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Spitzenforscher stellen ihre Arbeit vor

Niedersächsischer Forschungstag Spitzenforscher stellen ihre Arbeit vor

Wissenschaft kann jeden begeistern und muss keineswegs abgehoben sein. Mit diesem Anspruch präsentieren sich am Sonnabend beim "Flux"-Wissenschaftstag etliche Uni- und Hochschulinstitute im Schloss Herrenhausen 3500 Besuchern. 

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Quelle: dpa

Hannover. Unter den Wissenschaftlern finden sich Spitzenforscher wie der Physiker Karsten Danzmann, weltweit gefeiert für seine Arbeiten zu Gravitationswellen, und der Mediziner Prof. Axel Haverich, der durch seine Forschungen zur regenerativen Medizin ("Rebirth"-Projekt) Aufsehen erregte. Organisiert hat das Wissenschaftsfestival mit dem Namen "Flux" die Volkswagenstiftung zusammen mit dem Niedersächsischen Wissenschaftsministerium. "Das ist hier keine Leistungsschau der Wissenschaften, sondern Forscher und Publikum sollen in einen Dialog treten", sagt der Generalsekretär der Stiftung, Wilhelm Krull.

Beim niedersächsischen Forschungstag "Flux" zeigen Wissenschaftler ihre aktuellen Forschungsprojekte.

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Damit auch Kinder einen Zugang zu komplizierten Themen finden, haben die "Flux"-Macher bekannte Fernsehmoderatoren eingeladen. Shary Reeves ("Wissen macht Ah!") moderiert die Vortragsreihe, die Kika-Moderatoren Checker Can und Checker Tobi erklären naturwissenschaftliche Experimente.

Tatsächlich haben etliche Familien den Weg nach Herrenhausen gefunden. "Physik und Chemie sind meine Lieblingsfächer", sagt der 15-jährige Bjarne, der mit seinem Vater gekommen ist. Am Stand des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik steckt er sich gleich einen dargebotenen Erdnussflip in den Mund, der aber in diesem Fall aus Algen und Maismehl besteht."Wir forschen nach alternativen Proteinquellen", sagt Lebensmittelforscher  Clemens Hollah. Algen scheinen nicht nur gesund zu sein, sondern auch zu schmecken. "Besser als die normalen Flips", sagt Bjarne.

Am Stand des Instituts für Technische Chemie der Leibniz Uni zeigt Forscherin Janina Bahnemann, was mit einem 3-D-Drucker  alles angestellt werden kann. "Zahnersatz aus dem Drucker ist in den USA schon verbreitet. Auch Herzklappen können wir  herstellen", sagt sie. In der Zukunft dürften sogar  künstliche Herzen aus dem Drucker kommen. Bunt beleuchtet sind die Drucker-Exponate in der Vitrine, ein Anziehungspunkt für Kinder wie die 15-jährige Maira. "Aber eigentlich bin ich vor allem wegen Herrn Danzmann gekommen", sagt sie.

Der Vortrag von Gravitations-Physiker Danzmann zählt zu den Höhepunkten der Wissenschaftsshow. Das Auditorium im Untergeschoss ist voll besetzt, Jugendliche mit bunt gefärbten Haaren, ältere Damen und Kinder lümmeln sich auf den breiten Drehstühlen. Danzmann erzählt er im Plauderton über Themen, die die Vorstellungskraft auf eine harte Probe stellen:  Schwarze Löcher, die Räume krümmen, Messinstrumente, die Abweichungen von einem Tausendstel eines Protons registrieren, und Zeit, die an verschiedenen Orten unterschiedlich ist. "Wir haben Wissenschaftsgeschichte geschrieben", sagt er und meint, dass in seinem Institut im Jahr 2014 zum ersten Mal Gravitationswellen gemessen wurden, eine Art raumzeitliches Nachbeben kollidierender Schwarzer Löcher. Der Ausfall der Tonanlage bringt ihn nicht aus dem Konzept. So sei das eben in der Experimentalphysik, sagt Danzmann grinsend. Die Geräusche von zusammenstürzenden Schwarzen Löchern, mit denen sein Powerpoint-Vortrag eigentlich unterlegt war, ahmt Danzmann mit dem Mund nach. "Uuuuuuiit, so klingt das", sagt er.

Später haben Zuhörer die Gelegenheit, Danzmann in lockerer Runde bei einem Kaffee weitere Fragen zu stellen. "Wenn Zeit und Raum relativ sind, wie können Wissenschaftler dann sagen, dass das Universum etwa 13,8 Milliarden Jahre alt ist?", fragt die 16-jährige Jette. Danzmann erwidert, dass die Zahl nur für uns und unseren Standpunkt im Universum gilt. "Wer sich woanders befindet, kommt auf eine andere Zahl", sagt der Physiker. Jette ist mit der Antwort zufrieden. Nach dem Abitur wolle sie unbedingt Physik studieren, sagt sie.

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