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Aus der Stadt Stadt gibt Investor für Ihme-Zentrum mehr Zeit
Hannover Aus der Stadt Stadt gibt Investor für Ihme-Zentrum mehr Zeit
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18:27 02.06.2017
Von Andreas Schinkel
Komplizierte Verhältnisse: 83 Prozent der Immobilie gehören Intown, der übrige Bereich liegt in den Händen von Wohnungseigentümern.  Quelle: Michael Thomas
Hannover

Der Großeigentümer des Ihmezentrum, die Intown Gruppe, verpasst es, den Bauantrag für die Sanierung der maroden Immobilie rechtzeitig einzureichen - doch Stadtverwaltung und Ratspolitik bleiben gelassen. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) will den Planern mehr Zeit geben. Er geht davon aus, dass der Bauantrag „in nächster Zeit“ genehmigungsreif vorgelegt werde. „Insofern bleibt es dabei, dass die Stadtverwaltung erst danach über eine weitere Verlängerung der Mietverträge in die Verhandlungen einsteigen wird“, sagt Schostok auf Nachfrage der HAZ. Zuvor werde er mit der Ratspolitik sprechen.

Die Stadt ist Hauptmieter im Ihmezentrum. Sie unterhält dort Büros für Hunderte Mitarbeiter und sichert dem Eigentümer Intown eine solide Einnahmequelle. Um Druck auszuüben, hat Schostok Intown ein Ultimatum gestellt. Die Mietverträge werden nur verlängert, wenn Bauanträge für einen ersten Sanierungsschritt vorliegen. Einige Mietverträge mit der Stadt laufen bereits Ende des Jahres aus. Wird der Investor tätig, stellt die Stadt eine langfristige Mietbindung in Aussicht. Bis zum 28. Juni sollte Intown eigentlich den Bauantrag vorgelegt haben. Das ist nun nicht mehr zu schaffen. Man sei aber in der finalen Abstimmung mit dem Bauamt der Stadt, sagte der Verwalter des Ihmezentrums, Torsten Jaskulski kürzlich der HAZ. Die Stadt hatte die Frist schon einmal verlängert.

Neben dem Ihme-Zentrum gehören Intown noch weitere Gebäude in Hannover – und auch deutschlandweit. Einige Beispiele.

Die SPD im Rat bleibt trotz der Verzögerung gelassen. „Wenn der Bauantrag in Kürze auf dem Tisch liegt, dann versetzt mich der Aufschub jetzt nicht in Unruhe“, sagt SPD-Fraktionschefin Christine Kastning. Zwar werde kein exaktes Datum eingehalten, aber es seien deutliche Fortschritte sichtbar. „Ich bin zuversichtlich, dass der Prozess weitergeht“, sagt Kastning.

Zurückhaltender gibt sich die CDU. „Schon wieder verstreicht eine Frist. Das macht es schwierig, dem Investor zu vertrauen“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel. Er sieht jetzt Oberbürgermeister Schostok in der Pflicht. „Der OB muss erklären, woran es genau liegt, dass sich der Bauantrag verzögert“, fordert Seidel.

Auch die Grünen wollen im nächsten OB-Ausschuss wissen, wo die Gründe für die verpasste Frist liegen. „Was Intown vorhat, klingt vernünftig, aber wir brauchen Taten“, sagt Grünen-Fraktionschefin Freya Markowis.

Erneut haben Vertreter der Großeigentümer des Ihme-Zentrums Animationen für einen möglichen Umbau eines Teils des Gebäudes präsentiert. 

Das sieht die FDP, Bündnispartner für SPD und Grüne im Rat, ähnlich. „Es muss der Ratspolitik glaubhaft vermittelt werden, warum sich alles verzögert. Sonst ist der Ofen aus“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke.

Tatsächlich scheint der Teufel im Detail zu stecken. Nach Informationen der HAZ geht es um Kleinigkeiten, die aufgrund der komplizierten Eigentumsverhältnisse im Ihmezentrum nicht leicht zu planen sind.

83 Prozent der Immobilie gehören Intown, der übrige Bereich liegt in den Händen von Wohnungseigentümern. Nach Angaben von Intown habe man man allein 16 Monate gebraucht, um quadratmetergenau zu klären, welche Bereiche nun dem Investor gehören.

Enercity bleibt bei Kündigung

Zwar war Intown-Geschäftsführer Sascha Hettrich nach eigenen Angaben bei Stadtwerke-Chefin Susanna Zapreva zum Gespräch, einen Sinneswandel hat das bei dem hannoversche Unternehmen offenbar nicht bewirkt: Die Stadtwerke Enercity bleiben bei der Kündigung des Mietvertrages im Ihme-Zentrum. Das bestätigte am Freitag Unternehmenssprecher Carlo Kallen. Es gebe keine Änderung der bisherigen Pläne. Die Stadtwerke sind im Ihme-Zentrum nach der Stadtverwaltung der zweitgrößte Mieter. Der Mietvertrag endet im Jahr 2020.

Enercity plant den Bau einer neuer Firmenzentrale für 550 Mitarbeiter in Linden, gegenüber der Glocksee. Dafür sind 80 bis 90 Millionen Euro eingeplant. Das Unternehmen will dafür einen Teil des alten Gebäudebestands abreißen. mak

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