Gebühren für Personalausweise, Ummeldungen, Feinstaubplaketten und weitere kommunale Leistungen müssen dann nicht mehr bar bezahlt, sondern können auch mit ec-Karten beglichen werden. Im Anschluss sollen Zug um Zug die Stadtteilbüchereien mit Lesegeräten ausgestattet werden, Kunden können dann zum Beispiel Jahresentgelte vom Konto abbuchen lassen. Wann weitere Behörden an das elektronische Zahlverfahren angeschlossen werden, ist noch offen. Aufwand und Nutzen sollen im Verhältnis stehen: So könnte es zu teuer sein, Kassen von Schwimmbädern umzurüsten, wenn es nur um Eintrittsgeld von wenigen Euro geht.
Die Stadt investiert in den nächsten Jahren rund zehn Millionen Euro in das sogenannte e-government. Ein Familienservicebüro für Kinderbetreuung soll eingerichtet werden, Ausschreibungen und Vergaben ebenfalls auf elektronischem Weg möglich sein. Dazu zählt die Umstellung auf bargeldloses Bezahlen ebenso wie das Ziel, zahlreiche Dienstleistungen auch im Internet anzubieten, um Bürgern Wege zu ersparen und Anträge schneller bearbeiten zu können.
Auf Basis eines Dokumenten-Management-Systems (DMS) will die Verwaltung im Laufe der nächsten Jahre ein Verfahren ablösen, das so alt ist wie die Bürokratie selbst – den Aktenumlauf per Büroboten. Akten sollen künftig im Computer geführt und von mehreren Dienststellen gleichzeitig bearbeitet werden können. Das ist dort einfach, wo Abläufe einigermaßen standardisiert sind, etwa bei Bußgeldbescheiden. Schwieriger wird es dort, wo persönliche Schicksale betroffen sind, wie es oft im Sozialamt vorkommt. Per Ausschreibung sucht die Verwaltung im nächsten Jahr nach einer geeigneten Software.
Um die Verständigung mit Migranten im Verwaltungsalltag zu erleichtern, gründet die Stadt einen Dolmetscherpool. Ihm gehören Rathausbeschäftigte an, die mindestens zwei Sprachen sprechen und Erfahrungen mit dem Dolmetschen haben. Auch an Beschäftigte der Volkshochschule ist gedacht. Sie sollen zwischen Migranten und Sachbearbeitern vermitteln.
HAZ.de Anmeldung
Kommentare
Schulungen Andreas – 29.10.09
Bestimmt werden die Ämter Anfang des nächsten Jahres für eine Woche geschlossen. Schließlich müssen die Mitarbeiter ja auf das neue und komplizierte System geschult werden. :-)loooooooolll Methusalem – 29.10.09
Traurig, dass so etwas eine Meldung wert ist, nachdem das Zahlen per Karte im Rest der Welt schon seit 10 oder mehr Jahren Standard ist.Mich hat es vor 2 Jahren eiskalt erwischt, als ich mein Auto anmelden wollte und plötzlich die Gebühren in bar bezahlen sollte.
Auf meine Frage, wo denn der nächstge Automat ist, lautete die Antwort der Mitarbeiterin der Zulassungsstelle: "in der Stadt am Bahnhof ist bestimmt einer"
Aber man soll sich auch über die kleinen Dinge freuen. Hannover ist bald nur noch in 999 Dingen der Welt um Jahre hinterher.
grandios paulchen – 28.10.09
Boooooaaaaaahhhhhhh ist das ne Nachricht, der Bürger muss nicht mehr erst zur Bank um die Ecke laufen und Bargeld holen wenn er seine Pässe abholt. Hoffentlich klappt das dann auch mit der Abrechnung, weil die Kassenwarte doch sooooo an das Bargeld gewöhnt sind. Nicht das man noch ein Haushaltsloch dafür erfinden muss. Falls sich das wie beißender Spott anhört, es ist welcher. 10 Jahre nach der Jahrtausendwende und nach der EXPO beginnt endlich auch in Hannover die Zukunft, alle Achtung.Dolmetscherpool WillmaNord – 28.10.09
VORSICHT WITZ-VERSUCH:Kommt ein Eskimo ins Rathaus, um einen Betrieb mit 1000 Mitarbeitern anzumelden.
Sachbearbeiter: Sie können entweder in drei Jahren wieder kommen oder die Anmeldung jetzt gleich mit unserem Denglish-Dolmetscher besprechen. Der kennt eigentlich nur die dummen Sprüche aus der Werbung, aber für solche Aufgaben wird es schon reichen.
DMS, EC-Cash WillmaNord – 28.10.09
WEILdie Stadt sich gern selbst auf den Füßen steht:
DMS ohne IDM wird in den Ausschreibungen billiger sein, also kann (fast) jeder auf alles zugreifen. Siehe auch POST-BANK. Am Ende wird das als besonders demokratisch verkauft.
SCHÖNE NEUE WELT - mir graust es..
Jahrelange Vorbereitung Ein glücklicher Bürger – 28.10.09
Herzlichen Glückwunsch. Hat die LHH, nach jahrelanger Vorbereitung, auch schon gemerkt, dass es EC-Cash Terminals gibt?Was gab es da "vorzubereiten"? Vor allem: was kommt als nächste große Überraschung?
Warum muss in dieser Stadt das Rad immer neu erfunden werden?
Donerwetter LJA – 28.10.09
Seit gerade mal 30 Jahren gibt es das ec-Karten System und schon reagiert die Stadt Hannover entsprechend. Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten !