Wie düster die Haushaltslage Hannovers wirklich ist, zeigt sich jetzt daran, dass die Stadt Straßenschäden nur notdürftig repariert. „Die Schlaglöcher werden das ganze Jahr über meist geflickt, denn aufwendige Sanierungen können wir uns kaum leisten“, sagte Oberbürgermeister Stephan Weil am Freitag. Nach ersten Schätzungen des Baudezernats seien durch den frostigen Winter 30 bis 40 Prozent mehr Straßenschäden entstanden als in vergangenen Jahren. Eine endgültige Bilanz liegt der Stadt aber noch nicht vor.
Um die Ausbesserung der schlimmsten Schlaglöcher überhaupt bezahlen zu können, ist die Stadt gezwungen, verschiedene Etats umzuschichten. So wird das Budget für kurzfristige Ausbesserungen von Straßenschäden um 200 000 Euro auf 920 000 Euro aufgestockt. Die zusätzliche Summe wiederum entnimmt man dem Topf für großflächige Erneuerungen von Straßendecken, der dann auf 500 000 Euro abschmilzt. Etwas Spielraum verschafft sich die Stadt dadurch, dass sie den Vermögenshaushalt anzapft. Dem Vernehmen nach stehen dann einige Hunderttausend Euro zusätzlich zur Verfügung, um ausgewählte Straßen, denen der Winter besonders zugesetzt hat, umfangreicher ausbessern zu können. Neben der Goethestraße soll in ein halbes Dutzend weiterer Straßen investitiert werden. Eine Prioritätenliste wird derzeit erstellt. Der Oberbürgermeister räumte zugleich ein, dass eine grundlegende Erneuerung der Asphaltdecke auf vielen Straßen langfristig kostengünstiger sei als die jetzt geplante Flickschusterei. „Aber ein armer Mann lebt nun einmal teuer“, sagte Weil.
1400 Kilometer Straße hat Hannover zu betreuen, rund elf Millionen Euro gibt die Stadt jährlich für den Unterhalt aus. Etliche Straßen wurden in den vergangenen Jahren nur stellenweise ausgebessert, sodass die Fahrbahnen Flickenteppichen gleichen. Aufgrund des schlechten Zustands der Asphaltdecken waren viele Straßen in diesem Winter besonders anfällig für Frostschäden.
„Die Stadt könnte auch ein Sanierungsprogramm für die hannoverschen Straßen auflegen, den Bedarf gibt es zweifellos“, sagte Weil. Aber absolute Priorität bei den städtischen Investitionen genössen die Schulen. 134 Millionen Euro gibt die Stadt für Schulsanierungen in den Jahren 2007 bis 2012 aus. „Das ist das bisher größte städtische Investitionsprogramm“, sagte der Oberbürgermeister.
Straßensperrung in der Südstadt: Auch die Fahrbahndecke der Sallstraße hat unter dem Frost gelitten. Von Montag an sollen die ersten Schlaglöcher aufgefüllt werden. Voraussichtlich bis einschließlich Donnerstag wird die Sallstraße dafür zwischen Geibel- und Marienstraße halbseitig gesperrt und ist nur in Richtung Altenbekener Damm befahrbar. Der Verkehr in Richtung Zentrum wird über Geibelstraße und Hildesheimer Straße umgeleitet. Für die Buslinie 121 richtet die Üstra eine Ersatzhaltestelle ein. Die Haltestellen Stolzestraße, Lutherstraße, Marienstraße und Lavesstraße entfallen in Richtung Hauptbahnhof ersatzlos.
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Kommentare
Echter Unsinn... Wettberger – 27.03.10
die HAZ versteht sich scheinbar als Sprachrohr für den OB, der kritiklos seine Sicht der Dinge hier schildern kann. Kein Wort, dass es schlicht eine Frage der Prioritäten eines düsteren Haushaltes ist, für was ich das Geld des Verwaltungshaushaltes ausgebe. Und da sieht Rot-Grün in Hannover halt kaum Geld für Straßen vor, wie früher in der DDR...Korruptes Politikerpack FB – 27.03.10
Für den Landtagsneubau 42 Millionen ausgeben wollen und den Denkmalschutz aushebel wollen Sie, aber ein paar Millionen für ordentliche und sichere Strassen sind nicht drinn?Scheint so als seien die verantwortlichen Politiker nur auf der Gehaltsliste von einigen wenigen Bauunternehmern.
Wo bleiben die Steuermittel Heiner B. – 26.03.10
Wenn man 125 Mio. euro in die Messe AG steckt, bleibt natürlich kein Geld für Straßen übrig. Es ist demzufolge genug Geld vorhanden.Leider wird es zu Gunsten fragwürdiger Investitionen veruntreut