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Aus der Stadt Spielemacher aus Hannover schaffen Durchbruch
Hannover Aus der Stadt Spielemacher aus Hannover schaffen Durchbruch
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20:16 04.03.2016
Das Entwicklerteam bei der GamesCon (von links): Jan Binsmaier, Florian Emmerich, Seçkin Ölmez, Myriel Balzer und Helge Balzer. Es fehlt: Philipp Braun.  Quelle: privat
Hannover

Mehr als 125 Millionen Menschen nutzen den digitalen Verkaufsservice und können das Abenteuerspiel aus Hannover ab sofort mit wenigen Mausklicks kaufen und herunterladen. Das Spiel ist außerdem beim Online-Händler Amazon und in Fachgeschäften erhältlich. Das ist nicht nur angesichts der Tatsache, dass das Ganze als reines Freizeitprojekt startete, ziemlich beachtlich.

Für Ölmez geht damit ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Seit 2010 hat er an seinem Spiel „Heaven’s Hope“ gearbeitet. Das Abenteuerspiel ist eine Hommage an Genreklassiker wie „Monkey Island“ oder „Maniac Mansion“, die vor mehr als 25 Jahren eine ganze Generation von Computerspielern prägten. „Ich wollte das Genre wieder ein bisschen ins Rollen bringen“, beschreibt der 41-Jährige seine Motivation, „und ich wollte ein Abenteuerspiel machen, wie ich es selbst gern spielen würde.“

Am Anfang stand er ganz allein mit seiner Idee. Nach und nach wuchs das Entwicklerteam namens „Mosaic Mask Studio“ und damit auch das Projekt. Sein Hauptquartier hat das Studio in Hannover aufgeschlagen. „Die Mitarbeiter sitzen aber alle zu Hause“, berichtet Ölmez. Das vierköpfige Kernteam ist über ganz Deutschland verstreut.

Obwohl es während der fünfeinhalb Jahre Produktionsdauer auch viele Durststrecken gegeben habe, blieb Ölmez am Ball. Zeitgleich ging der gebürtige Hildesheimer seinem Hauptberuf in der IT-Branche weiterhin nach, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und sein Freizeitprojekt zu finanzieren.

Seit 2010 hat das unabhängige Entwicklerteam aus Hannover an dem Spiel „Heaven’s Hope“ gearbeitet. Das Abenteuerspiel ist eine Hommage an Genreklassiker wie „Monkey Island“ oder „Maniac Mansion“, die vor mehr als 25 Jahren eine ganze Generation von Computerspielern prägten.

„Ein Computerspiel kostet unheimlich viel Geld in der Produktion“, weiß Ölmez. Erst 2012 bei der GamesCon, der wichtigsten deutschen Computerspielmesse, konnte das Entwicklerteam einen finanzstarken Unterstützer finden. Als Vertriebspartner stieg die Firma EuroVideo Medien in das Projekt ein, ein Tochterunternehmen der Bavaria Film GmbH. Dadurch konnten auch externe Künstler wie etwa ein Komponist und ein Animationsstudio sowie die vollständige Vertonung in deutscher und englischer Sprache bezahlt werden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, die ersten Rezensionen sind durchweg positiv. Die Tester loben vor allem die liebevollen Grafiken, den Humor und die ungewöhnliche Geschichte. Einige technische Mängel und das manchmal etwas träge Tempo des Spiels halten sie für verzeihliche Schwächen, die den Spielspaß nicht vermiesen. Laut Ölmez beträgt die Spieldauer etwa 12 bis 16 Stunden.

„Heaven’s Hope“ von Mosaic Mask Studio ist seit 26. Februar als „Special Edition“ für 19.99 Euro überall erhältlich. Das Spiel benötigt mindestens Windows 7, hat relativ geringe Hardware-Anforderungen und ist ab sechs Jahren freigegeben. Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Seite des Spiels: heavenshope-game.de

Der Spieler steuert Engelsanwärter Talorel, der kurz vor seiner Abschlussprüfung aus dem Himmel fällt und im England des 19. Jahrhunderts landet. Im Dörfchen Heaven’s Hope trifft der Held auf schrullige Einwohner und die Inquisition. Hier muss der Spieler viele Rätsel lösen, um die Hauptfigur rechtzeitig zurück zur Engelsprüfung in den Himmel bringen.

Wenn sich „Heaven’s Hope“ gut verkauft, könnte das hannoversche Entwicklerstudio zukünftig weitere Großprojekte in Angriff nehmen. Ölmez und seine Kollegen tüfteln bereits an einem rundenbasierten Strategiespiel, das allerdings noch komplett überarbeitet werden soll. Bei Amazon gingen für „Heaven’s Hope“ schon zahlreiche Vorbestellungen ein. Wichtiger sind aber die Verkaufszahlen bei der Online-Plattform Steam, dem weltweit wichtigsten Vertriebsmedium für PC-Spiele. „Steam ist extrem überlaufen, aber wenn du verkaufen willst, musst du da rein“, weiß Ölmez, „der klassische Ladenverkauf für Computerspiele ist tot.“

Von Christian Link

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