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Aus der Stadt So soll die Luft in Hannover sauberer werden
Hannover Aus der Stadt So soll die Luft in Hannover sauberer werden
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00:17 22.12.2016
Von Andreas Schinkel
Viel Verkehr: Das städtische Umweltamt arbeitet zurzeit an Plänen, die Luftverschmutzung drastischer als bislang zu bekämpfen. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Das städtische Umweltamt überarbeitet derzeit den sogenannten Luftreinhalteplan, der Hannover unter anderem die Umweltzone beschert hat. „Alle relevanten Verordnungen, Vorschläge und Möglichkeiten, die geeignet sind, die Stickoxidbelastungen zu mindern, werden dazu derzeit geprüft“, teilt die Stadtverwaltung mit. Im Frühjahr kommenden Jahres soll das Papier vorgestellt werden. Mancher Ratspolitiker blickt dem Termin mit Sorge entgegen.

Eine Vertreterin des Umweltamtes hatte im Oktober in der Sitzung des Bezirksrats Mitte angedeutet, was auf die Hannoveraner zukommen könnte. „Wir müssen den Individualverkehr deutlich reduzieren. Das muss das Ziel aller Maßnahmen sein“, sagte die Planerin damals. Mit weichen Maßnahmen, etwa mehr Werbung für Stadtbahnen und Busse, komme man nicht weiter. Derzeit rechne die Verwaltung Modelle durch, wie der Verkehr fließt, wenn besonders belastete Straßen gesperrt werden.

Noch keine Klage in Hannover

In vielen deutschen Großstädten werden die vorgegebenen Grenzwerte für Stickstoffdioxid nicht eingehalten. Unterstützt von Umweltverbänden versuchen Bürger, die Behörden auf juristischem Weg unter Druck zu setzen. „In 16 Städten laufen derzeit Klagen. Hannover ist nicht darunter“, sagt Dorothee Saar, Leiterin des Bereichs Verkehr und Luftreinhaltung bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH). In Düsseldorf habe es bereits eine Entscheidung gegeben, die jedoch an das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig weitergereicht wurde. „Wenn dort im kommenden Jahr ein Urteil gefällt wird, wird das Signalwirkung haben“, sagt Saar. Schon jetzt sei es rechtlich möglich, Dieselfahrzeugen die Zufahrt in bestimmte Straßen zu verbieten. Jedoch müsse man Ausnahmen definieren, etwa für Handwerksbetriebe. „Letztlich ist es besser, wenn eine Kommune eigene Wege findet, um die Luft zu verbessern, und nicht durch ein Gericht gezwungen wird“, meint Saar.

Wie weit die Stadtverwaltung tatsächlich geht, bleibt ungewiss. Die SPD tritt auf die Bremse und betont stets, dass der Wirtschaftsverkehr ungehindert fließen müsse. Auch aus dem Umweltdezernat kommen versöhnliche Töne. „Wir haben auch immer deutlich gemacht und stehen dazu, dass die Stadt Hannover - wie bisher auch - nach Lösungen suchen wird, die sozialverträglich sind und den Wirtschaftsverkehr weiter möglich machen“, sagt Sprecher Dennis Dix.

Hannovers Kaufleute und Wirtschaftsvertreter dürften genau hinhören, denn sie halten von Verbotsstrategien wenig. „Das ist völlig lebensfremd“, sagt Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft. Alle Eigentümer von modernen Dieselfahrzeugen, die möglicherweise nicht mehr in die City fahren dürften, fühlten sich verschaukelt.

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Auch die Industrie- und Handelskammer Hannover (IHK) schlägt vor, saubere Luft auf anderen Wegen zu erreichen. „Wir müssen den Verkehrsfluss auf unseren Hauptverkehrsstraßen verbessern“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Horst Schrage. Das gelinge über eine intelligente Ampelsteuerung. Auch müsse die Vorfahrtsregelung für Stadtbahnen und Busse an manchen Stellen eingeschränkt werden. Zudem hofft Schrage, dass mittelfristig mehr Elektroautos auf Hannovers Straßen rollen und sich dadurch die Luftwerte verbessern.

„Langfristig brauchen wir eine neue City-Logistik“, sagt Schrage und lobt, dass sich Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) das Thema auf die Fahnen geschrieben habe. Verkehrsplaner im Rathaus entwickeln derzeit Konzepte, wie der Lieferverkehr in Hannover effektiver und umweltfreundlicher gesteuert werden kann.

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