert Zieler hat am Montagabend den „Narrenotto“ der Lindener Karnevalisten bekommen. Der gebürtige Kölner wurde zugleich für die jüngsten Erfolge seiner Mannschaft gefeiert.

Stefanie Kaune 20.02.2012

Obwohl Wohnungslose für die Unterbringung in Obdachunterkünften Gebühren zahlen müssen, lassen sich diese Einrichtungen nicht kostendeckend betreiben. Die Verwaltung hat errechnet, dass der Zuschussbedarf für dieses Jahr 2,146 Millionen Euro betragen wird.

Veronika Thomas 20.02.2012

Nach der Messerattacke auf einen 25-Jährigen am Sonntagmorgen im Steintor haben die Wirte der Partymeile die Arbeit der Polizei scharf kritisiert. Die Beamten würden, so heißt es in einer Stellungnahme, zu wenig präventiv arbeiten, um Konflikte bereits im Keim zu ersticken.

Tobias Morchner 20.02.2012