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Aus der Stadt Von der Deutschklasse in die Ausbildung
Hannover Aus der Stadt Von der Deutschklasse in die Ausbildung
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17:58 04.07.2018
Wiedersehen eim Sommerfest: Schulleiterin Sabine Sahling (Zweite von rechts) mit ehemaligen Sprachlernschülern und Lehrerinnen. Quelle: Saskia Döhner
Hannover

Vor gut zweieinhalb Jahren ist Wildan aus dem Irak nach Hannover gekommen. Sie gehört zu den ersten Sprachlernschülern in der Sprintklasse der Alice-Salomon-Schule in Kleefeld, hat auch noch ein Jahr „Sprint dual“ drangehängt. In dieser Zeit macht sie drei Tage pro Woche Praktikum in einem Betrieb und hat zwei Tage Unterricht in der Schule. Nun hat die 20-Jährige schon fast ein Jahr Ausbildung als Zahnarzthelferin hinter sich. „Ich bin angekommen“, sagt sie in akzentfreiem Deutsch.

Beim diesjährigen Sport- und Gesundheitstages in der Berufsbildenden Schule hat sie einige ehemalige Sprachlernschüler wiedergetroffen. Da ist zum Beispiel Olaa (20) aus Syrien, die seit drei Jahren in Deutschland lebt und sich zur sozialpädagogischen Assistentin ausbilden lässt. Sie möchte gern mit Kindern zusammenarbeiten, ein Praktikum in einer Krippe hat sie schon hinter sich. Jetzt folgt der Praxistest in einem Kindergarten. Beim Gesundheitstag gab es für die 900 Schüler und 150 Lehrer mehr als 50 ganz unterschiedliche Angebote – vom Pony-Reiten bis zum Wasserskifahren am Blauen See in Garbsen, und beim Grillen im Schulgarten blieb auch Zeit für Gespräche.

An der Alice-Salomon-Schule sind die Flüchtlinge gut aufgenommen worden.

Viele Flüchtlinge machen jetzt eine Lehre

Emad (27) aus Syrien will orthopädischer Schuhmacher werden, seit einem Jahr ist auch er in der Ausbildung. Die lateinischen Fachbegriffe seien mitunter ganz schön schwierig, sagt er schmunzelnd. Aliyeh (19) stammt aus Afghanistan und macht eine Ausbildung zur Parkettlegerin. „Ich wollte etwas mit meinen Händen machen“, sagt sie. Sie sei die einzige Frau unter lauter Männern. Gerade bei den Kundinnen komme das gut an, sie habe einen besseren Blick für die Feinarbeit, erzählt sie lachend,

Sprachlehrerin Monika Pabsch ist vom Konzept der Sprint- und der noch mehr aus Ausbildung ausgerichteten Sprint dual-Klasse angetan. Besonders wichtig seien die Prozessbegleiter, die für die Flüchtlinge enge Ansprechpartner seien. Auch Sprachlehrerin Teresa Skubowius lobt das Projekt. Vier Sprintlernklassen gab es an der Alice-Salomon-Schule seit 2016, berichtet Schulleiterin Sabine Sahling. Wenn es mit dem Deutschen während der Ausbildung doch noch mal hakt, gibt es an der BBS noch extra Förderunterricht.

Viele junge Erwachsene, die als Flüchtlinge an die Alice-Salomon-Schule gekommen sind, haben auch beruflich längst eine neue Heimat gefunden, ob als Altenpfleger, Kita-Fachkraft oder im Handwerk.

Von Saskia Döhner

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