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Aus der Stadt Stadt Hannover plant neues Wohngebiet in der List
Hannover Aus der Stadt Stadt Hannover plant neues Wohngebiet in der List
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22:16 28.01.2013
Von Conrad von Meding
Wohnen am Wasser: Dieser Entwurf gewann den Wettbewerb. Quelle: blauraum
Hannover

Die Einwohnerzahlen der Großstadt steigen kontinuierlich, Hannover startet deshalb zum Jahresbeginn seine Wohnungsoffensive. In den nächsten drei Jahren, verspricht Stadtbaurat Uwe Bodemann, sollen auf Flächen, die bisher nicht fürs Wohnen genutzt wurden, neue Baurechte für 1500 zusätzliche Wohnungen und Stadthäuser geschaffen werden. Und die Stadt ermuntert Investoren ausdrücklich, die aktuell vom Rat geplanten Förderungen in Anspruch zu nehmen, damit auch in den Neubaugebieten bezahlbarer Wohnraum entsteht.

Am Montag wurde das erste neue Großprojekt vorgestellt. Am Mittellandkanal errichten die hannoverschen Firmen Gundlach und Delta-Bau rund 150 moderne Etagenwohnungen und Reihenhäuser für zusammen rund 30 Millionen Euro. Einen Ausblick gab Baurat Bodemann auch schon mal auf die nächsten Projekte – etwa ein Wohngebiet nahe der Burgwedeler Straße (Bothfeld), an der Benno-Ohnesorg-Brücke oder auf dem Gelände der nahen Feuerwache 1 (beide: Calenberger Neustadt), die umziehen soll.

Für das 19.000 Quadratmeter große Areal an der Kanalbrücke Am Listholze haben die beiden Firmen Gundlach und Delta elf internationale Architekturbüros Entwürfe fertigen lassen. Am Ende setzte sich gegen die Konkurrenz aus Dänemark, Schweden und Holland, aber auch aus Hannover das Hamburger Büro Blauraum durch. Die beiden Architekten Volker Halbach und Rüdiger Ebel haben die Planungsaufgabe nach Ansicht der Jury am besten gelöst. Am Kanal wollen sie punktuell Mehrfamilienhäuser mit 100 Etagenwohnungen errichten. Das westlichste von ihnen soll sich langgestreckt an der Straße Am Listholze entlangziehen und damit zugleich Lärmschutz für das Wohngebiet sein. In diesem Haus sollen Wohn- und Schlafräume zur ruhigen Seite ausgerichtet sein. Im Inneren der Siedlung reihen sich 50 Stadthäuser wie kleine Ketten aneinander, wobei die Planer die Hauszeilen gegeneinander versetzen, sodass strukturierte Höfe und sechs Platzflächen entstehen.

Lorenz Hansen vom Bauträger Gundlach betont, dass sein Unternehmen mit Delta schon an mehreren Standorten erfolgreich Wohngebiete entwickelt habe, etwa am Kronsberg. Durch den Architektenwettbewerb sei man sicher, die beste Lösung gefunden zu haben: „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Stadt sich den Themen der Wohnraumversorgung jetzt so intensiv annimmt.“ Auch Delta-Chef Dirk Streicher sieht einen „Nachholbedarf am Wohnungsmarkt“. Das neue Quartier am Kanal solle „im mittleren Preissegment Wohnen im Neubau in der Stadt ermöglichen“, sagen beide. „Es ist eine schöne Lage am Kanal“, sagt Stadtbaurat Bodemann. „Sie ist es wert, dass sie entwickelt wird.“ Die Stadt startet jetzt das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans, voraussichtlich Ende 2014 könnte erstmals Beton in dem Neubaugebiet fließen.

Der Entwurf für das Wohngebiet am Kanal.

Die Alternativentwürfe

Bis Ende Februar zeigt die Bauverwaltung in einer kleinen Ausstellung, wie sich die anderen Architekturbüros die Entwicklung des Quartiers am Kanal vorgestellt haben. Das Büro Jo Coenen aus Amsterdam etwa hat die Wohnbebauung um zwei zentrale Plätze gruppiert. Das Münchener Büro Zillerplus hat die Häuser mit extravagant-schrägen Winkeln in kristalliner Form konzipiert. Das hannoversche Büro KSW hat mit seinem Entwurf „Lister Kai“ ein steinernes Ufer zum Kanal geplant. Den zweiten Platz errangen Gruppeomp Architekten aus Bremen, den dritten die Agsta aus Hannover.

Die Wohnbauinitiative

Für das Projekt zur Schaffung neuer Wohnbauflächen in Hannover hat das Baudezernat eine zentrale Projektgruppe eingerichtet, die von Sonderplaner Hans-Heiner Schlesier geleitet wird. Er koordiniert die Abstimmung auch mit anderen Fachbereichen der Verwaltung, um die Planungsprozesse zu beschleunigen. „Diese Arbeitsweise hat etwa bei Ansiedlungen wie Netrada oder Boehringer enorm viel gebracht“, sagt Schlesier. Die Verwaltung rechnet damit, bis 2015 rund 20 Bauleitplanverfahren vornehmen zu müssen, darunter auch die zum Teil sehr langwierigen Änderungen von Flächennutzungsplänen, um die erforderlichen Wohnungsneubauten zu ermöglichen. Unter anderem gehören auch die Wasserstadt Limmer, das Oststadtkrankenhaus oder die Neubaufläche am Altenbekener Damm (Südstadt), wo jetzt die Regionaldirektion der Arbeitsagentur residiert, zum Programm.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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