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Stadt Hannover will Mittagessen an Schulen selbst organisieren

Catering Stadt Hannover will Mittagessen an Schulen selbst organisieren

Ringen um die Mittagsversorgung: Der Ausfall des Caterers „Sonnenblume“ hat eine große Lücke in der Schulverpflegung hinterlassen. Die Stadt Hannover kümmert sich jetzt selbst um das Problem – damit Tausende Schüler nicht vor leeren Tellern sitzen.

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In der Integrierten Gesamtschule Roderbruch ist die Teilnahme am Mittagessen für die jüngeren Schüler verbindlich.

Quelle: Fender

Hannover. Die Telefone stehen nicht mehr still – in den Schulen, bei der Stadt und den Cateringunternehmen Hannovers. Die Stadt will die Schulverpflegung selbst organisieren – und ein Caterer zeigt Interesse an der „Sonnenblume“-Küche

Alle bemühen sich, die große Lücke zu füllen, die der Ausfall des Caterers „Sonnenblume“ gerissen hat. Neun Tage haben sie noch Zeit, dann beginnt das Schuljahr, und die Kinder strömen in ihre Mensen. Damit nicht Tausende von Schülern vor leeren Tellern sitzen, sucht man nach schnellen Lösungen. „Bei uns haben sich schon etliche Caterer gemeldet“, sagt Stadtsprecherin Anja Menge. Das Schulamt versucht nun, einen Kontakt zu den Schulen herzustellen. In den Ferien ist dies aber nicht ganz einfach. „Erreichen wir eine Schule nicht, organisieren wir das Mittagessen für die ersten Schultage selbst“, verspricht Menge.

Caterer zeigt Interesse an „Sonnenblumen“-Küche

Eine andere Lösung deutet sich aus dem Umfeld des Vereins Altenzentrum an, Träger von „Sonnenblume“. „Ein Caterer signalisiert Interesse, alle Verträge zu übernehmen“, sagt Marko Nolden, Mitarbeiter des Vereins. Damit hätte auch die Großküche in Wunstorf wieder eine Zukunft, ebenso die rund 80 Mitarbeiter, die durch die Firmenauflösung von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Noch aber, so betont Nolden, müssten weitere Gespräche geführt werden. „Dennoch stimmt uns die Wendung optimistisch“, sagt er.

Auch andere Anbieter sind längst aktiv geworden. Bei einem Kita-Träger hätten sich bereits Caterer aus „ganz Norddeutschland“ gemeldet. Die Goetheschule wartet lieber ab, ob es eine Lösung mit „Sonnenblume“ gibt. „Wir waren sehr zufrieden. Die Lieferanten der Zutaten sind alles Betriebe aus der Nähe. Das ist besser, als tiefgefrorenes Essen aus Magdeburg zu beziehen“, sagt Schulleiter Wilhelm Bredthauer.

Der Essenlieferant „Perfekta“ aus Langenhagen würde auch den einen oder anderen Auftrag übernehmen. „Wir wollen uns aber nicht überheben“, sagt Bereichsleiter Leonard Stetten. Ohnehin seien die Gewinnmargen sehr gering. Erschwerend komme hinzu, dass die Stadt Hannover die Mittagsversorgung in den Schulen nicht subventioniere, im Gegensatz zu Kommunen wie Gehrden oder Ronnenberg. „Dadurch erhöht sich unser Risiko“, sagt Stetten. Denn ein Caterer gehe zunächst in Vorleistung. Er bereitet das Essen zu, liefert es aus und muss sich in einigen Schulen auch noch um die Ausgabe kümmern.

Bei Schülern wird die Mensa schnell „uncool“

„Dann sind wir gewissermaßen Betreiber der Mensa, und das verursacht hohe Personalkosten“, erklärt Stetten. Meist nehmen die Schüler das Mittagessen anfangs gut an, doch es komme vor, dass es plötzlich als „uncool“ angesehen wird. „Wir hatten schon Fälle, wo zunächst 150 Schüler und dann nur noch 30 teilnahmen.“ Die Fixkosten, etwa für das Personal, aber blieben gleich. Das Problem sieht auch Ute Janus vom Stadtelternrat. „Es ist schwierig, für 2,60 Euro gutes, gesundes Essen anzubieten. In Betriebskantinen wird das subventioniert.“

Hier liegt vielleicht auch eine Ursache für das Scheitern des Caterers „Sonnenblume“, der nach eigenen Angaben 20 Schulen in Hannover belieferte und ebenfalls eigene Mitarbeiter für die Essensausgabe bereitstellte. Die Integrierte Gesamtschule Roderbruch macht das gemeinsame Mittagessen in der Mensa deshalb für Zweit- bis Sechstklässler verbindlich. „98 Prozent der Eltern unterschreiben das, und wir haben so eine feste Basis“, sagt Schulleiter Bernd Steinkamp. Der Betrieb „Alles Banane“ kocht frisch vor Ort und hat eine zweite Küche mit eigener Crew in der IGS Langenhagen eröffnet.

Andreas Schinkel, Bärbel Hilbig

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