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„Die Sicherheit der Kinder hat oberste Priorität“

Kita Canarisweg „Die Sicherheit der Kinder hat oberste Priorität“

Müll von Balkonen von Anwohnern verschandelt das Außengelände der Kita Canarisweg seit Jahren. Jetzt reagiert die Stadt mit einem Drei-Punkte-Plan gegen die Missstände in der Kita Canarisweg. Wie groß die Not der Kinder am Canarisweg ist, wurde gestern bei einem Ortstermin der Vonovia deutlich. 

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Oft befindet sich der Müll nicht im Container, sondern daneben.

Quelle: Nancy Heusel

Hannover. Nach massiven öffentlichen Protesten von Eltern reagiert die Stadt mit einem Drei-Punkte-Plan auf die Missstände in der Kita Canarisweg.

Erstens : Sie sperrt das regelmäßig von Anwohnern vermüllte Außengelände auf Dauer - und rückt damit von dem Vorhaben ab, die Kitakinder weiter durch Taubennetze an Balkonen oder andere Sicherheitsvorkehrungen schützen zu wollen. Stattdessen sucht sie „schnellstmöglich“ eine andere Außenfläche in der Nähe der Kita für die Kinder.

Die Stadt reagiert mit Drei-Punkte-Plan auf die Missstände in der Kita Canarisweg.

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Zweitens : Die Stadt prüft jetzt „mit Hochdruck“ Flächen für eine Übergangslösung. Der Vermieter der Kita, die Wohnungsbaugesellschaft Vonovia, hat der Stadt dafür zwei Grundstücke angeboten, nach eigenen Angaben eines hinter dem Schollweg und eines hinter dem Reichweinweg. Es werde derzeit geprüft, ob eines davon infrage komme, heißt es bei der Stadt. Auch auf dem städtischen Grundstück in der Beckstraße wäre Platz. In dieser Übergangskita finden nicht nur die Kinder vom Canarisweg Platz. Es entstehen überdies zusätzlich 68 der in dem Wohnviertel insgesamt dringend benötigten Kita- und Hortplätze.

Drittens : Neu ist auch, dass die Stadt ein neues Familienzentrum mit 160 Plätzen in der Beckstraße nicht mehr im Verbund mit zwei anderen Kitas plant, sondern allein ausschreibt. Auch so will man Zeit gewinnen. Vor dem Frühjahr 2021 ist allerdings mit einem Einzug nicht zu rechnen: „So ein Neubau braucht seine Zeit“, hieß es gestern von Seiten der Stadt.

Es sei technisch nicht möglich, eine Konstruktion für die jetzige Außenfläche zu finden, die garantiere, dass niemand zu Schaden komme, sagte Anke Broßat-Warschun, Leiterin des Fachbereichs Jugend und Familie, auf einer Sitzung der Sanierungskommission Soziale Stadt Mühlenberg. Die Stadt stellte ihr Maßnahmenpaket dort vor. Wie berichtet, fliegen seit Jahren regelmäßig Müll und schwere Gegenstände von den Balkonen von Anwohnern auf die Spielfläche. Zweimal wurden Erzieherinnen oder Kinder fast von einem schweren Gegenstand getroffen. Selbst ein über der Fläche gespanntes Stahlnetz würde nicht genug Schutz bieten, sagte Broßat-Warschun, genauso wenig wie eine Videoüberwachung des Gebäudes oder ein Securitydienst. All diese Varianten habe man geprüft und verworfen. Die Sicherheit der Kinder habe oberste Priorität.

„Wir weichen der Gewalt“

Mitglieder der Sanierungskommission erhoben in einer emotional geführten Diskussion schwere Vorwürfe gegen die Stadt. Man resigniere vor den Anwohnern, die die Kita mit ihrem Müll traktierten, hieße es. „Wir weichen der Gewalt“, kritisierte Kommissionsmitglied Michael Kant. Die Sanierungskommission verabschiedete eine „Resolution“, in der ausdrücklich auch ordnungsrechtliche und polizeiliche Maßnehmen gegen die Verursacher des Mülls gefordert werden. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich künftig zudem ausschließlich mit dem Thema Canarisweg. Die Stadt sei viel zu lange untätig gewesen - und habe erst auf großen öffentlichen Druck überhaupt reagiert, klagte Brigitte Hurtzig. Nicht nur die Kinder in der Kita Canarisweg, sondern rund 100 weitere, die keinen Kita- oder Hortplatz hätten, bräuchten dringend Hilfe.

Anonymität fördert Vermüllung

Wie groß die Not der Kinder am Canarisweg ist, wurde gestern bei einem Ortstermin der Vonovia deutlich. Nicht nur Kitaplätze würden gesucht. Eine Nachhilfe für Schüler sei hoffnungslos überlaufen, sagte Petra Bleichwehl, Projektleiterin der Nachbarschaftsarbeit. 30 Plätze stünden bis zu 90 Kinder gegenüber. Insgesamt rund 150 „freilaufende Kinder“ würden nirgendwo aufgefangen: „Die Stadt hat viel zu lange weggesehen.“ 75 000 Euro gebe man jährlich für die soziale Betreuung der Mieter aus, sagte Bettina Benner von Vonovia gestern. Achtmal in der Woche werde das Gelände rund um die eigenen Gebäude gesäubert, Müllprobleme verursachten nicht nur ausländische Bewohner, die zum Teil zum ersten Mal in ihrem Leben auf einen Müllplatz stießen. Auch die Anonymität der Großanlage befördere den Mülltourismus.

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