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Stadt will "stille Reserve" für Flüchtlinge

Unterkünfte Stadt will "stille Reserve" für Flüchtlinge

Die Stadt will bis zum Jahr 2020 dauerhaft 5000 Plätze in Unterkünften für Flüchtlinge vorhalten – obwohl zurzeit immer weniger Flüchtlinge nach Hannover kommen. Die Verwaltung plant sogar mit einer „stillen Reserve“ von weiteren 2700 bis 3000 Plätzen.

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Hat ausgedient: 720 Flüchtlinge aus 33 Nationen passten ins ehemalige Oststadtkrankenhaus - 2017 sollen sie alle eine andere Bleibe gefunden haben. Foto: dpa (Archiv)

Quelle: Julian Stratenschulte

Hannover. Der Grund: Man will nicht noch einmal unvorbereitet wie im vergangenen Herbst von einem Flüchtlingszustrom überrannt werden. Zurzeit leben in Hannover rund 4300 Flüchtlinge, dazu 430 alleinlebende minderjährige Flüchtlinge. Eine neue Quote des Landes, die bestimme, wie viele Flüchtlinge Hannover aufnehmen soll, gebe es zwar vermutlich erst Ende November, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) Montag. Derzeit kämen aber deutlich weniger Flüchtlinge als noch vor einigen Monaten: Nach Angaben von Stadtbaurat Uwe Bodemann waren es allein von Juni bis August 2016 nur 172.

Man habe sich deshalb schon jetzt entschieden, die Kapazitätsplanungen für Unterkünfte anzupassen, sagte Schostok. „Wir wollen vom Ausnahmezustand zum Alltag übergehen.“ Zuvor hatte die Verwaltung Ratsfraktionen und Bezirksbürgermeister informiert.

Die 5000 Unterkunftsplätze für Flüchtlinge sollen sich auf lange Sicht nur noch in Wohnheimen, Wohnprojekten und Wohnungen befinden. Die Plätze in Notunterkünften sollen ganz wegfallen. Allerdings: Die Plätze in drei bereits geschlossenen Notunterkünften - Badenstedter Straße, Expo Plaza und Alter Flughafen - will die Stadt als „stille Reserve“ behalten. Im Notfall sollen sie wieder zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert werden. Das Oststadtkrankenhaus und die Notunterkunft im Schulzentrum Ahlem sollen dagegen 2017 ganz geschlossen werden.

Zur „stillen Reserve“ sollen überdies fünf Leichtbauhallen und sechs geplante Flüchtlingsunterkünfte gehören. Letztere sollen zwar auf Eis gelegt, im Notfall aber reaktiviert werden können. Von ihren Plänen erhofft sich die Stadt erhebliche Spareffekte. Man habe 2016 mit Investitionen von rund 80 Millionen für Flüchtlinge gerechnet, hieß es Montag. Binnen eines Jahres sollten diese um 25 Prozent reduziert werden. In den Stadtteilen will man die Zahl der Flüchtlinge bis 2018 angleichen. Allerdings: In Buchholz-Kleefeld, dem am meisten belasteten Stadtteil, liegt sie weiterhin hoch. Die Stadt will auch an zwei weiteren in Hochzeiten der Flüchtlingskrise geschaffenen Einrichtungen festhalten: an den 46 Integrationsmanagern, die sich in den Unterkünften um soziale Betreuung kümmern, und an der Koordinierungsstelle Flüchtlingshilfe. Die Integrationsmanager aus den Notunterkünften sollten in Zukunft Flüchtlingen in den Stadtteilen im alltäglichen Leben helfen. Die Koordinierungsstelle soll auch künftig die Ehrenamtlichen unterstützen.

Diese Flüchtlingsunterkünfte kommen nicht

Immer weniger Flüchtlinge kommen nach Hannover. Es gibt deshalb eine ganze Reihe von bereits geplanten Flüchtlingsunterkünften, die die Stadt jetzt nicht mehr bauen will.
Planungsstopp : An den folgenden sechs Standorten – fünf Modulanlagen und dem alten VHV-Gebäude in der Constantinstraße – werden die Planungen für eine Unterkunft komplett eingestellt:
Constantinstraße / List
Friedländer Weg / Oberricklingen
Große Heide / Isernhagen-Süd
Ludwig-Jahn-Straße/ Misburg-Nord
Lange-Feld-Straße / Kirchrode
Thaerstraße / Mittelfeld
Für den Fall, dass die Flüchtlingszahlen doch wieder steigen, will die Stadt an fünf weiteren Standorten die Planungen zwar auf Eis legen. Allerdings sollen man die Grundstücke hier für den Notfall gehalten werden.
Stille Reserve : An folgenden Standorten baut die Stadt jetzt nicht, behält die Grundstücke aber als stille Reserve in der Hinterhand:
Bemeroder Anger / Bemerode
Corinthstraße / Groß-Buchholz
Deveser Straße / Wettbergen
Erythropelstraße / Wülfel
Karl-Imhoff-Weg / Vahrenwald
Thurnithistraße / Döhren
Ein Sonderfall ist die geplante Flüchtlingsunterkunft am Kneippweg. Hier wird kleiner gebaut: Die Plätze wurden von 120 auf 80 reduziert.

jr     

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