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Aus der Stadt Kommen wieder Flüchtlinge in den Deutschen Pavillon?
Hannover Aus der Stadt Kommen wieder Flüchtlinge in den Deutschen Pavillon?
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00:16 01.03.2018
Déjà vu: Der Deutsche Pavillon könnte wieder als Flüchtlingswohnheim dienen, weil die Zahl der Asylsuchenden in Hannover steigt. Quelle: Foto: Dröse
Hannover

In Hannover müssen wieder mehr Flüchtlinge untergebracht werden, zugleich steigt die Zahl der Obdachlosen – beides bringt jetzt die Stadtverwaltung in die Bredouille. Insgesamt 550 Unterkunftsplätze für Obdachlose will die Stadt schaffen, zum Teil in Flüchtlingswohnheimen. Damit fallen rund 350 Plätze wegm die für die Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen waren. Das geht aus einem Verwaltungspapier hervor, das der HAZ vorliegt. Im Rathaus denkt man nun darüber nach, den Deutschen Pavillon an der Expo-Plaza wieder als Notunterkunft für Flüchtlinge herzurichten. „Ich gehe davon aus, dass der Deutsche Pavillon wieder gebraucht wird“, sagt SPD-Bauexperte Lars Kelich.

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise vor drei Jahren hatte sich die Stadt entschlossen, den Deutschen Pavillon für 5,5 Millionen Euro zu erwerben und in eine Notunterkunft umzuwandeln. Die Feuerwehr stellte Zelte in der Halle auf, um den riesigen Raum aufzuteilen. Zeitweise wohnten 550 Asylsuchende in der ehemaligen Ausstellungshalle. Zwischenzeitlich wurden Beschwerden laut über Mäuse und mangelnde Privatsphäre. Im August 2016 räumte die Stadt den Deutschen Pavillon.

Möbelpark Boss wegen Brand nicht belegbar

Die Zahl der Asylsuchenden ist seitdem deutlich zurückgegangen. Dennoch entschlossen sich Stadt und Ratspolitik, Notunterkünfte vorzuhalten. „Dazu gehören der ehemalige Möbelmarkt ,Möbel Boss’ und der Deutsche Pavillon“, teilt Stadtsprecherin Michaela Steigerwald mit. Die Unterkünfte könnten grundsätzlich kurzfristig wieder in Betrieb genommen werden. Der Möbelmarkt sei wegen eines Brandes in unmittelbarer Nachbarschaft aber aktuell nicht belegbar.

Jetzt muss Hannover wieder mehr Flüchtlinge unterbringen. Die Stadt geht davon aus, dass bis zum Sommer rund 160 Menschen pro Monat eintreffen. „Das macht genau eine Unterkunft im Monat aus“, sagte Baudezernent Uwe Bodemann kürzlich im Bauausschuss. Daher arbeitet die Stadt mit Nachdruck daran, weitere Containerdörfer in Betrieb zu nehmen. Doch die Zeit läuft ihr davon. 

Maritim-Mietvertrag wird verlängert

Eigentlich muss im Sommer die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Maritim-Hotel gegenüber dem Rathaus geräumt werden. Der Mietvertrag mit dem Eigentümer, der Berliner Intown, läuft aus, das Gebäude soll umgebaut und wieder als Hotel betrieben werden. Mehr als 300 Flüchtlinge müssen ausziehen. Nach Informationen der HAZ verhandelt die Stadt über eine mehrmonatige Verlängerung des Mietvertrags, um die Zeit zu überbrücken, bis weitere Containerdörfer fertiggestellt sind.

In der Ratspolitik wird das Vorgehen begrüßt. „Es ist unsere humanitäre Pflicht, die Menschen würdig unterzubringen“, sagt SPD-Mann Kelich. Auch die CDU findet, dass die Stadt einen guten Job macht. „Flüchtlinge und Obdachlose dürfen aber nicht gegeneinander ausgespielt werden“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Die FDP meint, dass Hannover angesichts der steigenden Zahlen gelassen bleiben kann. „Die Stadt ist gut gerüstet“, sagt FDP-Baupolitiker Wilfried Engelke

Von Andreas Schinkel

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