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Soziale Einrichtungen geraten in Not

Sparkurs Soziale Einrichtungen geraten in Not

Die Folgen des Sparkurses bei den Jobcentern bekommen jetzt auch soziale Einrichtungen zu spüren, die sich um Integration von Hartz-IV-Empfängern in den Arbeitsmarkt bemühen. Vor knapp zwei Wochen wurde bekannt gegeben, dass es im Etat Millioneneinsparungen geben wird. 

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Im Verkaufsraum des Stöber-Treffs im Sahlkamp. 

Quelle: Tobias Kleinschmidt

Hannover. „Für uns ist das auf Dauer existenzbedrohend“, sagt Astrid Schubert, Geschäftsführerin im Werkstatt-Treff Mecklenheide (WTM) in Hainholz. Als erste Maßnahme muss sie im Sommer vier von insgesamt neun Sozialarbeitern entlassen.

Den Werkstatt-Treff gibt es als eingetragenen Verein seit 1984. Ziel ist es, langzeitarbeitslose Menschen individuell zu fördern - vor allem solche, für die die Arbeitsverwaltung die Bezeichnung „Menschen mit multiplen Vermittlungshemmnissen“ erfunden hat. Dazu zählen Behinderungen, Krankheiten, Suchtprobleme oder Obdachlosigkeit.

Beim Werkstatt-Treff mit seinen 20 Mitarbeitern geschieht die Förderung über Arbeitsgelegenheiten, besser bekannt unter der Bezeichnung Ein-Euro-Jobs. Er unterhält dafür unter der Bezeichnung Stöber-Treff vier Sozialkaufhäuser. Es gibt Werkstätten, außerdem bieten die Hainhölzer Umzüge und Gartenarbeiten an. Derzeit sind mehr als 100 Männer und Frauen in öffentlich geförderten Ein-Euro-Jobs beschäftigt.

Vor knapp zwei Wochen hatten Jobcenter-Geschäftsführer Michael Stier und der Sozialdezernent der Region, Erwin Jordan, bekannt gegeben, dass es im Etat Millioneneinsparungen geben wird. Zum einen sind die Zuschüsse vom Ministerium um 7,5 Millionen Euro gesunken, zum anderen muss das Jobcenter 23 Millionen Euro aus dem Topf für die Förderprogramme nehmen, um seine Kosten für Personal und Mieten zu decken. Stier und Jordan haben dies kritisiert, weil sie neue Probleme bei der Vermittlung von Hartz-IV-Empfängern in Arbeit befürchten. „Dabei gibt es Erfolge nicht zum Nulltarif“, hatte Stier erklärt.

Beim WTM sieht man diese Probleme schon aufziehen. „Wir können die Beschäftigten nicht mehr im bisherigen Umfang betreuen“, sagt Alina Knorr vom Team Soziale Arbeit. Die Zahl der angebotenen Ein-Euro-Jobs werde sinken. „Außerdem brechen uns wegen geänderter Richtlinien Einnahmemöglichkeiten weg“, sagt Schubert. Beides zusammen werde der WTM auf Dauer nicht verkraften.

Der WTM ist nicht der einzige Anbieter von Ein-Euro-Jobs in Hannover; auch die Stadt selbst zählt mit ihrem Stützpunkt in der Kleefelder Hölderlinstraße dazu. Am kommenden Montag wollen sich die Träger sozialer Einrichtungen zusammensetzen und beraten, was zu tun ist.

WTM-Geschäftsführerin Schubert hat schon Ideen und diese in einem Brief an Politiker aufgeschrieben. Generell, fordert sie, müsse der Bund das Verwaltungsbudget für die Jobcenter so aufstocken, dass diese dafür nicht länger in die Fördertöpfe für die Hartz-IV-Empfänger langen.

Das deckt sich mit den Ansichten von Stier und Jordan. Außerdem dürfe speziell im Bereich der Ein-Euro-Jobs nicht gekürzt werden, „sonst gibt es ein Trägersterben und damit weniger Möglichkeiten für Langezeitarbeitslose“, warnt Schubert.

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