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Aus der Stadt Zahl der E-Autos geht in Hannover zurück
Hannover Aus der Stadt Zahl der E-Autos geht in Hannover zurück
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00:15 11.03.2017
Von Andreas Schinkel
Alles verkabelt? Die Ratspolitik im Rathaus kritisiert die langsamen Fortschritte der Stadt in Sachen E-Autos. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Eigentlich will Hannover Vorreiter sein in Sachen Elektromobilität. Stattdessen jedoch geht nicht nur die Zahl der E-Autos auf den Straßen zurück. Auch die Stadtverwaltung selbst lässt sich viel Zeit mit der Umstellung ihres Fuhrparks.

Von insgesamt 1054 städtischen Fahrzeugen werden ganze 26 derzeit mit Elektromotor angetrieben, ein Anteil von gerade einmal 2,5 Prozent. Jetzt hat Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) bekannt gegeben, dass der Fuhrpark künftig 300 E-Mobile umfassen soll - in 20 Jahren.

Das dauert der Ratspolitik zu lange. „300 E-Autos in 20 Jahren, das erscheint mir reichlich wenig“, sagt SPD-Umweltpolitiker Philipp Kreisz. Auch die CDU wünscht sich „deutlich mehr Ehrgeiz“. Die FDP ist verärgert: „Das geht gar nicht. Die Stadt sollte vielmehr mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Es reiche nicht, dass sich der Oberbürgermeister einen Hybrid-Dienstwagen zugelegt habe. Nur die Grünen meinen, dass die Stadt bei den E-Autos weit vorangekommen sei.

"300 E-Autos in 20 Jahren erscheint mir reichlich wenig" Quelle: Jan Philipp Eberstein

Mehrere Jahre lang hat Hannover am Bundesförderprogramm „Schaufenster Elektromobilität“ teilgenommen. Dennoch bleibt der Anteil von E-Autos im Straßenverkehr verschwindend gering, mit zuletzt sogar abnehmender Tendenz. 421 Elektroautos waren 2015 in Hannover zugelassen, im vergangenen Jahr schrumpfte die Zahl auf 394 Fahrzeuge. Die Neuzulassungen sind regelrecht eingebrochen, von 102 im Jahr 2015 auf 59 im vergangenen Jahr. Bei der zuständigen Verwaltungsstelle für das „Schaufenster Elektromobilität“, der Metropolregion, gibt man zu bedenken, dass es in 2016 Lieferengpässe von E-Mobilen bei einigen Autoherstellern gegeben habe.

Dennoch fühlt sich die CDU in ihrer Meinung bestätigt, dass es das grün geführte Umweltdezernat mit der Umstellung auf E-Mobilität nicht eilig hat. „Eigentlich müsste Hannover bei der Entwicklung voranschreiten. Was die Verwaltung jetzt macht, ist ganz kleines Karo“, sagt CDU-Umweltpolitiker Maximilian Oppelt. Umweltdezernentin Tegtmeyer-Dette wendet ein, dass mit der Zielzahl von 300 E-Fahrzeugen im städtischen Fuhrpark sämtliche Pkw erfasst seien. „Schwere Nutzfahrzeuge auf Elektroantrieb umzustellen ist technisch noch sehr schwierig“, sagt sie. Das gelte auch für die rund 200 Feuerwehrfahrzeuge.

Allzu langsam geht es nach Ansicht von SPD und CDU auch bei der Umrüstung von Hannovers Straßenlaternen voran. Energiesparende LED-Lampen sollen in allen Laternen eingebaut werden - bis zum Jahr 2045. „28 Jahre sind ziemlich lang für einen Lampenaustausch“, sagt SPD-Mann Kreisz. Die Stadt wechselt die Leuchten immer dann aus, wenn eine der alten Natriumdampflampen ausfällt.

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