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Aus der Stadt Stadt legt Konzept gegen Gelage vor
Hannover Aus der Stadt Stadt legt Konzept gegen Gelage vor
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08:02 25.07.2012
Von Andreas Schinkel
Der Zentrale Omnibusbahnhof in der City ist Treffpunkt für Trinkergruppen - derzeit ist der Umbau des Platzes in Planung. Quelle: Steiner (Archiv)
Hannover

Die Rede ist von ersten Gesprächen mit „Störern“ und verärgerten Anwohnern bis hin zu konkreten Maßnahmen wie dem Abbau von Bänken oder dem Aufstellen von Regeln für den jeweiligen Platz. Als aktuelle Orte, wo derzeit Probleme auftreten, werden die Limmerstraße in Linden genannt, der Gartenfriedhof an der Marienstraße, der Andreas-Hermes-Platz und der alte Zentrale Omnibusbahnhof. Der Raschplatz, auf dem sich seit einiger Zeit eine Trinkergruppe niedergelassen hat, wird nicht erwähnt. Das Handlungskonzept beziehe sich auf städtische Flächen, der Raschplatz aber sei im Besitz der Passarellengesellschaft HRG, erklärt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. „Wir sehen hier die HRG in der Pflicht, tätig zu werden“, betont Kalmus.

Immer häufiger versammeln sich Gruppen auf Hannovers Straßen zum gemeinsamen Zechen. Das sei nicht nur jahreszeitlich bedingt, sondern eine übergreifende Tendenz, sagt Sozialarbeiterin Sabine Schneekloth vom Verein Karl-Lemmermann-Haus (KLH). Die Arbeit des Vereins ist ein fester Bestandteil des städtischen Konzepts gegen ausufernde Zechgelage. So sollen Schneekloth und ihre Kollegen demnächst Kontakt mit den Trinkern und Anwohnern auf der Limmerstraße aufnehmen. Dort feiern vor allem junge Menschen ausufernde Straßenpartys, die die Nachbarschaft auf die Palme bringen. „Exzessiver Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit hat deutlich zugenommen“, sagt Schneekloth. Sie warnt allerdings vor der Erwartung, auf die Schnelle Lösungen zu finden. Letztlich könne man nur auf die Einsicht der Trinker bauen.

Anwohner beklagen zunehmend die unschönen Begleiterscheinungen des Alkoholkonsums, etwa Lärm, verstreuten Abfall und vor allem wildes Urinieren. An einigen Orten, etwa auf dem Andreas-Hermes-Platz, versucht die Stadt, die Probleme mit dem Aufstellen von Toilettenhäuschen in den Griff zu bekommen. Der CDU ist das zu wenig, sie fordert eine „Stadtpolizei“, die den Trinkern auf die Finger schaut und bei Ordnungswidrigkeiten Knöllchen verteilt. „Klohäuschen sind kein Allheilmittel“, meint auch KLH-Projektleiterin Schneekloth.

Das Handlungskonzept der Stadt bindet städtische Ordnungshüter, wie die „Servicegruppe Innenstadt“, Sozialarbeiter, Polizei und sogar Parkranger ein, wenn Grünflächen von den Zechgelagen betroffen sind. Die Fäden laufen dann bei den jeweiligen Stadtbezirksmanagern zusammen. Nach Gesprächen vor Ort mit allen Betroffenen soll dann je nach Lage der Dinge entschieden werden, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Aufgezählt werden unter anderem das Aufstellen von Papierkörben, die Konfliktmoderation oder die Einrichtung einer Platzbetreuung, etwa durch die Mitarbeiter des KLH.

Ein Vorbild für gelungenes Eingreifen dürfte der Schünemannplatz in Ricklingen sein. Dort fanden viele Jahre lang wüste Gelage statt, sodass der Platz von Anwohnern gemieden wurde. Die Sozialarbeiter vom KLH nahmen Kontakt mit den Trinkern auf und einigten sich auf Verhaltensregeln, etwa sich nicht in den Büschen zu erleichtern, keinen Lärm zu machen, nicht mit Drogen zu handeln und den Müll zu entsorgen. Zwar habe sich die Situation auf dem Platz erheblich verbessert, sagt Schneekloth, aber das mit der Abfallbeseitigung funktioniere noch immer nicht gut. „Wir sind dann am Ziel, wenn die Platznutzer selbst darauf achten, dass die Regeln eingehalten werden“, sagt die Sozialarbeiterin.

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