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Aus der Stadt Macht die Stadt Straßen durch Bohrungen kaputt?
Hannover Aus der Stadt Macht die Stadt Straßen durch Bohrungen kaputt?
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00:15 07.01.2016
Von Conrad von Meding
„Dann nimmt die Straße Schaden“: Probebohrung in Hannover. Quelle: Meding
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Hannover

„Ich habe an vielen Stellen in Hannover das Gefühl, dass die Straßenkontrollen nicht sorgfältig durchgeführt werden“, sagt Prof. Jürgen Hothan vom Institut für Verkehrswirtschaft, Straßenwesen und Städtebau der Leibniz-Uni.

Um die Qualität der Straßen zu prüfen, nimmt die Stadt an Tausenden Stellen im Asphalt Kernbohrungen vor. Mit einer Maschine werden tiefe Löcher mit zehn Zentimetern Durchmesser in die Straße gesägt, damit das Straßenbaumaterial geprüft werden kann. Das Problem: Viele Löcher, auch in frisch sanierten Straßen, werden anschließend schlecht verschlossen. „Wenn dadurch Wasser eindringt und es im Winter zu Frostsprengungen kommt, dann nimmt die Straße ernsthaft Schaden“, sagt der Straßenbauexperte von der Leibniz-Uni.

Kernbohrungen sind zu Prüfzwecken bundesweit vorgeschrieben – allerdings nicht in der Häufigkeit, wie sie in vielen Straßen in Hannover zu sehen sind. Alle 6000 Quadratmeter muss in neu gegossenem Asphalt eine Prüfbohrung vorgenommen werden, so sieht es die zentrale Vorschrift für Asphalt vor. In Hannover wird derzeit deutlich mehr gebohrt. Einerseits werden neue Straßen auf Qualität geprüft, zusätzlich aber untersucht die Stadt auch viele ältere Straßen. Die Bohrkerne sollen Aufschluss geben, ob der Unterbau noch intakt ist – oder ob die Straße in das bei Bürgern ungeliebte Grundsanierungsprogramm aufgenommen werden soll. Darüber hinaus lassen nach Angaben der Stadt auch Versorgungsunternehmen Bohrungen vornehmen, um Baustellen vorab besser planen zu können.

Stadtsprecher Dennis Dix sagt: „Es wird nur in notwendigem Maß und Umfang gebohrt.“ Die offenen Bohrlöcher würden nachfolgend „mit hochwertigem Kaltasphalt verfüllt und möglichst gut verdichtet“. Es könne sein, dass die Füllung „durch Witterungseinflüsse wieder herausbreche – das aber müsse den Straßenbegehern der Stadt auffallen, die regelmäßig alle Straßen kontrollieren.

Stichproben der HAZ haben ergeben, dass die Löcher oft über etliche Monate offen sind, teils über Jahre. Außerdem bleiben auch bei scheinbar ordentlich verschlossenen Löchern offene Ritzen zum benachbarten Asphalt. Von Firmen, die die Straßen zu Reparaturzwecken aufsägen, verlangt die Stadt indes, die Ränder der Baustelle später mit flüssigem Gussasphalt wasserdicht zu verschließen. Für die Tausende Bohrkerne aber gilt diese Vorschrift offenkundig nicht.
„Eigentlich soll die Asphaltdecke das Wasser abhalten – ein offenes Bohrloch wirkt wie ein Ventil“, sagt Prof. Hothan. „Beim Bohren bildet sich Bohrschlamm an der Innenwand des Lochs, daran haftet später die Füllmasse schlecht. Man müsste das Loch reinigen – aber das scheint oft zu unterbleiben.“ Wenn dann die Füllung herausbröselt, falle das den Straßenkontrolleuren offenbar nicht auf. Stadtsprecher Dix weist das zurück. Sobald die Straßenbegeher die Schäden registrierten, würden die „Löcher im Rahmen der Straßenunterhaltung erneut verfüllt“.

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