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Aus der Stadt Stadt Hannover will nicht vor Blitzern warnen
Hannover Aus der Stadt Stadt Hannover will nicht vor Blitzern warnen
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20:54 27.07.2011
Hier blitzt es gewaltig: Die Anlage in Höhe des Weidetorkreisels. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Seit 60 Jahren beschäftigt er sich mit Straßenbeschilderungen aller Art und kritisiert: „Die Verkehrszeichen, die unmittelbar vor dem Blitzer auf Tempo 80 hinweisen, reichen schlicht nicht aus.“

Vor knapp einem Jahr ließ die Stadt den Blitzer aufstellen, um die Unfallgefahr an der Auffahrt zum Messeschnellweg in Richtung Pferdeturm zu reduzieren. Trotzdem waren dort in den Monaten Mai und Juni täglich knapp 200 Autofahrer zu schnell unterwegs. „Wenn derart viele Autos geblitzt werden, dann muss die Stadt mal nachdenken, woran das liegt“, sagt Sporleder. Derzeit weist ein Metallschild die Autofahrer 280 Meter vor dem Blitzer darauf hin, dass sie von Tempo 100 auf 80 Stundenkilometer abbremsen müssen. Etwa 100 Meter weiter folgen weitere Schilder, erst unmittelbar vor dem Messpunkt leuchtet die Geschwindigkeitsvorgabe auf einer großen LED-Tafel. „Das ist viel zu spät. An anderen Stellen setzt die Stadt deutlich mehr LED-Tafeln ein“, sagt Sporleder. Zum Beispiel in der Gegenrichtung des Messeschnellwegs in Höhe Bischofshol. Dort weisen mehrere LED-Tafeln in kurzen Abständen immer wieder auf Tempo 80 hin.

Werner Sporleder hat der Stadt ein Angebot gemacht: Für einen Monat will er eine seiner mobilen LED-Tafeln kostenlos am Messeschnellweg aufbauen. Eine große 80 soll darauf leuchten und der Hinweis „Radar“. „Da wird die Stadt sehen, wie die Zahl der geblitzten Autos schrumpft“, ist sich der 85-Jährige sicher. Die Stadtverwaltung hat inzwischen mitgeteilt, dass im Stadtgebiet generell nicht auf Geschwindigkeitskontrollen hingewiesen werde – und sie das Angebot ausgeschlagen werde. „Da muss sich die Stadt nicht wundern, wenn der Eindruck entsteht, dass es gar nicht um Sicherheit geht, sondern um Abzocke“, meint Werner Sporleder.

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