Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Stadt lässt Reste des Sudanesencamps einlagern

Nach Auflösung Stadt lässt Reste des Sudanesencamps einlagern

Um nach der Räumung des Sudanesencamps auf dem Weißekreuzplatz rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, lässt die Stadt das abtransportierte Hab und Gut der Besetzer einlagern. „Wir haben die Gegenstände von der Räumung in sechs Containern bei uns in der Zentrale im Auftrag der Stadt zwischengelagert“, sagt Aha-Sprecherin Helene Herich.

Voriger Artikel
Polizist justiert Radarpistole falsch
Nächster Artikel
Unternehmen lassen Schüler mitarbeiten

Die Stadt lässt die Reste des Sudanesencamps vom Weißekreuzplatz einlagern.

Quelle: Archiv

Hannover. „Üblicherweise werden die Sachen zwei bis drei Monate eingelagert“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. „Wir bieten den Demonstranten an, sich die Sachen bei Aha an der Karl-Wiechert-Allee abzuholen“, so Möller.

Bereits kurz nach der Beendigung der Versammlung durch die Polizei in der Nacht zu Mittwoch sperrten die Beamten den Weißekreuzplatz ab, um das Eigentum der Sudanesen zu sichern. Am darauffolgenden Tag konnten die Flüchtlinge dann ihre persönlichen Gegenstände auf dem Platz abholen - von dieser Möglichkeit machte allerdings kaum einer der Besetzer Gebrauch. Bei allem, was bis zum Ende der Frist noch auf dem Platz war, setzte die Polizei voraus, dass die Sudanesen es nicht behalten wollten, und ließ es abtransportieren.

Einen Tag nach der formellen Auflösung des Protestcamps am Weißekreuzplatz hat die Polizei den Sudanesen ein Ultimatum gestellt. Wenn sie bis dahin das Lager nicht auflösen, würden die Behörden die Sachen kostenpflichtig einlagern. 

Zur Bildergalerie

Derweil denken die Demonstranten bereits darüber nach, eine neue Versammlung anzumelden. „Es gibt noch keine konkreten Pläne, diese Option wird aber von meinen Mandanten besprochen“, sagte Rechtsanwalt Paulo Dias auf Anfrage der HAZ. Auch ob die neue Demo, mit der die Flüchtlinge auf die Situation im Sudan aufmerksam machen wollen, wieder am Weißekreuzplatz stattfinden soll, ließ Dias gestern offen. „Es gibt ja noch andere schöne Plätze in Hannover“, sagt der Anwalt der Sudanesen.

Derweil sind sich die politischen Parteien im Rat der Stadt weitgehend einig, dass die Räumung des Protestcamps der richtige Schritt gewesen ist. Lediglich bei den Grünen gibt es Unmut und Bedauern. Die Grüne Jugend bezeichnet den Polizeieinsatz am späten Dienstagabend als „Nacht-und-Nebel-Aktion“. Mit einem „überzogenen Großaufgebot“ habe die Polizei das Protestcamp „dem Erdboden gleichgemacht“. Sie fordert die Stadt auf, ein selbst verwaltetes Flüchtlingszentrum einzurichten.

Die Grünen-Ratsfraktion ist zurückhaltender, drückt aber ihr Bedauern über das Ende des Camps aus. „Das ist sehr unglücklich gelaufen, dabei war der bisherige Umgang mit den Demonstrierenden sehr fair“, sagt Fraktionschefin Freya Markowis.

SPD und CDU finden die Räumung des Prostestcamps in Ordnung. Die Linke im Rat bedauert die Räumung, gesteht aber zu, dass sich das Camp überlebt habe. Die FDP hält ein Ende des Camps ebenfalls für richtig.

Von Andreas Schinkel und Jörn Kießler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Ein Highlight auf der Pferd & Jagd: Die Nacht der Pferde

Stars der internationalen Pferdeshow-Szene und Nachwuchsreiter zeigen bei der Nacht der Pferde ihr Können.