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Stadt lädt zur ersten Migrantenkonferenz

Miso-Veranstaltung im Rathaus Stadt lädt zur ersten Migrantenkonferenz

Die Stadt Hannover und das MigrantInnenSelbstOrganisationen-Netzwerk Hannover (Miso) haben die erste Migrantenkonferenz in der Stadt organisiert. Am Sonnabend konnten Besucher im Neuen Rathaus an Workshops und Diskussionsrunden teilnehmen und einem Vortrag eine Integrationsforscherin lauschen.

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Professor Naika Foroutan (von links), Oberbürgermeister Stefan Schostok und Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf konferieren im Rathaus zum Thema "Integration in der postmigrantischen Gesellschaft".

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. "Wir wollen eine moderne Einwanderungsstadt sein.“ Und: „Nicht Anpassung, sondern Teilhabe soll im Mittelpunkt unserer Willkommenskultur stehen.“ Das waren zwei Kernsätze aus der Rede von Oberbürgermeister Stefan Schostok, die er am Sonnabend anlässlich der Eröffnung der ersten hannoverschen Migrationskonferenz hielt. Eingeladen zu dem Treffen im Neuen Rathaus mit sechs Workshops, offenen Diskussionsrunden und einem Vortrag der Integrationsforscherin Naika Foroutan von der Berliner Humboldt-Universität hatten die Stadt Hannover und das MigrantInnenSelbstOrganisationen-Netzwerk Hannover (Miso). „Dass sich US-Präsident Barack Obama anlässlich der Messeeröffnung im April fast zwei Tage und nicht nur wenige Stunden in Hannover aufgehalten hat, ist ein Prädikat, das auch mit unserem Image als weltoffene Stadt zusammenhängt“, meinte Schostok.

Im Rahmen des städtischen Fests der Kulturen haben die Stadt Hannover und die Organisation Miso zur ersten Migrantenkonferenz in Hannover eingeladen.

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Wie das Stadtoberhaupt im Hodlersaal sagte, arbeite man darauf hin, dass Hannover „diskriminierungsfrei“ ist. Dass dies noch ein weiter Weg ist, zeigt ein Vorfall auf dem Schützenfest im Juli: Dort war drei Schwarzafrikanern der Zutritt zu einem Partyzelt verwehrt worden. Immerhin gibt es in Hannover seit nun schon 17 Jahren eine Anti-Diskriminierungsstelle – keine Selbstverständlichkeit in deutschen Kommunen. 2011 seien pro Jahr 160 Flüchtlinge in die Stadt gekommen, so Schostok, was damals zu großen Debatten geführt habe. Aktuell sei die Zahl erheblich gestiegen, leben 4500 Flüchtlinge in Hannover.

Eine digitale „Anzeigetafel der Schande“ in der Innenstadt zu installieren, ähnlich wie in Barcelona, schlug Miso-Vorstandsmitglied Peymann Javaher-Haghighi in der anschließenden Diskussions- und Fragerunde vor. Darauf sollte ständig aktualisiert abzulesen sein, wie viele Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken sind. Schostoks Antwort: „Wir müssen eine eigene Form für ein solches Mahnmal finden.“ Hildegard Thimm aus dem Integrationsbeirat Herrenhausen-Stöcken mahnte an, in Vereinen und Verbänden mehr Betätigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu schaffen.

Auf die Frage, wie die Rechtsberatung für Asylbewerber verbessert werden könne, hatte Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf keine befriedigende Antwort parat. Die Verwaltung jedenfalls dürfe keine solche Beratung anbieten. Bei Rechtsanwälten, berichtete ein Zuhörer, müssten die Asylbewerber mit Summen zwischen 450 und 850 Euro in Vorleistung treten; die ehrenamtliche, von Studenten organisierte „Refugee Law Clinic“ mit ihrer kostenlosen Rechtsberatung sei überlastet.

Auch in der Stadtverwaltung, schilderte Dezernentin Beckedorf, nehme die kulturelle Vielfalt immer mehr zu. So habe eine zunehmende Zahl der gut 11000 Beschäftigten in der Verwaltung einen Migrationshintergrund. Der Oberbürgermeister ergänzte, dass man dies auch an der Fülle der Dolmetscher ablesen könne, die hier beschäftigt seien. So leben derzeit Menschen aus 180 Nationen in Hannover – und die Stadt kann mittlerweile aus einem Pool von Dolmetschern für 50 Sprachen schöpfen.

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