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Stadt will Werbung auf Friedhöfen bekämpfen

Neue Friedhofssatzung Stadt will Werbung auf Friedhöfen bekämpfen

Sollten Friedhöfe ein Ort für Firmenwerbung sein? In einer novellierten Friedhofssatzung  werden strikte Vorgaben für Gärtnereien und Steinmetze formuliert. Grabsteine mit deutlich sichtbarem Firmenlogo des Steinmetzes, Erdgräber, in denen Zettel mit der Adresse einer Gärtnerei stecken sollen künftig unterbunden werden. Doch wird das auch durchgesetzt?

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Grabsteine sollen sich grundsätzlich „harmonisch ins Gestaltungskonzept einfügen“ – wie hier auf dem Friedhof in Lahe.

Quelle: Surrey (Archiv)

Hannover. Grabsteine mit deutlich sichtbarem Firmenlogo des Steinmetzes, Erdgräber, in denen Zettel mit der Adresse einer Gärtnerei stecken – solche Werbung auf Friedhöfen will die Stadtverwaltung künftig unterbinden. In einer novellierten Friedhofssatzung werden Firmendaten auf Grabstätten ausgeschlossen. Lediglich Kürzel mit drei Buchstaben sind erlaubt. „Der Wirtschaftsverband Gartenbau ist an uns mit Änderungswünschen herangetreten“, sagt Cordula Wächter, Leiterin des Friedhofsamts, am Montag im Umweltausschuss. Doch nicht alle sind zufrieden. Die hannoversche Gärtnerei Stange bleibt skeptisch. Sie wünscht sich vor allem mehr Kontrollen auf den städtischen Friedhöfen.

Gärtnerei-Inhaber Lars Stange liegt bereits seit drei Jahren im Streit mit der Stadt. „Ich schätze, dass auf den Friedhöfen Hannovers 1500 Ordnungswidrigkeiten zu finden sind“, sagt er. Mehrere Fotos von Grabsteinen kann er zeigen, auf denen Steinmetze ihre Logos eingemeißelt haben. „Ein Friedhof ist kein Ort für Firmenwerbung“, sagt er. Stange sieht eine Wettbewerbsverzerrung und hat Anzeige gegen unbekannt erstattet. Er bezweifelt, dass die städtischen Mitarbeiter das Reklameverbot mit einer ausreichenden Zahl von Kontrollgängen durchsetzen können.

Wie viel Werbung darf sein?

„Wir kontrollieren im Rahmen der personellen Möglichkeiten“, sagt Svenja Koebe vom Friedhofsamt. Manche Aufgaben könne man aber nicht erfüllen, wenn es personelle Engpässe gibt. „Ganz oben auf der Prioritätenliste steht die Verkehrssicherungspflicht“, sagt Koebe. Das bedeutet: Bevor Friedhofs-Bedienstete nach Werbeschildchen Ausschau halten, müssen etwa morsche Äste entfernt werden, die über einem Weg hängen. Koebe räumt aber ein, dass es Probleme mit Betrieben gebe, die die Vorschriften ignorierten.
Letztlich geht die Stadt mit der geänderten Friedhofssatzung einen Schritt auf die Grabpflege-Branche zu. In der neuen Satzung ist zu lesen, dass „genaue Firmendaten“ auf Grabsteinen unzulässig sind. Lediglich ein Kürzel mit maximal drei Buchstaben ist erlaubt. Gleiches gilt für die kleinen Zettel, die Gärtnereien als Pflegeanweisungen für ihr Personal an den Grabstätten platzieren.

Die Kärtchen müssen künftig ein Querformat haben und dürfen ein wenig größer sein. Sie sollen nicht nur Informationen über die Pflege des jeweiligen Beets enthalten, sondern auch den Namen des Verstorbenen zeigen. „Manchmal werden die Pflegehinweise auf ein anderes Grab gesteckt“, berichtet Koebe. Wenn künftig der Name auf dem Kärtchen stehe, werde vermieden, dass sich die Gärtner um ein falsches Grab kümmerten.

Extravagante Grabsteine sind auf den hannoverschen Friedhöfen zwar nicht grundsätzlich verboten, sie dürfen aber nicht allzu sehr aus der Reihe fallen. „Grundsätzlich sollen sich alle Grabmale harmonisch in das vorhandene historische Gestaltungskonzept einfügen“, heißt es in der neuen Satzung. Die Ratspolitik stimmt erst nach den Osterferien über die Novelle ab.     

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