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Aus der Stadt Stadionbad nach über sieben Monaten wieder geöffnet
Hannover Aus der Stadt Stadionbad nach über sieben Monaten wieder geöffnet
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00:15 02.02.2017
Nach fünf Monaten sind die Sanierungsarbeiten im Stadionbad in Hannover beendet. Quelle: Alexander Körner
Hannover

So richtig zufrieden ist Stefan Türk nicht. Der 42-Jährige war gestern einer der ersten Gäste im wiedereröffneten Stadionbad. „Die neuen Sanitäranlagen sind super“, sagt er. Aber insgesamt hat sich kaum etwas verändert, sagt der Vater von zwei Söhnen. Er hätte sich gewünscht, dass es mehr Spielmöglichkeiten im Bad gibt.

Es hat gedauert. Sieben Monate war das Stadionbad geschlossen, ehe es gestern Nachmittag wieder für den Publikumsbetrieb geöffnet wurde. Nur Vereine durften das Bad bereits seit einigen Wochen wieder benutzen. Die Stadt hatte dort Sanierungsmaßnahmen für insgesamt 2,8 Millionen Euro ausführen lassen. Die Arbeiten hatten sich immer wieder verzögert. Vereine und Freizeitschwimmer mussten wesentlich länger als geplant auf die Inbetriebnahme warten. Allerdings könnte die Wartezeit immer noch ein kleines Übel im Vergleich zu dem sein, was sich womöglich schon für 2021 andeutet. Dann könnte das Stadionbad erneut für Instandhaltungsarbeiten geschlossen werden – vermutlich gleich für eineinhalb Jahre.

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Unmittelbar nach den Wettkämpfen der Special Olympics im Juni war das Bad für den ersten Teilabschnitt der Sanierung geschlossen worden. Zunächst war ein Eröffnungstermin für den Oktober geplant, der dann zweimal verschoben wurde. Die Stadt hatte das unter anderem mit „Havarien im Wasserversorgungs- und Heizsystem“ begründet.

Verzögerung durch „Havarien

Das Stadionbad ist das einzige öffentliche Hallenbad in Hannover mit wettkampftauglicher 50-Meter-Bahn. Deshalb mussten Athleten und etwa Wasserballteams für Wettkämpfe teilweise sogar bis nach Bremen ausweichen.
Bei den jetzt abgeschlossenen Sanierungsarbeiten wurden unter anderem Teile der Dusch- und WC-Anlagen sowie der Sprungturm etwas ansehnlicher hergerichtet, erläuterte Hannovers Sportdezernentin Konstanze Beckedorf gestern kurz vor der Eröffnung. Zudem wurde die Zugangsbrücke zum Stadionbad umgestaltet. Im 50-Meter-Becken erneuerten Arbeiter die Klappwand, mit der das Becken für Wettkämpfe auf der 25-Meter-Bahn verkleinert werden kann. Der Eingangsbereich erhielt einen Terrazzoboden, der allerdings in den nächsten Tagen noch geschliffen werden muss.

Der Terrazzoboden ist bereits im Vorgriff auf eine mögliche Entscheidung der Landesdenkmalbehörde verlegt worden. Denn diese überlegt derzeit, ob das 1972 in Betrieb gegangene Stadionbad unter Denkmalschutz gestellt werden soll. „Mit dem Boden haben wir vorausschauend gehandelt“, sagte Beckedorf. Denn es sei widersinnig, erst einen anderen Boden zu verlegen und dann noch einmal Geld auszugeben, um die Auflagen des Denkmalschutzes zu erfüllen.
Es gilt inzwischen als wahrscheinlich, dass das Stadionbad unter Denkmalschutz gestellt wird. Wie Rocco Curti vom Landesamt für Denkmalpflege sagte, handelt es sich beim Stadionbad um „ein ganz markantes Objekt“.

Dezernentin Beckedorf wollte eine mögliche Ernennung zum Baudenkmal, die die Stadt wegen zu erfüllender Auflagen viel Geld kosten könnte, gestern nicht kommentieren. Sie sagte lediglich: „Das Stadionbad ist für Hannover ein besonders charakteristisches Gebäude.“

Die gestern präsentierten Sanierungsarbeiten sind noch nachbesserungsbedürftig. Unter anderem muss an den Wandfliesen in den Duschen noch der Staub der Fugenmasse entfernt werden, und die Verkleidung über den Duschrohren muss an einigen Stellen neu befestigt werden – derzeit gibt es hier noch große Lücken. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist das nicht so dramatisch. „Die Handwerker wissen, dass sie noch nacharbeiten müssen“, sagt Beckedorf. In den kommenden Wochen wird dann auch noch die Zugangsbrücke gestaltet. Die Stadt lässt dort unter anderem Fahrradständer und Bänke aufstellen.

Nächste Sanierung 2021?

Weitere 7 Millionen Euro stehen bereits jetzt für künftige Instandhaltungsarbeiten im Stadionbad zur Verfügung. Das Geld könnte für die Erneuerung der Fliesen und der Deckenverkleidung verwendet werden. Die Aluminiumleisten an der Decke sind im Laufe der Jahre korrodiert, hässliche Flecken haben sich gebildet. Nach Ansicht der Experten soll es sich dabei jedoch nicht um Schimmel handeln. Demnächst werden sich Gutachter die Decke und die Fliesen genau anschauen, dann soll eine Entscheidung fallen. Falls beides erneuert werden muss, wäre es nötig, das Bad im Jahr 2021 erneut komplett zu sperren, dann nicht nur für Monate, sondern vermutlich gleich für eineinhalb Jahre.
Der zwölfjährige Oliver ist unterdessen froh, dass er jetzt erst einmal wieder ins Stadionbad kann. Dorthin kommt er regelmäßig mit seinen Freunden, vor allem wegen der Sprungtürme. Denn einen Zehn-Meter-Turm gebe es in keinem anderen Hallenbad in der Region, berichtet er. Aber der Schüler aus dem Stadtteil Davenstedt ist trotzdem ein bisschen enttäuscht vom sanierten Bad. Er hätte sich eine Rutsche im Stadionbad gewünscht.     

Von Tamy Beyeler und Mathias Klein

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