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Stadt Hannover prüft Gründung neuer Gesamtschulen

OB übt Kritik Stadt Hannover prüft Gründung neuer Gesamtschulen

Die Stadt Hannover prüft die Gründung neuer Gesamtschulen. Oberbürgermeister Stephan Weil kritisiert die vom Land geplante neue Oberschule als Konkurrenz zu bewährten Schulformen.

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Die Stadt Hannover prüft die Gründung neuer Gesamtschulen.

Quelle: Martin Steiner

Die Stadt trifft Vorbereitungen dafür, weitere Integrierte Gesamtschulen zu gründen. Oberbürgermeister Stephan Weil kündigte am Mittwoch an, dass Eltern von Grundschülern dieses Jahr wieder befragt werden sollen, welche Schulform sie bevorzugen. „Wenn unsere Vermutung richtig ist, gibt es Bedarf an zwei weiteren vierzügigen Gesamtschulen. Trifft das zu, werden wir uns bemühen, sie bereitzustellen.“

Dabei gibt es allerdings ein Problem: Das Land erlaubt nur neue Gesamtschulen mit mindestens fünf Klassen pro Jahrgang. Weil bezeichnete es als „politische Torheit ersten Ranges“, dass diese Vorgabe voraussichtlich bei der anstehenden Änderung des Landesschulgesetzes beibehalten werden soll. Seine Botschaft platzierte der Oberbürgermeister zur Eröffnung eines Fortbildungstages für 330 Lehrer aus 20 Gesamtschulen an der IGS Linden. Die Schule feiert dieses Jahr das 40-jährige Bestehen – als landesweit älteste IGS gemeinsam mit Langenhagen, Garbsen und Göttingen. Vor diesem Hintergrund nahm Weil die geplante neue Oberschule aufs Korn, für die Kommunen sich freiwillig entscheiden können. Die Schulträger sollen Haupt-, Real- und Kooperative Gesamtschulen in Oberschulen umwandeln können. In der neuen Schulform soll, abgesehen von den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch, gemeinsamer Unterricht für Schüler unterschiedlicher Leistungsniveaus erlaubt sein. Außerdem sind Sozialpädagogen und zusätzliche Lehrer vorgesehen, da die Oberschulen als Ganztagsschulen verpflichtenden Nachmittagsunterricht anbieten sollen.

„Das Land bereitet den Abschied vom gegliederten Schulsystem vor. Mit der Oberschule soll aber gleichzeitig versucht werden, der bewährten Schulform IGS Konkurrenz zu machen“, sagte Weil. Neue IGS bekämen nicht mehr den Status einer geregelten Ganztagsschule, obwohl das für den gemeinsamen Unterricht aller Kinder notwendig sei. Das pädagogische Konzept der IGS werde damit infrage gestellt. „Leider stellt die Landesregierung es den Kommunen als Schulträger nicht frei, je nach Nachfrage vor Ort verschiedene Schulformen anzubieten. Das Land bleibt dabei, Gesamtschulen zu diskriminieren“, sagte Weil.

In Hannover findet die Oberschule bereits Interessenten. Als in der Südstadt Haupt- und Realschulen verschmolzen wurden, forderten viele Eltern stattdessen eine IGS. Nun wollen dort und in anderen Stadtteilen mehrere Haupt- und Realschulen, die mit Nachfrageproblemen kämpfen, aus der Not heraus zumindest zur Oberschule werden.

Der Regionselternrat, die Vertretung der Eltern von Schulkindern, sieht die Oberschule ähnlich kritisch wie Weil. Die Eltern bemängeln die geplante Ungleichbehandlung mit anderen Schulformen. Es sei völlig unverständlich, dass die Oberschule mit zwei Klassen pro Jahrgang, oder drei Klassen bei gymnasialer Oberstufe, geführt werden könne, für die IGS-Gründung aber eine Fünfzügigkeit gewährleistet werden müsse. Außerdem könnten bestehende Schulen nur beantragen, offene Ganztagsschule mit geringem Personalbudget zu werden – im Gegensatz zur Oberschule.

2008 hat die Stadt zum ersten Mal alle Eltern von Grundschülern nach ihren Wünschen befragt. 44 Prozent der Eltern wünschten sich eine Integrierte Gesamtschule für ihr Kind, rund 54 Prozent ein Gymnasium. Da damals deutlich zu wenig Plätze an Gesamtschulen bereitstanden, gründete die Stadt in der Folge die IGS Stöcken, Büssingweg und Badenstedt. Bei den Anmeldungen für die fünften Klassen zeichnete sich 2010 aber wieder ein Mangel an IGS-Plätzen ab.

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