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Stadt kauft Villa für Flüchtlinge

Haus in Bemerode Stadt kauft Villa für Flüchtlinge

Auf der Suche nach weiteren Unterkünften für Flüchtlingen ist die Stadt Hannover in Bemerode fündig geworden. Nach Informationen der HAZ kauft die Verwaltung ein großes Einfamilienhaus für 1,6 Millionen Euro, dort sollen aber nur 16 Flüchtlinge einquartiert werden.

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Tatsächlich scheinen die Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen in Hannover wieder einmal erschöpft zu sein, obwohl in einem Baumarkt in Badenstedt kürzlich Platz für rund 450 Menschen geschaffen wurde.

Quelle: dpa/Symbolbild

Hannover. Zum Vergleich: Anfang des Jahres hat die Stadt einen Kredit über 50 Millionen Euro aufgenommen, um Wohncontainer für rund 1300 Flüchtlinge zu kaufen.

In vertraulicher Sitzung haben Verwaltungsausschuss und Wirtschaftsausschuss dem Hauskauf mehrheitlich zugestimmt. Widerstand aus der Ratspolitik ist aber nicht zu überhören. „Kosten und Nutzen stehen bei der erworbenen Villa in keinem angemessen Verhältnis“, heißt es. Ein anderer Politiker hofft, dass die Stadt die Immobilie später gewinnbringend verkaufen kann. Das sei immerhin besser, als auf Containern sitzen zu bleiben.

Die Grundstücksfläche in Bemerode beträgt rund 1800 Quadratmeter. Der Eigentümer hatte zuvor viel Geld in neue Duschen und Fenster investiert. Das Gebäude sei in einem „guten Zustand“, heißt es im Rathaus. Die Stadt muss das Haus folglich nicht umbauen oder zusätzliche Toiletten installieren. Das liegt auch daran, dass dort nur 16 Menschen wohnen werden.

In der Villa will die Stadt minderjährige Flüchtlinge unterbringen, die ohne erwachsenen Betreuer nach Deutschland gekommen sind. „Der Raumbedarf ist für Kinder und Jugendliche größer als für erwachsene Flüchtlinge“, sagt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Man müsse dabei auch gesetzliche Vorgaben beachten. Zudem sei Platz für Betreuer vorgesehen. Am Ende soll in der Villa eine Wohngruppe eingerichtet werden. Zu dem Kaufpreis von 1,6 Millionen Euro will sich die Stadt nicht näher äußern. „Wir prüfen alle Angebote auf dem Immobilienmarkt und schauen, ob ein Objekt für unseren konkreten Bedarf nutzbar ist“, sagt die Stadtsprecherin. Derzeit sei der Markt nicht gerade von Angeboten überschwemmt.

Tatsächlich scheinen die Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen in Hannover wieder einmal erschöpft zu sein, obwohl in einem Baumarkt in Badenstedt kürzlich Platz für rund 450 Menschen geschaffen wurde. Derzeit verhandelt Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) mit den neuen Eigentümern des Maritim Hotels am Friedrichswall, ob 500 Asylsuchende in dem Gebäude einquartiert werden können - bevor dort der große Umbau beginnt. Damit wäre das Hotel eine der größten Sammelunterkünfte in Hannover, lediglich übertroffen vom ehemaligen Oststadtkrankenhaus, in dem 750 Menschen wohnen. Zudem schlägt die Feuerwehr Hannover derzeit in einem ehemaligen Möbelmarkt in Vahrenheide Zelte auf, in denen etwa 200 Menschen wohnen können.

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