Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Stadt will
den ZOB
 umbauen - Areal droht Abriss
Hannover Aus der Stadt Stadt will
den ZOB
 umbauen - Areal droht Abriss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:54 21.03.2010
Von Conrad von Meding
Schmuddelecke ZOB: Die grünen Tonnendächer müssen bereits abgestützt werden. Quelle: Martin Steiner

Eine der hässlichsten Innenstadtecken soll nun endlich verschwinden: Die Stadt plant den Abriss des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) am Fuße des alten Fernsehturms und den Neubau einer modernen Anlage etwas näher an den Schienentrassen des Hauptbahnhofs. Geld steht im Haushalt bereit. Entgegen der ursprünglichen Planung soll der Bau nun wohl auch dann beginnen, wenn sich für das bisherige ZOB-Gelände kein Investor findet – dort soll eigentlich ein Bürohaus entstehen. Ziel der Stadt ist, den Schandfleck zu beseitigen, der sich Hannover-Reisenden hinterm Hauptbahnhof bietet. Aufwind bekommt das Projekt durch die Pläne der Bundesregierung, den innerdeutschen Busfernverkehr zu liberalisieren. Gegen alle Widerstände der Bahn sollen ab nächstem Jahr Fernlinien im Busverkehr zugelassen werden – Hannover mit seiner zentralen Lage wird im Liniennetz eine wichtige Rolle spielen.

„Ich kenne keine Landeshauptstadt mit so einem heruntergekommenen ZOB wie Hannover“, schimpft Bernward Franzky, Geschäftsführer des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN). Die grünen Tonnendächer des alten ZOB müssen schon abgestützt werden, mit Gitterwänden sind Bereiche des Busareals abgesperrt. Seit Jahren schon gibt es Pläne, den alten ZOB abzureißen. Er soll auf dem Gelände eines kleinen Parkplatzes wenige Meter weiter neu aufgebaut werden – als moderne Anlage, in der die Busse nur zum Ein- und Aussteigenlassen der Passagiere vorfahren. Schranken regeln den Verkehr, Busunternehmen, die das Areal nutzen, müssen Gebühr entrichten – so wie es in anderen Städten, etwa in Hamburg oder München, längst üblich ist.

Die bisherige Marschrichtung, zunächst auf einen Investor zu warten, der der Stadt das 5000 Quadratmeter große ZOB-Gelände abkauft und darauf einen Bürobau errichtet, wird jetzt aufgegeben. Mittwoch endet die Frist für das Essener Unternehmen Kölbl Kruse, das für rund 75 Millionen Euro einen attraktiven Neubau mit 30.000 Quadratmeter Bürofläche errichten wollte, bislang aber nach eigenen Angaben keine Mieter dafür gefunden hat.

Von der Stadt gibt es zum Thema ZOB keine offizielle Stellungnahme. Nach HAZ-Informationen bereitet eine Arbeitsgruppe im Baudezernat den Neubau des Zentralen Omnibusbahnhofs vor. Im Gespräch sind dabei gut ein Dutzend Abfertigungsplätze sowie ein kleines Kassenhäuschen, in dem auch Toiletten untergebracht werden könnten. Schon bei einer Gebühr von zwei Euro pro Bus, so haben Gutachter errechnet, könnten täglich rund 600 Euro erwirtschaftet werden.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Hannover hat für ein bedeutendes Vorhaben der Innenstadt einen Investor gefunden. Der Essener Projektentwickler Kölbl Kruse will auf dem Grundstück des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) einen 30 000 Quadratmeter umfassenden Büro- und Geschäftsneubau erstellen.

Gunnar Menkens 17.09.2009

Jahrelang war Stillstand an Hannovers heruntergekommenem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB), die Stadt fand keinen Investor für die zur Bürobebauung vorgesehene Fläche. Jetzt gibt es auf einmal Nachfrage zuhauf: Bis zu sechs Investoren sollen derzeit starkes Interesse an dem Areal haben.

Conrad von Meding 02.04.2009

SPD und Grüne wollen nicht länger warten und Hannover zügig zu einem wieder vorzeigbaren zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) verhelfen. Der Bezirksrat Mitte soll Beschleuniger aktueller Überlegungen im Rathaus sein und in der nächsten Sitzung die Stadtverwaltung beauftragen, einen neuen ZOB zu bauen.

Gunnar Menkens 07.04.2009

Die Pläne der Stadt, Teile der Verwaltung sowie die Volkshochschule im Bredero-Hochhaus am Raschplatz unterzubringen, sind bei der CDU auf heftige Kritik gestoßen. Baupolitiker der Ratsmehrheit aus SPD und Grünen sind weniger skeptisch; Michael Dette (Grüne) signalisiert vorsichtige Zustimmung.

21.03.2010

Der Verdacht, im Tierheim könnten Tiere gequält worden sein, hat den Tierschutzverein Hannover in eine schwere Krise gestürzt: Der erste Vorsitzende Wolfgang Heine ist von seinem Posten zurückgetreten, die Beisitzerin Dagmar Seidel-Raschke legte ihr Amt ebenfalls nieder.

21.03.2010

Müllsammeln kann jede Menge Spaß machen: Das jedenfalls bewiesen die „Flotten Feger“, eine muntere Gruppe junger Eltern, die sich am Sonnabend an der Aktion „Hannover ist putzmunter“ beteiligte.

Stefanie Kaune 21.03.2010