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Aus der Stadt Stadt Hannover verzögert Plan für Sprengel-Anbau
Hannover Aus der Stadt Stadt Hannover verzögert Plan für Sprengel-Anbau
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14:31 27.06.2011
Von Andreas Schinkel
Schon länger ist im Sprengelmuseum in Hannover zu wenig Platz für die vielen Exponate, deshalb soll das Museum erweitert werden, doch die Stadt verzögert den Ausbauplan. Quelle: Christian Behrens (Archiv)
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Hannover

Zehn Millionen Euro EU-Fördergeld braucht Hannover für den geplanten Erweiterungsbau des Sprengel Museums – doch bei der zuständigen Bewilligungsstelle sind die notwendigen Unterlagen überfällig. Eine Nachfrist bis Anfang Juni ließ die Stadt verstreichen. Stattdessen hat das Kulturdezernat von Marlis Drevermann eine weitere Frist bis 2012 beantragt. Offenbar gelingt es im Rathaus nicht, die komplexen Förderunterlagen zusammenzustellen, wie aus einem Schreiben hervorgeht, das der HAZ vorliegt. Das Vorhaben, das angesehene Museum für 25 Millionen Euro mit einem weiteren Bauabschnitt zu ergänzen, soll durch die Verzögerungen aber noch nicht gefährdet sein, heißt es. Baubeginn soll bereits im Herbst 2012 sein.

Im ersten Antragsschreiben der Stadt habe gleich eine ganze Reihe von Unterlagen gefehlt, etwa eine Projektbeschreibung, ein Finanzierungs- und Zeitplan. Auch Lage- und Grundrisspläne vermisste die NBank des Landes, die als Bewilligungsbehörde über den Antrag entscheidet. Alle Dokumente sollten „möglichst zeitnah, jedoch spätestens bis zum 6. Juni“ nachgereicht werden, forderte die NBank in ihrem Antwortschreiben Anfang Mai. Die Stadt handelte daraufhin eine Fristverlängerung aus. Erst im Januar 2012 will die NBank den Antrag jetzt abschließend prüfen. „Die erforderlichen Planungsunterlagen reichen wir sukzessive nach“, verspricht Kulturdezernentin Marlis Drevermann. Sie sei sicher, dass das Geld zum Baubeginn im Herbst 2012 aus dem EU-Topf zur Verfügung steht. „Zeitverzögerungen bei den Efre-Mitteln können wir uns nicht leisten“, sagt die Kulturdezernentin.

Nicht zum ersten Mal zeigt sich Drevermann ungeschickt im Umgang mit Finanzplanung. Bei der Berechnung der Betriebskosten für das Museum im künftigen Schloss Herrenhausen – wie das Sprengel Museum ein weiteres kulturelles Aushängeschild Hannovers – verwechselte sie Brutto mit Netto. Plötzlich explodierten scheinbar die Personalkosten, und Oberbürgermeister Stephan Weil musste sich für die fehlerhaften Planungen seiner Dezernentin entschuldigen. Jetzt hat eine verwaltungsinterne Arbeitgruppe das Ruder übernommen.

Auch beim Sprengel Museum ist noch lange nicht klar, ob das angepeilte Budget von 25 Millionen Euro reichen wird. Eine Machbarkeitsstudie kam im Herbst zu dem Ergebnis, dass die Summe von 25 Millionen Euro nur leicht überschritten werde müsse. Der Fehlbetrag von 400 000 Euro könne durch „Einsparungen und Optimierungen in der Planungs- und Bauphase erwirtschaftet werden“, hieß es damals. Ganz so einfach scheint diese „Optimierung“ nun doch nicht zu sein – angeblich liegt hier ein Grund dafür, dass die Stadt Probleme mit dem Einreichen der Unterlagen hat.

Geplant ist bisher, dass sich die Stadt und das Land mit je fünf Millionen Euro beteiligen, zehn Millionen Euro werden von der EU erhofft. Weitere fünf Millionen Euro sollen von privaten Spendern aufgebracht werden. Dem Vernehmen nach steht zumindest von dieser Seite ein großer Teil der Summe schon bereit. „Wir sind sehr optimistisch“, sagt Angela Kriesel vom Freundeskreis des Sprengel Museums.

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