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War Säureangriff auf Vanessa M. versuchter Mord?

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage War Säureangriff auf Vanessa M. versuchter Mord?

Knapp drei Monate nach dem Säureangriff auf die 27-jährige Vanessa M. in Leinhausen hat die Staatsanwaltschaft Hannover Anklage gegen den Ex-Freund der jungen Frau erhoben. Die Strafverfolger werfen Daniel F. versuchten Mord aus Heimtücke vor. 

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Schwefelsäure hat die linke Gesichtshälfte der 27-jährigen Vanessa M. entstellt, doch die junge Frau will sich nach dem Angriff durch ihren Ex-Freund nicht verstecken.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Sie gehen davon aus, dass er der Verkäuferin  am Morgen des 15. Februar vor ihrer Wohnung aufgelauert und sie mit Abflussreiniger, der zu 96 Prozent aus ätzender Schwefelsäure bestand, schwer verletzt hat. Was bisher noch nicht bekannt war: Einen Tag vor dem Anschlag soll er die Säure getestet haben. Beim Umfüllen des Reinigers soll ihm die verheerende Wirkung der Flüssigkeit bewusst geworden sein.

Am Cuxhavener Hof in Leinhausen hat es eine Attacke mit einer ätzenden Flüssigkeit auf eine Frau gegeben.

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Mit der Anklage wegen versuchten Mordes teilt die Staatsanwaltschaft die Einschätzung des Anwalts der jungen Frau. Strafverteidiger Matthias Waldraff hatte bereits früh erklärt, aus seiner Sicht komme in diesem Verfahren der Tatbestand des versuchten Mordes in Betracht. „Meiner Mandantin tut es gut, dass die Anklage so schnell erhoben wurde“, sagt er jetzt. Die 27-Jährige befindet sich nach zahlreichen Operationen in der Medizinischen Hochschule derzeit in der Reha. Der Aufenthalt dort muss aber laut Waldraff immer wieder wegen anstehender Operationen unterbrochen werden. „Sie kämpft wie ein Löwe“, sagt der Anwalt.

Verbrennungen dritten Grades 

Laut Anklageschrift hat Vanessa M. bei dem Säureangriff Verbrennungen dritten Grades im Gesicht, am Hals und am Dekolleté erlitten. Die Ärzte mussten das linke Ohr der 27-Jährigen rekonstruieren. Noch immer können die Mediziner keinerlei verlässliche Aussagen darüber treffen, ob sie die Sehfähigkeit des linken Auges retten können.

Ein Säure-Angriff durch ihren Ex-Freund hat die linke Gesichtshälfte von Vanessa M. aus Leinhausen verätzt. Nach drei Wochen zeigt sich die 27-Jährige der Öffentlichkeit. 

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Die Strafverfolger gehen davon aus, dass sich Daniel F. vor dem Angriff mit der Säure in einem Gebüsch vor der Wohnung seiner ehemaligen Freundin versteckte, um sie abzupassen. Wenige Tage zuvor hatte die 27-Jährige die sechsmonatige Beziehung zu dem gebürtigen Südamerikaner beendet. Daniel F. soll rasend eifersüchtig auf Vanessa M. gewesen sein.

Angreifer stellte Vanessa nach

Unmittelbar nach der Trennung knackte er das Facebook-Profil der jungen Frau und stellte kompromittierende Bilder ins Internet. Die 27-Jährige zeigte ihn daraufhin an.

Am Tag des Angriffs wollte Vanessa M. zudem eine einstweilige Verfügung gegen den 32-Jährigen erwirken. Es sollte ihm gerichtlich untersagt werden, sich ihr weiterhin zu nähern. Die erneute Strafanzeige habe den vorbestraften Daniel F. laut Anklage in eine ausweglose Situation versetzt. Deshalb wollte er Vanessa M. zur Rede stellen.

Rechtsanwalt Benjamin Schmidt, der den Angeklagten gemeinsam mit seinem Kollegen Max Malpricht vertritt, bestätigte den Eingang der Anklageschrift: „Die Schuldfähigkeit unseres Mandanten muss im Rahmen der Beweisaufnahme noch geklärt werden“, sagt Schmidt. In der Hauptverhandlung vor dem Schwurgericht, die vermutlich noch im Sommer eröffnet wird, wird die 27-Jährige ihrem Peiniger noch einmal gegenüber treten müssen. Sie wird als Zeugin eine wichtige Rolle im Prozess spielen. „Sie will aber auch als Nebenklägerin aktiv an dem Verfahren teilnehmen“, sagt Anwalt Waldraff.     

Benefizaktion: „Recken“ versteigern Trikot

Die Spendenaktion der Freundinnen von Vanessa M. läuft weiter auf vollen Touren. Unmittelbar nach dem Anschlag hatten sie im Internet eine Kampagne ins Leben gerufen, um Geld für die 27-Jährige zu sammeln. Die Spenden sollen die Kosten für die Operationen decken, die von der Krankenkasse der jungen Frau nicht übernommen werden, beispielsweise die noch ausstehenden plastischen-rekonstruktiven Eingriffe.

Jetzt haben sie die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf gewinnen können, ihre Aktion zu unterstützen. „Alle Spieler der Mannschaft haben ein Trikot unterschrieben, das demnächst zugunsten von Vanessa versteigert werden soll“, sagt Vanessas Anwalt, Matthias Waldraff. Der genaue Auktionstermin sowie die Modalitäten sollen in Kürze bekannt gegeben werden. Die Organisatorinnen der Spendenaktion hatten bereits in der Vergangenheit durch ihre kreativen Ideen viel Unterstützung erfahren. So liefen einige Teilnehmer des Hannover Marathons mit T-Shirts, auf denen auf die Kampagne hingewiesen wurde. Alle Informationen zu dem Spendenprojekt gibt es im Internet auf der Seite welovevanessa.de.     

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