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Aus der Stadt Staatsanwältin fordert fünf Jahre Haft für Mutter
Hannover Aus der Stadt Staatsanwältin fordert fünf Jahre Haft für Mutter
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15:06 28.02.2017
Unbegreiflich: Diese junge Frau hat ihr Baby in einen Koffer gesteckt. Es wäre dabei fast gestorben. Quelle: Kutter
Hannover

Staatsanwältin Bianca Vieregge hat eine Strafe von fünf Jahren wegen versuchten Totschlags und Verletzung der Fürsorgepflicht gefordert. Nach ihrer Ansicht ist bewiesen, dass der Koffer mindestens am Tag des Auffindens aufrecht stand und der Reißverschluss verschlossen war. Auch aufgrund der "extremen räumlichen Enge" im Koffer habe die Mutter einen plötzlichen Erstickungstod des Kindes in Kauf genommen - zumal sie sich morgens gegen halb 6 zu ihrer Arbeitsstelle in einem Hotel begeben hatte.

Die Staatsanwältin sagte: Der Säugling müsse "viele Schutzengel" gehabt haben. Positiv sei lediglich, dass das Kind keine nachhaltigen Schäden erlitten habe und jetzt wohlbehalten in einer Pflegefamilie untergebracht sei. Vieregge bescheinigte der Angeklagten eine "große Verantwortungslosigkeit und eine gewisse Gleichgültigkeit". 

Verteidiger fordern 22 Monate Bewährung

Die Verteidiger Pascal Ackermann und Matthias Waldraff betonten, dass ihre Mandantin ihr Kind nie habe töten wollen. "Dieses Baby sollte zu keinem Zeitpunkt sterben", so Ackermann. Die junge Mutter habe darauf geachtet, dass ihre Tochter keinen Schaden nehmen könne.
Verteidiger Waldraff verwies auf einen seiner Ansicht nach ähnlichen Fall aus dem Rheinland, in dem eine 21-jährige Studentin zu einer Bewährungsstrafe von 21 Monaten verurteilt wurde. Diese hatte ihr Kind kurz nach der Geburt in einem Gebüsch nahe einem Bahndamm abgelegt. Für Laura S. beantragte er auf diesem Hintergrund auch nur eine Bewährungsstrafe von 22 Monaten wegen Aussetzung eines Kindes in einem minderschweren Fall.

Die Mutter soll das kleine Mädchen nach der heimlichen Geburt im September in verschmutzte Tücher und Badematten gewickelt und in den vollgestopften Koffer gelegt haben. Darin befand sich auch schon das Skelett ihres im Januar 2015 geborenen Kindes. In diesem Fall wurden die Ermittlungen eingestellt, weil nicht mehr zu klären war, ob das Kind tot oder lebendig zur Welt kam.

Jüngerer Freund fand das Baby im Koffer

Der 19 Jahre alte Freund der 22-Jährigen hatte das wimmernde Baby drei Tage nach der Geburt in der Abstellkammer der gemeinsamen Wohnung in Hannover entdeckt und die Polizei alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt war der Koffer laut Anklage mit einem Reißverschluss verschlossen und aufgestellt.

Zum Prozessauftakt hatte die 22-Jährige Reue über die Vernachlässigung ihres Babys gezeigt, aber jegliche Tötungsabsicht bestritten. 

Psychische Störung ausgeschlossen

Das Versteck im Koffer war nach dem Gutachten des Rechtsmediziners potenziell lebensbedrohlich für das Kind. Es wurde nach der Entdeckung in der Medizinischen Hochschule Hannover versorgt und lebt inzwischen bei Pflegeeltern. Der psychiatrische Sachverständige schloss in seinem Gutachten eine psychische Störung bei der Mutter aus. Sie sei lediglich in Konflikten zurückhaltend und einlenkend. Damit gilt die 22-Jährige als voll schuldfähig. Ihren Verteidigern zufolge verheimlichte die junge Frau die Geburt, weil sie Angst hatte, ihren Traumpartner zu verlieren, der noch kein Kind wollte.

dpa/miz

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