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Stadt verstärkt Hilfen für Flüchtlinge

Flüchtlingsunterkünfte Hannover Stadt verstärkt Hilfen für Flüchtlinge

Beschäftigungsangebote, Ankommenskurse, Fahrräder: Die Stadtverwaltung und der „Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover“ wollen künftig kooperieren.

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Auf dem Gelände der Feuerwache 2 in Stöcken sind Flüchtlinge provisorisch in einer Turnhalle untergebracht.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Um den aus Kriegs- und Krisengebieten geflohenen Menschen das Einleben in Hannover zu erleichtern, unterstützt die Verwaltung jetzt auch den Verein „Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover“. Der im April 2013 gegründete Verein und ihm angeschlossene Nachbarschaftsinitiativen, insgesamt rund 100 Aktive, hat unter anderem ein Beschäftigungsangebot für Flüchtlinge initiiert. Seit gestern bietet die Verwaltung im Stützpunkt Hölderlinstraße Beschäftigungsmöglichkeiten für zunächst 20 Teilnehmer an - auf freiwilliger Basis. Bevor die Arbeit beginnen kann, absolvieren die Flüchtlinge zunächst einen vierwöchigen Sprachkursus. Zurzeit leben rund 1330 Flüchtlinge in städtischen Unterkünften und Wohnungen. Weil ihre Zahl immer weiter steigt, musste die Stadt jetzt kurzfristig 20 Männer in einer Stöckener Turnhalle unterbringen.

Ziel der Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge ist eine schnellere Integration, der Abbau von Sprachbarrieren und die Strukturierung des Tagesablaufs. Bisher haben zwei Träger Jobs zur Verfügung gestellt: Die Diakonie bietet Arbeitsmöglichkeiten in ihrer Kleiderkammer an, und der Verein Kargah gewährt verschiedene Möglichkeiten, an einem Internetprojekt mitzuarbeiten. „Das müssen alles Jobs sein, die ohne Einarbeitungszeit zu erledigen sind und eine gewissen Fluktuation vertragen, weil wir nicht wissen, ob und wie lange die Flüchtlinge in Hannover bleiben“, sagte Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Darüber hinaus bestehen Möglichkeiten Fahrräder zu reparieren oder Grünflächen zu pflegen - für 1.05 Euro pro Stunde. „Die Stadt ist auch offen für Angebote der Betroffenen selbst“, sagte Kalmus. „Wenn eine Frau Nähkurse anbieten möchte, könnte sie das auch tun.“ Geprüft wird ebenfalls, ob Flüchtlinge ein Praktikum in der Stadtverwaltung absolvieren können.

Außerdem kann der Unterstützerkreis, der eng mit dem Freiwilligenzentrum zusammenarbeitet, jetzt eine Honorarkraft auf 450-Euro-Basis für Verwaltungsarbeiten einstellen. Der Minijob wird aus Mitteln des Lokalen Integrationsplans finanziert. Auch die Unterstützer selbst sollen etwas entlastet werden - aus dem städtischen Fonds zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements. Für sie soll es etwa Fahrtkostenzuschüsse oder Qualifizierungen geben. Zusätzlich plant die Stadt in den Flüchtlingsunterkünften sogenannte Ankommenskurse. In 80 bis 100 Stunden sollen Neuankömmlinge nicht nur Sprachunterricht, sondern auch eine erste Einführung in die Grundlagen der deutschen Gesellschaft erhalten. Anbieter dieser Kurse wird die Volkshochschule Hannover sein.

Auf Anregung des Unterstützerkreises sollen in neu gebauten Unterkünften Gemeinschaftsräume eingeplant werden, die auch für Schulungen genutzt werden können. Geprüft wird außerdem, Bewohnern den Zugang zum Internet zu ermöglichen, damit sie etwa über Skype mit ihren Angehörigen kommunizieren können. Damit Flüchtlinge mobil werden, erhalten Gemeinschaftseinrichtungen Fahrräder aus dem Fundus des städtischen Fundbüros. Ein weiteres Projekt speziell zur Integration von Familien ist die Einrichtung eines „Eltern-Cafés“. Geplant sind eine verlässliche Kinderbetreuung, Informationen zu Erziehungsfragen und zum Bildungssystem.

Nachbarschaftskreise

Praktische und konkrete Hilfe: Der Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover und ihm angeschlossene Nachbarschaftsinitiativen helfen Bewohnern von Flüchtlingsunterkünften in mittlerweile acht Stadtteilen. Sie begleiten Flüchtlinge zu Ärzten und Behörden, vermitteln Deutschkurse und helfen bei der Suche nach Kita-Plätzen. Die Nachbarschaftskreise sind zwar unterschiedlich organisiert, aber untereinander vernetzt. So hat es der Kreis in Linden-Süd den Bewohnern einer Gemeinschaftsunterkunft unter anderem ermöglicht, dass sie Zugang zu Fernsehsendern in ihrer Heimat und einen kostenlosen Internetzugang per WLAN erhalten. Es gibt Patenschaften, Nachbarschaftsfeste sowie Zuwendungen von Bezirksrat, Kirchengemeinden und Privatleuten zur Anschaffung von Büchern für Sprachkurse oder Babyausstattungen. In anderen Stadtteilen gibt es Hausaufgabengruppen, Hilfen beim Umzug in eigene Wohnungen, ehrenamtlich betreute Fahrradwerkstätten oder kostenlose Beratungen durch Anwälte (Asylrecht). Der Unterstützerkreis in Kirchrode hat beispielsweise einen „Nachbarschaftspool“ zur Begleitung von Arzt- und Behördenterminen gegründet. Auf Einladung des Unterstützerkreises besuchten im Juli 20 Kinder aus allen Flüchtlingsunterkünften erstmals den Zoo Hannover.

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