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Weniger Fahrzeuge

Stadt Hannover scheut Kosten für Elektroautos

Von Andreas Schinkel

Dämpfer für den Einsatz von Elektroautos: Die Stadt Hannover hat die ursprünglich kalkulierte Stückzahl von Elektroautos für den Lieferverkehr nach unten korrigiert. Grund sind die von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) verlangten hohen Kosten.
Umweltfreundlicher Erdgas-Caddy von VW.

Umweltfreundlicher Erdgas-Caddy von VW.

© Christian Burkert (Symbolbild)

In den Verhandlungen zwischen der Stadt Hannover und Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) um den Einsatz von Elektroautos für den Lieferverkehr hat die Stadt jetzt einen herben Dämpfer hinnehmen müssen. Nach Informationen der HAZ verlangt VWN einen Preis von 200.000 Euro für ein einzelnes E-Fahrzeug des Modells Caddy. Die Hälfte der Summe will VWN übernehmen, 50.000 Euro muss die Stadt bezahlen, weitere 50.000 Euro sollen über Forschungszuschüsse zusammenkommen. Durch die hohen Kosten ist die Stadt nun gezwungen, die ursprünglich kalkulierte Stückzahl von E-Caddys, die im dreistelligen Bereich lag, erheblich nach unten zu korrigieren. Die Rede ist derzeit von nur fünf Fahrzeugen, die im kommenden Jahr geräuschlos über Hannovers Straßen rollen sollen. Offiziell heißt es aus dem Umweltdezernat: „Die Gespräche laufen weiter.“

Die SPD aber ist enttäuscht, wollte sie doch Hannover als Versuchslabor für Elektromobilität im großen Stil voranbringen. „Es ist nicht gerechtfertigt, dass die Automobilindustrie die hohen Kosten auf die Nutzer abwälzt“, sagt der umweltpolitische Sprecher der SPD, Manfred Müller. Vielmehr erwarte er, dass VWN stärker auf die Stadt zugehe, denn schließlich komme auf die Verwaltung auch Arbeit zu, etwa durch die Dokumentation des Feldversuchs. Wie berichtet, sollen die Elektroautos wegen ihrer begrenzten Reichweite von rund 150 Kilometern nur im innerstädtischen Lieferverkehr eingesetzt werden, etwa für Botendienste. Gleichzeitig könnte VWN bei dem Probelauf mit den Prototypen wertvolle Erfahrungen auf dem Weg zur Serienreife sammeln.

Die Sozialdemokraten überlegen jetzt fieberhaft, wie man die Kosten zurückschrauben und die Zahl der Fahrzeuge auf eine vorzeigbare Größe erhöhen kann. „Vielleicht sollte man mit Leasingmodellen arbeiten“, schlägt der Finanzexperte der SPD, Ralf Borchers, vor. Er hofft, dass man sich letztlich auf eine zweistellige Stückzahl einigen werde. „Uns wäre es lieb, wenn schon im nächsten Jahr die ersten E-Caddys durch Hannover fahren. Wir wollen nicht erst auf die Erfindung der Superbatterie warten“, sagt er.

Beim Koalitionspartner im Rat sieht man das Elektroabenteuer inzwischen skeptischer. „Die Frage stellt sich doch, ob angesichts solcher Kosten die Technik noch gar nicht ausgereift ist“, sagt der Umweltexperte der Grünen, Michael Dette. Womöglich sei es sinnvoller, in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zu investieren als in teure E-Mobile.

Die CDU will dagegen am Elektroauto festhalten. „Die Stadt sollte weiter verhandeln, selbst wenn es letztlich nur auf wenige Fahrzeuge hinausläuft“, sagt Fraktionschef Jens Seidel. Vielleicht könnten Unternehmen wie die Sparkasse als Sponsoren gewonnen werden.

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