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Stadt bietet Ein-Euro-Jobs für 200 Flüchtlinge

Chance auf Arbeit Stadt bietet Ein-Euro-Jobs für 200 Flüchtlinge

Die Stadt bietet 200 geduldeten Flüchtlingen oder Asylbewerbern künftig die Chance auf Arbeit. Damit wolle man „auch schon den noch in Verfahren befindlichen Menschen eine Perspektive eröffnen“, sagte Dezernent Thomas Walter gestern im Sozialausschuss.

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Jobs für 200 Flüchtlinge: Vorgesehen sind unter anderem einfache Reparatur- und Renovierungsaufgaben.

Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. Bis zu 200 geduldeten Flüchtlingen oder Asylbewerbern jährlich bietet die Stadt Hannover künftig die Chance auf Arbeit. „Ein städtisches Rathaus kann den Arbeitsmarkt für Flüchtlinge nicht regeln“, sagte Sozialdezernent Thomas Walter im Sozialausschuss. Hier seien die Jobcenter, die Bundesagentur für Arbeit und auch die Wirtschaft gefragt. Neben Sprache sei Arbeit aber ein Hauptschlüssel für Integration. Weil vermutlich immer mehr Flüchtlinge dauerhaft in Deutschland bleiben würden, wolle man „auch schon den noch in Verfahren befindlichen Menschen eine Perspektive eröffnen“.

Das Pilotprojekt, zunächst auf ein Jahr angelegt, kombiniert ein Sprachförderprogramm mit Ein-Euro-Jobs. Vorgesehen sind unter anderem einfache Reparatur- und Renovierungsaufgaben, Arbeiten in den städtischen Grünflächen, in einer Fahrradwerkstatt, einer Kleiderkammer für Flüchtlinge oder die Begleitung von Kindern auf den Spielplatz. Als Arbeitgeber beteiligt sind neben der Stadt bislang das Diakonische Werk und das hannoversche Flüchtlingsbüro Kargah e.V. 350.000 Euro kostet das Projekt die Stadt. 70.000 Euro davon gibt das Land dazu.

Seit September 2014 erprobt die Stadt ihr Konzept in einem Modellprojekt. Flüchtlinge bekommen 20-Stunden-Jobs in Verbindung mit Sprachkursen angeboten. Einem vierwöchigen Intensiv-Sprachkurs folgt die Beschäftigungsphase mit zusätzlich acht Stunden Sprachunterricht pro Woche. 1,05 Euro bekommen die Flüchtlinge dafür zusätzlich pro Stunde. Dieser Satz ist - so die Stadt - im Asylbewerberleistungsgesetz so vorgesehen.

Anfangs brachen einige Teilnehmer (insgesamt meistenteils afrikanische Flüchtlinge zwischen 19 und 30) das Programm ab. Die Gründe: Angst vor Abschiebung und Motivationsprobleme deswegen, aber auch Probleme mit Fahrtkosten zur Arbeit. Sie wurden anfangs nicht übernommen. Aber: Von 40 Teilnehmern nahmen nach Angaben der Stadt am Ende schon 34 Teilnehmer eine Beschäftigung auf.

Kinderbetreuung: Ein Flüchtlingswohnheim in der Hildesheimer Straße soll eine Kinderbetreuung bekommen. Das hat der Sozialausschuss einstimmig beschlossen. Hintergrund: In dem Wohnheim sind vor allem Familien mit Kindern untergebracht, die oft erst nach Monaten einen Kindergartenplatz bekommen und jetzt schon gefördert werden sollen.

Jesidinnen aufgenommen: Die Stadt nimmt eine Gruppe traumatisierter jesidischer Frauen aus dem Nordirak auf. Die Frauen seien vom „Islamischen Staat“ (IS) terrorisiert worden und würden unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen untergebracht, sagte Walter. Das Ganze ist Teil einer humanitären Aktion des Landes jenseits von Asylverfahren.

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