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Stadt sucht Trinkerraum für die Raschplatz-Szene

Skepsis in der Ratspolitik Stadt sucht Trinkerraum für die Raschplatz-Szene

Neue Maßnahmen auf dem Raschplatz: Die Verwaltung erwägt, einen Trinkraum für die Szene zur Verfügung zu stellen, in dem möglicherweise sogar Alkohol angeboten werden könnte. Die Skepsis in der Ratspolitik ist groß. Protec läuft ab Ende April jeden Nachmittag Streife auf dem Raschplatz.

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Neue Konzepte für den Raschplatz: Die Verwaltung denkt an mehr Kontrollen und einen Trinkerraum.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Schlägereien, wildes Urinieren, Pöbeleien gegen Passanten: Gegen die Probleme mit der Trinkerszene auf dem Raschplatz versucht die Stadtverwaltung jetzt, mit neuen Maßnahmen vorzugehen. So erwägt die Verwaltung, einen Trinkraum für die Szene zur Verfügung zu stellen, in dem möglicherweise sogar Alkohol angeboten werden könnte. Im Gespräch ist insbesondere ein Raum in dem Gebäude, in dem auch die Spielbank betrieben wird - allerdings auf der dem ZOB zugewandten Seite. Der Raum gehört dem Vernehmen nach der Grundstücksgesellschaft HRG, einer Tochter von Stadtsparkasse und Üstra, die auch Eigentümerin der Niki-Passage ist. Bei der Spielbank ist man nicht begeistert. „Mit uns hat keiner gesprochen“, heißt es aus internen Kreisen.

Was meinen Sie?

Die Verwaltung erwägt, einen Trinkraum für die Szene auf dem Raschplatz zur Verfügung zu stellen. Halten Sie das für eine gute Idee?

Für einen solchen Trinkraum gibt es Vorbilder. „Andere Städte haben bereits gute Erfahrungen mit einem solchen Angebot gemacht“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser. In Kassel etwa betreibt ein Verein seit vier Jahren einen Trinkraum, finanziell unterstützt aus der Stadtkasse. Man habe die Trinkerszene entzerren und die Innenstadt befrieden wollen, lautete die Begründung für das Projekt. Im Winter halten sich zwischen 80 und 90 Menschen in dem Raum auf, im Sommer sind es deutlich weniger. Der Verein überlegt, eine Außenterrasse einzurichten. Im Kasseler Trinkraum werden keine alkoholischen Getränke verkauft, Bier und Wein darf jeder mitbringen, Hochprozentiges ist dagegen verboten.

Ein Komfortangebot für die Trinkerszene?

In Hannovers Ratspolitik trifft das Vorhaben auf Skepsis. „Ich befürchte, dass sich durch ein solches Komfortangebot die Szene am Raschplatz ausweitet“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Er schlägt eine Testphase von einem Jahr vor. CDU-Fraktionschef Jens Seidel meint, dass der Raum nicht angenommen werde. „Im Gegensatz zu Heroinsüchtigen, die ungestört sein wollen, bevorzugen Trinker die Öffentlichkeit“, sagt Seidel.

Als weitere Maßnahme will die Stadt die Kontrollen am Raschplatz ausweiten. Nicht nur städtische Mitarbeiter werden ein Auge auf die Trinkergruppen werfen. Nach Informationen der HAZ sollen ab Ende April zusätzliche Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Protec täglich auf dem Raschplatz nach dem Rechten sehen. Durchgehend von mittags bis abends sollen Doppelstreifen Präsenz zeigen. Beauftragt werden die Protec-Leute von der HRG.

Seit einigen Jahren gilt der Raschplatz als Schmuddelecke hinter dem Bahnhof. Nächtliche Partygänger erleichtern sich dort in dunklen Ecken, immer wieder kommt es zu Schlägereien zwischen den vornehmlich osteuropäischen Trinkern. Erst kürzlich ist ein Obdachloser auf dem Raschplatz mit einem Pflasterstein fast totgeprügelt worden. Der Tatverdächtige wurde inzwischen ermittelt.

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