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Aus der Stadt „Dieses Haus ist ein großes Geschenk“
Hannover Aus der Stadt „Dieses Haus ist ein großes Geschenk“
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00:16 22.08.2016
Von Simon Benne
„Rundum gelungen“: Pfarrer Plochg, Christian Wulff, Altin Lala (v.l.). Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Christian Wulff plauderte aus dem Nähkästchen: In seiner Zeit als Bundespräsident, so verriet er, habe er in seinem Kalender für 2012 bereits nach Terminen für die Eröffnung der Kölner Moschee, der Hamburger Elbphilharmonie und des Berliner Flughafens suchen müssen: „Nichts davon ist heute fertig, und nichts wird im Kostenplan bleiben.“ Das sei beim neuen Forum der St.-Joseph-Kirchengemeinde ganz anders, sagte der Altbundespräsident in seiner launigen Rede.

Mit rund 200 Gästen feierte die katholische Gemeinde in der List die Einweihung des Forums an der Isernhagener Straße. Der lichte Neubau, konzipiert vom Architekturbüro Pape und Kost, ist in der Region Hannover das größte Bauprojekt der katholischen Kirche seit Jahrzehnten, wie Norbert Kesseler, Dombaumeister des Bistums Hildesheim, sagt: „Ein absolutes Ausnahmeprojekt.“ Mehr als 4,5 Millionen Euro hat das Forum - es umfasst eine großzügig gestaltete Kita und ein modernes Begegnungszentrum - gekostet. Den größten Anteil hat das Bistum beigesteuert.

„Der Bau ist rundum gelungen“, bilanzierte Pfarrer Heinrich Plochg bei der Eröffnung zufrieden - und stand mit seiner Meinung nicht allein. „Dieses Haus ist ein großes Geschenk“, sagte Bürgermeisterin Regine Kramarek. Das Forum wird nicht nur kirchlichen Aktivitäten vorbehalten sein: „Es soll allen Menschen unserer Stadt offen stehen“, sagte Paul Sander vom Pastoralrat der Gemeinde.

Zur Eröffnungsfeier waren neben Hannover-96-Clubchef Martin Kind auch zwei ehemalige Kapitäne der Mannschaft gekommen: „Meine Kinder wurden in St. Joseph getauft“, sagt Altin Lala. Steven Cherundolo wurde dort getraut: „Darum haben wir gerne die Schirmherrschaft für dieses tolle Bauprojekt übernommen“, sagt er. Propst Martin Tenge segnete den Neubau: Das Forum solle „ein Treffpunkt für alle“ werden, sagte er.

Mit dem Kauf symbolischer Quadratmeter hatten zahlreiche Gemeindemitglieder das Bauprojekt unterstützt. Auch Christian Wulff sponserte das Forum auf diese Weise: „Ich habe in dieser offenen Gemeinde schon viele Gottesdienste mitgefeiert“, sagte er. Der Bau stehe für „das Idealbild von Kirche“, sagte Wulff: „Das Forum ist ein unübersehbares Zeichen, dass die Kirche da ist und Akzente setzen will.“ Es sei ein Ort, an dem Menschen höchst unterschiedlicher Herkunft zusammen kommen könnten.

In seiner Festrede plädierte Wulff für Offenheit: „Ausgrenzung im Namen einer abendländischen Kultur zu fordern, ist das Gegenteil von dem, was das abendländische Christentum will.“ Mit sehr persönlichen Worten würdigte er die Bedeutung der Kirchen. In den vergangenen Jahren habe er schwierige Tage erlebt, die zum Glück vorüber seien: „Der meiste Zuspruch in dieser Zeit kam aus christlicher Motivation.“

Mit einem Sommerfest feiert die Gemeinde die Eröffnung ihres Forums an diesem Wochenende. Beginn ist am heutigen Sonnabend um 16 Uhr. Am Sonntag geht es um 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst weiter.

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