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Sprachlehrer fordern bessere Bezahlung

Schlechte Arbeitsbedingungen Sprachlehrer fordern bessere Bezahlung

Leben können die Sprachlehrer in der Erwachsenenbildung von ihrem Job kaum, selbst wenn sie Vollzeit arbeiten. Rund 50 Integrationskursleiter aus Hannover haben nun das „Aktionsbündnis Deutsch als Fremdsprache“ ­gegründet, das für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen will. 

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Sprachlehrer wollen für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. 

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Sie haben einen Hochschulabschluss, helfen erwachsenen Migranten beim Einstieg in den deutschen Alltag, indem sie ihnen nicht nur die deutsche Sprache beibringen, sondern Formulare übersetzen, Bewerbungen korrigieren oder sie einfach nur mal trösten. Doch Leben können sie von ihrem Job kaum.  

„Die meisten haben Honorarverträge, Festanstellungen sind selten“, sagt Artur Sieg, Dozent beim Bildungsverein Soziales Lernen und Kommunikation in der List. Selbst, wer 30  Stunden in der Woche unterrichte, nicht eingerechnet die Vor- und Nachbereitung der Stunden, verdiene am Ende oft nur zwischen 1000 und 1300 Euro netto monatlich. Der Bruttostundenlohn liegt bei rund 25 Euro. Viele müssten mit Harz IV aufstocken, um überhaupt über die Runden zu kommen.

Sieg hat jetzt mit rund 50 Integrationskursleitern in Hannover das „Aktionsbündnis Deutsch als Fremdsprache“ ­gegründet, das für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen will. Da die Kursleiter selbstständig seien, hätten sie keinen Verdienst im Krankheitsfall oder im Urlaub, betont Dozentin Martina Otte, die ebenfalls beim Bildungsverein arbeitet. Rentenversicherungspflichtig seien sie trotzdem, sagt Sieg – anders als andere Freiberufler. Viele Dozenten hätten vormittags bis 13 Uhr einen fünfstündigen Sprachkurs und dann nachmittags ab 17 Uhr wieder. Sie arbeiteten quasi in zwei Schichten an einem Tag.

Ehrenamtliche können Arbeit der Sprachlehrer nicht ersetzen

Deutschunterricht für Au-pairs, angehende Studenten, Manager aus Indien oder den USA, die für Großkonzerne in Hannover arbeiteten, Ärzte, aber auch für traumatisierte Flüchtlinge, die weder lesen noch schreiben könnten, sei keine Sache, die Ehrenamtliche nebenbei leisten könnten. Stattdessen benötige man dafür eine spezielle Ausbildung, sagt Cornelia Trabandt, die seit mehr als 30 Jahren Dozentin ist. Das Engagement der Ehrenamtlichen sei toll, sagen die Profis, ihre Arbeit könne dies aber nicht ersetzen.

Christiane Kusz berichtet von einem Besuch mit ihren Schülern in der Bücherei, als eine ältere Dame sie ansprach und sagte: „Schön, dass Sie das als Hausfrau mit den Flüchtlingen machen.“ Als sie erwiderte, dass sie keine Hausfrau sei, sondern Sprachunterricht ihr Beruf, mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdiene, habe sie verständnislose Blicke geerntet. „Es geht uns auch um Wertschätzung“, sagt Gudrun Bartel. Ausdrücklich richten die Dozenten ihre Forderung an die Politik, nicht an die Träger der Erwachsenenbildung wie die Volkshochschule oder der Bildungsverein. Trotz der schlechten Bezahlung – ihren Beruf würden alle wieder wählen. Er sei eine Herzenssache.     

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