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Aus der Stadt Staatsanwalt verteidigt mildes Urteil
Hannover Aus der Stadt Staatsanwalt verteidigt mildes Urteil
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21:16 09.01.2009
Staatsanwaltschaft verteidigt mildes Urteil gegen Hells Angels. Quelle: ddp

„Wer das Rockermilieu kennt, der weiß, wie schwer es ist, in einem solchen Umfeld überhaupt an beweiskräftige Zeugenaussagen zu gelangen“, sagte Harald Range beim Neujahrsempfang des Oberlandesgerichts Celle am Freitag. Amtsrichter Christian Rost aus Rinteln hatte gegen den Vorsitzenden Richter im Hells-Angels-Prozess und gegen den Staatsanwalt Strafanzeige wegen Rechtsbeugung und Strafvereitelung im Amt erstattet. Er kritisierte, die Anklage habe im Rahmen eines „rechtswidrigen“ und „kriminellen“ Deals mit den Angeklagten den Vorwurf des schweren Raubes fallen gelassen. Der Prozess gegen 14 Motorradrocker, die 2006 bei Bremen das Vereinsheim der verfeindeten Bandidos überfallen und fünf Männer mit Axtstielen schwer verletzt hatten, war im Dezember nach einer Absprache zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung überraschend schnell zu Ende gegangen. Drei Männer wurden zu Haftstrafen verurteilt. Elf Angeklagte erhielten lediglich Bewährungsstrafen.

Die Männer könnten aber sicher sein, dass sie genau beobachtet und bei geringsten Verfehlungen auch ins Gefängnis geschickt würden, sagte Generalstaatsanwalt Range. Die Justiz nehme gewalttätige Auseinandersetzungen unter Banden sehr ernst und gehe keineswegs von Bagatelldelikten aus. Dies sei an der siebenmonatigen
Untersuchungshaft für die verdächtigen Hells-Angels-Mitglieder und an den starken Sicherheitsvorkehrungen beim Prozess ablesbar. Die Strafanzeige des Rintelner Amtsrichters kommentierte Range nicht. Amtsrichter Rost sagte, er nehme Range beim Wort: „Dass die Gewalttaten ernst genommen werden, ist unser normales Geschäft.“ Ihm gehe es vielmehr um die Frage, ob der Deal rechtmäßig war. Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft Hannover die Strafanzeige.

von Sonja Fröhlich

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