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Stadt bringt Flüchtlinge auf Expo-Gelände unter

Hannover kauft Deutschen Pavillon Stadt bringt Flüchtlinge auf Expo-Gelände unter

Um die zahlreichen Flüchtlinge in Hannover unterbringen zu können, hat die Stadt den Kauf des Deutschen Pavillons auf dem Expo-Gelände beschlossen. Das Gebäude soll noch im Herbst für die Unterbringung von rund 450 Flüchtlingen hergerichtet werden. 

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Im Deutschen Pavillon sollen 450 Menschen Platz finden.

Quelle: Dröse (Archiv)

Hannover. Die Stadt Hannover stockt ihre Kapazitäten für die Unterbringung von Flüchtlingen erheblich auf – und greift dabei tief in die Stadtkasse. Beschlossen ist bereits der Kauf des Deutschen Pavillons auf dem Expo Gelände. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart, nach Informationen der HAZ beträgt er 5,5 Millionen Euro. In dem Bau – zu Expo-Zeiten ein Glanzstück – soll die Feuerwehr Hannover eine Unterkunft einrichten für rund 450 Asylsuchende.

Zudem will die Stadt das GHotel in Kleefeld kaufen, dort soll Platz für 600 Menschen sein. Der Preis für die Immobilie liegt im zweistelligen Millionenbereich. Noch ist der Kaufvertrag nicht in trockenen Tüchern. Im Rathaus wächst der Unmut über Firmen und Immobilieneigentümer, die die Notlage der Stadt ausnutzen und Preise hochtreiben. Deutlich günstiger ist die Möglichkeit, erneut eine Messehalle zu belegen. In der Halle 27 sollen Zelte aufgeschlagen und mehrere Hundert Personen untergebracht werden. Die Unterkunft steht aber nur von Anfang Dezember bis Anfang März 2016 zur Verfügung.

„Es ist uns gelungen, sehr kurzfristig unsere Kapazitäten quantitativ und qualitativ zu erweitern. Dies hilft uns sehr, die avisierten Flüchtlingszahlen zu meistern“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Er hofft, „mittelfristig“ auf einige Notunterkünfte, etwa Turnhallen, verzichten zu können. Ein Dutzend Sporthallen musste die Stadt mit Flüchtlingen belegen. Eigentlich sollten einige zum Jahresende geräumt werden.

Bis Ende Januar weitere 3500 Flüchtlinge

Der Druck wächst. Die Stadtverwaltung erwartet, dass bis Ende Januar weitere 3500 Menschen nach Hannover kommen. Die Feuerwehr Hannover hat das Krisenmanagement übernommen und richtet derzeit eine Immobilie nach der anderen als Notunterkunft her. Angefangen bei der Messehalle 21, die aber wieder geräumt ist, über einen leer stehenden Baumarkt in Badenstedt bis hin zu einem Möbelmarkt in Vahrenwald, in den demnächst 300 Flüchtlinge einziehen können.

Das Konzept ist bei allen Gebäuden ähnlich: Feuerwehrleute bauen in der jeweiligen Halle Gemeinschaftszelte auf, die wiederum zu Gruppen, sogenannten Dörfern angeordnet werden. Auch Dusch- und Toilettencontainer stellen die Feuerwehrleute auf, Wasser- und Stromanschlüsse werden gelegt. Diese Konzept will man auch auf den Deutschen Pavillon und die Messehalle 27 übertragen.

Im Deutschen Pavillon soll die Feuerwehr noch im Herbst Zelte aufbauen und das Gebäude herrichten. Eigentlich war die Stadt nur an einer Anmietung interessiert, doch darauf habe sich der Eigentümer nicht einlassen wollen, heißt es. Der Vorteil eines Erwerbs liegt für die Stadt darin, dass die Immobilie dauerhaft als Unterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung steht, die Messehalle 27 dagegen nur vier Monate.

Eine der größten Sammelunterkünfte Hannovers entsteht voraussichtlich im sogenannten GHotel in Kleefeld. 600 Menschen sollen im Hauptgebäude und seinen Anbauten Platz finden. Nach dem kostspieligen Erwerb stünde die Immobilie langfristig als Unterkunft zur Verfügung.

Region sucht Unterkünfte für Minderjährige

Zu wenig Plätze für zu viele minderjährige Flüchtlinge: Die Region Hannover wird 2016 eigenen Schätzungen zufolge mehr als 200 Flüchtlinge unter 18 Jahren mehr unterbringen müssen als bisher. Dazu kommen etwa 80 Minderjährige, die auf Kommunen in der Region mit eigenem Jugendamt verteilt werden müssen: Lehrte, Laatzen, Langenhagen, Burgdorf. Was bislang fehlt, sind entsprechende Unterkünfte. „Wir suchen dringend geeignete Immobilien“, sagte Alisa Bach, Leiterin des Fachbereichs Jugend, am Donnerstag im Jugendhilfeausschuss der Region. Auch Gastfamilien würden gesucht, die minderjährige Flüchtlinge aufnehmen wollen. 20 gebe es bereits.
Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes kündigte an, in Gottesdiensten dafür zu werben, dass Familien Minderjährige aufnehmen. Für ihre Erstversorgung nach der Ankunft stehen Bach zufolge eine neue Clearingstelle und 26 Ad-hoc-Plätze in Containern auf dem Gelände des Jugendheims Waldhof in Barsinghausen bereit. Danach müssten die Jugendlichen aber bis zum 18. Lebensjahr dauerhaft untergebracht werden. „Da fehlt uns der Platz.“

jr

 

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