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Aus der Stadt Stadt will den Kuppelsaal günstig sanieren
Hannover Aus der Stadt Stadt will den Kuppelsaal günstig sanieren
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22:09 14.06.2010
Von Bernd Haase
Der Kuppelsaal – im Bild eine Probe des City of Birmingham Symphony Orchestra – hat Probleme mit der Akustik. Quelle: Christian Burkert

„Wir verfolgen das nicht weiter“, erklärte Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff am Montag den Politikern im Werksausschuss für das HCC. Gesucht werde nun nach einer kostengünstigeren Variante, für die die Stadt im Spätsommer Vorschläge unterbreiten wolle. „Wenn wir den Kuppelsaal nicht optimieren, sind wir für hochkarätige Konzerte im Klassikbereich nicht mehr konkurrenzfähig. Das ist nicht wünschenswert“, sagte Kulturdezernentin Marlis Drevermann.

Mit seinen 3600 Plätzen ist der Kuppelsaal der größte Konzertsaal Niedersachsens, 2014 steht er exakt 100 Jahre. Dass vor allem für die Akustik einiges getan werden muss, weiß man spätestens, seit Künstler wie der Dirigent Claudio Abbado nach Konzerten gesagt haben, sie würden dort nie mehr auftreten. 2008 hatte ein Gutachter die Kosten allein für einen angemessenen Standard im schalltechnischen Bereich auf zehn Millionen Euro geschätzt.

Seinerzeit zuckten alle angesichts der prekären Haushaltslage zusammen. Es dürfte jedoch klar sein, dass Hannover im hochkarätigen Klassikbereich ohne Investitionen in seinen Konzertsaal spätestens dann nur noch die zweite Geige spielt, wenn in Hamburg die Elbphilharmonie fertig werden sollte. Hannovers Alternative zum Kuppelsaal, der NDR-Sendesaal am Maschsee, ist mit seinen 1200 Plätzen zu klein.

Dass die Diskussion jetzt wieder hochkommt, ist der CDU zu verdanken. Sie hat einen Prüfauftrag an die Verwaltung vorgelegt. „Wir glauben, dass die Akustik dank technischem Fortschritt mittlerweile kostengünstiger zu verbessern ist – möglicherweise für fünf Millionen Euro“, sagte Fraktionsmitglied Jens-Michael Emmelmann. Mönninghoff nannte keinen Betrag, sagte aber, es gehe immer noch um hohe Summen. „Weil wir keine Sponsoren finden, müssen wir das Geld aus dem eigenen Haushalt nehmen. Damit steht das Projekt in direkter Konkurrenz zu Dingen wie Schul- und Straßensanierung“, erklärte der Dezernent.

Nimmt die Stadt für den Kuppelsaal Geld in die Hand, handelt es sich um direkte Kulturförderung. „Millioneninvestitionen werden sich über zusätzliche Konzerte, egal welcher Güteklasse, nie amortisieren“, betont HCC-Geschäftsführer Jürgen König. Dass sein Haus zuletzt im operativen Bereich schwarze Zahlen geschrieben habe, liege vor allem an der Gastronomie.

Sozialdemokrat Martin Hanske erläuterte im Ausschuss, der Saal sei wichtig für den Kulturtourismus und damit ein Wirtschaftsfaktor. Vielleicht lag es an dieser Einschätzung, dass die SPD den CDU-Antrag zum freudigen Erstaunen Emmelmanns nicht wie üblich abbügelte. „Wir wollen ihn in der Fraktion überarbeiten“, kündigte Hanske an. Nach dem Selbstverständnis der hannoverschen SPD heißt das wohl: entscheidend verbessern.

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